Update zur Liechtensteiner Steueraffäre

Mai 12, 2008

Als der Steuerskandal mit der Enttarnung des Steuersünders Zumwinkel begann, war der Medienwirbel sehr groß. Doch mittlerweile ist das Medieninteresse stark abgeflacht – dabei gibt es immer noch interessante Neuigkeiten zu berichten. Einem Bericht des Focus zufolge, sollen die Steuerfahnder sehr fleißig gewesen sein und zahlreiche Steuersünder ausfindig gemacht haben. Allein was die Kunden der liechtensteinischen LGT Bank betrifft, so wurden 400 Ermittlungsverfahren eingeleitet.

Alle 400 Verfahren wurden von der Bochumer Staatsanwaltschaft eingeleitet. Mittlerweile wurde von den Ermittlern bekannt gegeben, dass die Kunden der LGT Bank bzw. die erwischten Steuersünder rund 500 Millionen Euro am Fiskus vorbeigeleitet und nach Liechtenstein transferiert haben. Im Durchschnitt soll jeder Steuersünder rund zwei Millionen Euro nach Liechtenstein transferiert haben. Weil die Fälle vergleichsweise schnell abgewickelt werden, sind angeblich bereits 500 Millionen Euro an den Fiskus zurück geflossen.

Allerdings ist das Ende der Ermittlungen noch lange nicht erreicht. Für die kommenden Wochen seien weitere Durchsuchungen geplant – rund 300 Leute würden noch auf der Liste der Ermittler stehen. Des Weiteren konnten sich 230 Steuersünder dazu durchringen, Selbstanzeige zu erstatten. Es gibt also noch viel zu tun. Experten gehen davon aus, dass insgesamt rund eine Milliarde Euro in die Staatskasse fließen werden. Ein vergleichsweise hoher Betrag, verglichen mit den rund vier Millionen Euro, die der BND für die Liste der potentiellen Steuersünder bezahlt hat.

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