Überprüfungen von Arztrechnungen
März 26, 2009
Aufgrund der Gesundheitsreform, des starken Konkurrenzkampfes und der derzeitig herrschenden Wirtschaftskrise, des enormen Kostendrucks, unter dem die gesetzlichen und privaten Krankenversicherungen stehen, haben die Versicherungsgesellschaften damit begonnen, ärztliche Abrechnungen genauer zu überprüfen. Selbst wenn die Abrechnungen der überwiegenden Mehrzahl der Ärzte richtig und exakt sind, es kommt nichts desto trotz zu Fällen von Abrechnungsbetrug. Aussagen und Wünschen des Geschäftsführers der Privatärztlichen Verrechnungsstelle (PVS) Rhein-Ruhr, Peter Scholich, zufolge, sollte dies als eigener Straftatbestand deklariert werden. Das hätte zur Konsequenz, dass es im Strafgesetzbuch aufgeführt werden würde und so als Abschreckung dienen könnte. Wenn bei den nach dem Zufallsprinzip durchgeführten Stichproben Auffälligkeiten bemerkt werden und sich der Verdacht auf Abrechnungsbetrug bestätigt, ist es möglich auch die Behörden in die Angelegenheit zu involvieren.
Die Fälle von Abrechnungsbetrug werden immer häufiger. Es ist noch zu früh genaue Angaben zu Zahlen zu veröffentlichen beziehungsweise über Entwicklungen zu sprechen, jedoch kommt es alleine bei der Techniker Krankenkasse, der TKK, täglich zu vier Hinweisen auf falsche Abrechnungen. Knapp 50 Prozent dieser Hinweise stellen sich in der Realität als betrügerische Abrechnungen heraus. Der Abteilungsleiter zur Ermittlung von Betrugsfällen in der TKK, Frank Keller, sieht dieser Entwicklung sehr realistisch entgegen. Er hält das Thema für sehr schwerwiegend und ist der Ansicht, dass die Bedeutung sich noch steigern wird.
Von den Abrechnungsbetrügereien betreffen nicht nur die gesetzlichen sondern auch die privaten Krankenversicherungen. Diese Missstände führten bei der PKV inzwischen dazu, dass ein vielschichtiges System aus qualitäts- sichernden Maßnahmen nach und nach geschaffen worden ist. Dazu kann unter anderen die ausführliche Schulung der Mitarbeiter gezählt werden. Seit bereits vier Jahren benutzt die private Krankenversicherung der Allianz, die APKV, ein System, das sich lediglich mit diesen Delikten beschäftigt. Der APKV- Mitarbeiter, Ernst Kammer, musste alleine über 1000 Fälle im letzten Jahr kontrollieren. Davon wurden zwei Drittel als Betrug identifiziert und der Schaden hatte eine Höhe von etwa 1,8 Millionen EURO. Mithilfe eines sehr gut funktionierenden Deliktmanagement sind 70 Prozent der Schadenssumme zurückgeholt worden.
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