Umschichten des Depots will gekonnt sein

September 4, 2010

Heutzutage gibt es zahlreiche Privatanleger, die ihre Anlageentscheidungen ausschließlich selbst treffen und gerne direkt an den Wertpapiermärkten agieren. Onlinebroker erlauben es, schnell und kostengünstig an den Märkten zu investieren, beispielsweise indem man Aktien oder Anleihen erwirbt.
Eine alte Weisheit besagt, dass diese Anleger besonders aufpassen müssen, wenn es um das Thema Umschichten geht: Wer zu häufig umschichtet bzw. alte Papiere abstößt und neue Papier erwirbt, kann die Rendite seines Portfolios maßgeblich schmälern, was vor allem an den Gebühren liegt, die aus den Umschichtungen resultieren. Nicht umsonst gibt es das Sprichwort: „Hin und Her macht Taschen leer.“

Ein Wertpapierdepot gar nicht umzuschichten, wäre allerdings töricht. Wie das Schweizer Analysehaus Fundexplorer ermittelt hat, ist es mit Hilfe von gezieltem Umschichten möglich, die Rendite seines Portfolios spürbar zu steigern.
Die Untersuchung eines Portfolios (Gewichtung: 40 Prozent Aktien, 40 Prozent Anleihen, 10 Prozent Immobilien und 10 Prozent Rohstoffe) unter Berücksichtigung eines Anlagezeitraums von 5 Jahren zeigt auf, dass die jährliche Rendite ohne Umschichtung bei gerade einmal 2,2 Prozent liegt. 4 Umschichtungen an die ursprüngliche Gewichtung hätten ausgereicht, die Rendite auf 4 Prozent zu erhöhen und somit fast zu verdoppeln. Diese Anpassung bezeichnet der Anlageexperte auch als Rebalancing. Optimaler Zeitpunkt für das Rebalancing sei eine Abweichung der Zusammensetzung um 9 Prozent – und zwar unabhängig davon, in welche Richtung die Abweichung erfolgt ist.

Selbstverständlich sind diese Zahlen mit Vorsicht zu genießen. Es ist nie vorhersehbar, wie sich die Märkte entwickeln. Allerdings machen sie deutlich, dass wenige Umschichtungen der Schlüssel zum Anlageerfolg sein können.

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