Zusatzbeitrag in der GKV sorgt für Aufsehen

Januar 28, 2010

Ende der vergangenen Woche hatten drei Krankenkassen angekündigt, einen zusätzlichen Beitrag erheben zu wollen, wodurch sich die Versicherungskosten für die Kassenmitglieder erhöhen. Bei etwa 8 bis 10 Euro soll der so genannte Zusatzbeitrag liegen. Als Grund nannten die Kassen hohe Defizite: Die aus dem Gesundheitsfonds stammenden Zahlungen reichen nicht aus, um die Kosten decken zu können. Dementsprechend sehen die betroffenen Kassen keine andere Möglichkeit, als diesen Weg zu gehen und einen Zusatzbeitrag zu erheben.

Mittlerweile haben fünf weitere Krankenkassen nachgezogen und angekündigt, ebenfalls einen Zusatzbeitrag erheben zu wollen. Sollten die Kassen auf diese Weise verfahren, wären schätzungsweise 10 Mio. Versicherte betroffen, die fortan rund 100 Euro pro Jahr mehr an Versicherungsbeiträgen an die gesetzlichen Krankenkassen abführen.

Die Maßnahme, die von den Kassen vergleichsweise unkompliziert umgesetzt werden kann, stößt weder bei den Versicherungsnehmern, noch in den Reihen der Politik, auf viel Gegenliebe. Schon mehrere Politiker der Koalition haben Widerstand angekündigt, weil sie die Erhebung eines Zusatzbeitrags nicht akzeptieren möchten. Ob die Politik den Zusatzbeitrag verhindern kann, ist jedoch fraglich: Zum jetzigen Zeitpunkt scheint eine solche Möglichkeit nicht gegeben zu sein. Einzig und allein der Gesundheitsminister Rösler, hat sich bisher noch nicht zu Wort gemeldet – dabei wird seine Stellungnahme sehnsüchtig erwartet.

Experten gehen mittlerweile davon aus, dass bis Ende des Jahres jede zweite Krankenkasse den Zusatzbeitrag erheben wird. Aus diesem Grund wird auch ein Versicherungswechsel kaum helfen: Der Beitrag lässt sich im Endeffekt kaum umgehen. Lediglich ein paar Kassen haben bereits versichert, dass sie den Beitrag nicht erheben werden.

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