Geldwerter Vorteil

Dezember 2, 2014

Nach § 8 EStG, des Einkommensteuergesetzes sind steuerpflichtige Einnahmen „alle Güter, die in Geld oder Geldeswert bestehen und dem Steuerpflichtigen im Rahmen einer der Einkunftsarten nach § 2 zufließen“. In den folgenden Absätzen von § 8 wird näher darauf eingegangen, wie Einnahmen, ohne eine Geldzahlung zu sein, vom Preis her anzusetzen sind. Sie werden umgangssprachlich als Sachbezug, oder als ein geldwerter Vorteil bezeichnet. Der Sachwert hat einen näher definierbaren Wert, der anstelle einer Geldzahlung gewährt beziehungsweise überlassen wird.

Geldwerter Vorteil als steuerpflichtiges Einkommen
Im § 2 EStG werden die einzelnen steuerpflichtigen Einkunftsarten genannt. Jeder geldwerte Vorteil ist einer dieser Einkunftsarten zuzuordnen und erhöht dadurch das steuerpflichtige Einkommen. Der Empfänger des geldwerten Vorteiles bezahlt also indirekt den Sachwertbezug dadurch, dass seine Steuerlast dementsprechend steigt. Zu den gängigen geldwerten Vorteilen gehören

  • eine private Dienstwagennutzung
  • Kost und Logie von Hausangestellten
  • Gutscheine mit und ohne Wertangabe
  • Personalrabatte
  • Geschenke aus besonderem Anlass

Für den geldwerten Vorteil gilt eine monatliche Freigrenze von zurzeit 44 Euro.

Pauschalregelung bei Dienstwagen

Die private Nutzung eines Dienstfahrzeuges, das zum Firmenvermögen des Arbeitgebers gehört, ist einer der am häufigsten gewährten geldwerten Vorteile. Der steuerpflichtige Kfz-Benutzer hat dadurch einen erheblichen finanziellen sowie auch praktischen Vorteil im Alltag. Abhängig von der Einzelregelung erübrigt es sich für ihn, ein eigenes Fahrzeug anzuschaffen und zu unterhalten. Da die Ermittlung der tatsächlichen Kosten durch die lückenlose Führung eines Fahrtenbuches aufwändig bis hin zu unerfreulich ist, wird in nahezu allen Fällen von der sogenannten 1%-Regelung Gebrauch gemacht. Der Bruttoverdienst des Fahrzeugnutzers wird monatlich um ein Prozent des Brutto-Listenpreises des Kfz-Herstellers erhöht, der zum Zeitpunkt der Erstzulassung des Dienstwagens gegolten hat. Dieser geldwerte Vorteil erhöht sich in dem Falle, dass der Dienstwagen für die Fahrten zwischen dem Wohnsitz und der Arbeitsstätte genutzt wird. Angesetzt werden zusätzlich 0,03% desselben Fahrzeugwertes für jeden Entfernungskilometer. Mit dieser Regelung des geldwerten Vorteils sind sämtliche Kfz-Kosten abgegolten.

Personalrabatt mit Freibetrag

Als Personalrabatt wird ein Rabattfreibetrag bezeichnet, der vom Arbeitgeber seinem Personal, also seinen Mitarbeitern, gewährt wird. Der Rabatt ist als Steuervergünstigung ein geldwerter Vorteil, der zu versteuern ist. Der monatliche Freibetrag beträgt 90 Euro und wird mit einem jährlichen Gesamtbetrag von 1.080 Euro angesetzt. Der diese Freigrenze übersteigende Betrag muss als geldwerter Vorteil versteuert werden. Als Wert wird der handelsübliche Verkaufspreis abzüglich eines 4%igen steuerfreien Rabattes angesetzt, reduziert um eine im Einzelfall vom Arbeitnehmer selbst geleistete Zahlung. Der Rabattfreibetrag wird nicht auf die einzelnen Monate aufgeteilt, sondern immer auf das Kalenderjahr berechnet.

Ein Sachwertbezug beziehungsweise geldwerter Vorteil ist für den Arbeitnehmer vor allem dann interessant, wenn er den Vorteil im Alltag wirklich benötigt. Bei Geschenken oder Kinogutscheinen ist das oftmals nicht der Fall, im Gegensatz zu Kost und Logie bei saisonalem Servicepersonal in Feriengebieten. Auch Benzingutscheine sind ebenso sinnvoll wie nützlich, weil das eigene Fahrzeug aufgetankt werden muss.

Geld und Finanzen: Das ändert sich 2012

Januar 2, 2012

Mit dem neuen Jahr treten wie üblich auch in 2012 zahlreiche Neuerungen in Kraft. Verbraucher im Allgemeinen, insbesondere aber Sparer, Anleger und Vorsorgetreibende sollten sich genau darüber informieren, wo welche Änderungen eintreten – und wie sie in diesem Jahr am besten davon profitieren können.

Änderungen bei der Altersvorsorge

Im Bereich der Altersvorsorge gelten ab sofort gleich mehrere Neuregelungen. So liegt der Garantiezins (z.B. bei Lebensversicherungen) ab sofort bei 1,75 statt 2,25 Prozent. Dennoch kann sich auch in 2012 noch ein Abschluss lohnen: Dank Überschüssen fällt die Rente, die im Schadensfall bzw. beim Auslaufen des Vertrages ausgezahlt wird, meist deutlich höher als die Garantierente aus.
In Sachen Rente sollten Verbraucher nun wissen, dass sich ab sofort das Mindestrentenalter erhöht – sowohl bei Lebensversicherungen als auch bei Riester Rente, Rürup Rente und betrieblicher Altersvorsorge. Rürup-Sparer können ab sofort mehr Beiträge von der Steuer absetzen, Rürup-Rentner müssen aber auch höhere Steuern (64 statt 62 Prozent) zahlen. Für Riester-Sparer gilt, dass sämtliche Sparer einen einheitlichen Sockelbetrag von vier Prozent des Vorjahresgehalts, mindestens aber 60 Euro pro Jahr entrichten müssen. Wer zu wenig Eigenanteil eingezahlt hat, kann nicht gezahlte Beiträge auch nachträglich entrichten und muss dann nicht die Förderung zurückzahlen.

Änderungen beim Girokonto

Die meisten Verbraucher haben bereits im Dezember mitbekommen, dass Girokonten ab sofort nicht mehr vor Pfändung geschützt sind. Wer ein Kandidat für Pfändungen ist, sollte ein sogenanntes Pfändungsschutzkonto (P-Konto) in Erwägung ziehen. Hier fallen zumindest derzeit zwar noch höhere Kontoführungsgebühren an – dafür ist auf einem solchen Girokonto das Existenzminimum von 1028,89 Euro sicher.
Bislang weniger bekannt ist, dass Banküberweisungen ab sofort schneller erfolgen. Ein online erteilter Auftrag darf nur noch einen Tag dauern. Bei Überweisung per Überweisungsträger muss die Gutschrift spätestens nach zwei Tagen erfolgen.

Änderungen bei Steuern

Im Hinblick auf Steuern sehen die neuen Regeln Vereinfachungen und Verbesserungen vor. So erhöht sich die Pauschale für Werbungskosten von 920 auf 1.000 Euro. Kinderbetreuungskosten können ab dem kommenden Jahr zu zwei Dritteln steuerlich geltend gemacht werden. Vereinfacht wird zudem die Berechnung der Entfernungskostenpauschale. In Sachen Kindergeld profitieren all die Familien, in denen der Sprössling einem Nebenjob nachgeht. Die Summe der Einkünfte spielt nun keine Rolle mehr – die bisherige Bewilligungsgrenze von 8004 Euro pro Jahr entfällt.

Änderungen bei Versicherungen

Neben der Altersvorsorge gelten ab sofort auch zahlreiche Änderungen bei anderen Versicherungen. So liegt z.B. die Beitragsbemessungsgrenze, bis zu der Arbeiter und Angestellte in der gesetzlichen Krankenversicherung verbleiben müssen, mit 3.825,00 Euro/Monat ab sofort mehr als 100 Euro höher als im vergangenen Jahr. Zudem erfolgten Änderungen an der Gebührenordnung für privatzahnärztliche Leistungen (GOZ): Vor allem Kronen, Brücken und Prothesen werden damit zum Teil deutlich teurer – sowohl für privat als auch für gesetzlich Versicherte.

Neue Steuersünder-CD bringt Betroffene in Bedrängnis

Oktober 16, 2011

Wenn es um das Thema Steuerhinterziehung geht, kennt man in der BRD keine Gnade. Steuersünder müssen mit immens hohen Strafen rechnen – zumal die Finanzbehörden auch nicht davor zurückscheuen, fragwürdige Wege einzuschlagen, wenn es um das Aufspüren der Übeltäter geht. Das beste Beispiel ist der Erwerb von Datenträgern, die sensible Kundendaten von Banken enthalten. Erst im vergangenen Jahr sorgten die Finanzbehörden kräftig für Schlagzeilen, als sie bekannt gaben, rund 2,5 Mio. Euro für eine CD mit entsprechenden Datensätze bezahlt zu haben.

Wie das Finanzmagazin „Capital“ mitteilt, haben die Steuerbehörden in NRW erneut die Chance ergriffen, als ihnen eine entsprechende Daten-CD angeboten wurde. Dieses Mal sollen die Daten von der HSBC Bank in Luxemburg stammen. Die CD soll insgesamt 3.000 Datensätze von deutschen Steuersündern enthalten.

Wie Informanten berichten, soll es sich bei den Daten um erstklassiges Material handeln. Die Daten-CD wurde angeblich schon vor mehreren Monaten erworben, sodass die Steuerfahnder schon gezielte Auswertungen treffen konnten. Die Auswertung soll unter größter Geheimhaltung erfolgt sein, weshalb die Inhaber entsprechender Schwarzkonten umso mehr zittern müssen. Das Problem für die Steuersünder besteht vor allem darin, dass die Ermittlungen längst am Laufen sind. Für die Steuersünder bedeutet dies, den Schaden nicht mehr per Selbstanzeige begrenzen zu können – sollten sie erwischt werden, wird es richtig schmerzhaft.

Falls jeder Datensatz für einen Steuersünder steht, dürfen sich die Finanzkassen schon einmal freuen. Beim vergangenen Daten-CD Fall, der letztlich rund 1.100 Steuersünder enttarnte, wurden Einnahmen von rund 400 Mio. Euro erzielt. Dementsprechend könnte jetzt noch wesentlich mehr Geld fließen.

Fiskus will Sparerfreibeträge genauer prüfen

März 11, 2011

In Deutschland profitieren Sparer vom sogenannten Sparerfreibetrag. Der Freibetrag sichert ihnen Steuerfreiheit bei Zinseinnahmen zu – zumindest bis in Höhe von 801 Euro pro Jahr. Lediglich Zinsseinnahmen, die über dem Freibetrag liegen, müssen mit dem individuellen Steuersatz versteuert werden.

Der Freibetrag kann auf einzelne Finanzprodukte frei aufgeteilt werden. Die Sparer bestimmen selbst, bei welchen Finanzdienstleistern sie den Freibetrag ausschöpfen und in welcher Höhe die Ausschöpfung erfolgen soll. So ist es beispielsweise möglich, 400 Euro für das Sparkonto bei der Hausbank einzutragen und die restlichen 401 Euro für eine Festgeldanlage bei der Direktbank zu nutzen.

Wie das Finanzmagazin „Capital“ schreibt, findet sich eine ganze Reihe an Sparern, die es mit der Aufteilung des Sparerfreibetrags nicht so genau nimmt. Einige Sparer überschreiten den Freibeitrag ganz bewusst und prellen somit den Fiskus um Steuereinnahmen. Sie können auf diese Weise verfahren, weil die Banken keine Möglichkeit haben, den Freibeitrag und dessen Aufteilung zu prüfen. Der Fiskus kann eine solche Prüfung vornehmen, jedoch gilt diese als äußerst aufwendig, da unzählige Kontrollmeldungen ausgewertet werden müssten.

Um diese Form der Steuerhinterziehung künftig zu unterbinden, will der Bundesrat ein neues Melde- und Überprüfungsverfahren einführen. Es wurde vorgeschlagen, ein elektronisches Verfahren einzuführen, damit Überprüfungen schnell und zuverlässig durchgeführt werden können.
Ob es tatsächlich zu einer solchen Umstellung kommen wird, kann augenblicklich noch nicht gesagt werden. Weil der Fiskus jedoch maßgeblich profitiert, ist davon auszugehen, dass die vorgeschlagene Umstellung tatsächlich angegangen wird. Für Sparer, die ihren Freibeitrag bewusst stärker als zulässig ausschöpfen, sollte dies ein Warnsignal sein.

Grundsteuer bei Mietausfall mindern

Februar 20, 2011

Betongold ist längst nicht so sicher wie häufig angenommen wird. Wer Immobilien vermietet, geht automatisch Risiken ein. Viele Eigentümer bedenken nicht, dass Mietausfälle auftreten können – dabei kommen sie deutlich häufiger vor als oftmals angenommen wird. Die Folgen können wiederum katastrophal sein: Die Immobilie verursacht Kosten, die in jedem Fall beglichen werden müssen. Hierzu zählt auch die Grundsteuer, die einmal im Jahr an den Fiskus entrichtet werden muss.

Allerdings ist eine Entrichtung der vollen Grundsteuer nicht immer erforderlich. Wie die Eigentümerschutz-Gemeinschaft „Haus & Grund“ mitteilt, haben Vermieter einen grundsätzlichen Anspruch auf den Erlass der Grundsteuer, sofern ein erheblicher Mietausfall vorliegt. Ob ein solcher Anspruch besteht, hängt davon ab, auf welche Höhe sich der Mietausfall beläuft. Der Ausfall der Mietzahlungen muss mindestens 50 Prozent des üblichen jährlichen Rohertrags betragen. Allerdings darf der Mietausfall nicht vom Vermieter verschuldet worden sein. Nur bei unverschuldeten Mietausfällen ist ein Grundsteuererlass möglich.

Erlassen wird allerdings nicht die gesamte Grundsteuer sondern lediglich ein Anteil. Sofern sich der Mietausfall auf mindestens 50 Prozent des sonst üblichen jährlichen Rohertrags beläuft, können 25 Prozent der Grundsteuer erlassen werden. Bei einem vollständigen Mietausfall ist ein Steuererlass von bis zu 50 Prozent möglich.

Der Grundsteuererlass kann nur erfolgen, wenn der Vermieter einen entsprechenden Erlassantrag stellt. Der Antrag ist je nach Bundesland bei der Gemeinde oder direkt beim Finanzamt einzureichen. Es ist zu berücksichtigen, dass der Antrag gründlich geprüft wird. Dementsprechend müssen alle relevanten Nachweise beigelegt oder nachgereicht werden. Die Einreichung des Antrags muss bis spätestens Ende März erfolgen.

Immobilienkauf vorziehen und Grunderwerbsteuer sparen

November 20, 2010

Im kommenden Jahr werden gleich mehrere Bundesländer die Grunderwerbsteuer erhöhen. Für Immobilienkäufer und Bauherren, die sich in Brandenburg, Bremen, Niedersachsen oder dem Saarland niederlassen möchten, gilt es sich daher zu überlegen, ob man einen für das nächste Jahr geplanten Immobilienerwerb womöglich vorzieht. Laut dem Wirtschafts- und Finanzmagazin „Capital“ lässt sich mit dieser Maßnahme eine beachtenswerte Steuerersparnis erzielen.

Wer eine Immobilie noch in diesem Jahr erwirbt, gibt dem Fiskus keine Chance: Erfolgt der Kauf in diesem Jahr, wird die Grunderwerbsteuer auf Basis des derzeit gültigen Steuersatzes errechnet. In allen vier genannten Bundesländern wäre dies ein Steuersatz von 3,5 Prozent. Die Bemessungsgrundlage bildet dabei der Kaufpreis. Damit der niedrigere Steuersatz gilt, muss der notarielle Kaufvertrag noch in diesem Jahr geschlossen werden.

Die stärkste Steueranhebung wird es in Brandenburg geben: Dort wird der Steuersatz gleich um 1,5 Prozent angehoben, sodass Käufer ab nächstem Jahr satte 5 Prozent an Grunderwerbsteuer entrichten müssen. Wer beispielsweise ein Eigenheim zum Preis von 200.000 Euro erwirbt, müsste also ganze 3.000 Euro mehr an Grunderwerbsteuer entrichten. Dies ist mehr Geld, als die meisten Immobilienkäufer pro Jahr bei ihrer Baufinanzierung tilgen.
In den anderen Bundesländern fallen die Steuererhöhungen nicht ganz so deutlich aus. Im Saarland gibt sich die Landesregierung vergleichsweise bescheiden: Ab nächstem Jahr wird ein Steuersatz von 4,0 Prozent gelten. In Bremen und Niedersachsen hat man sich auf einen Steuersatz von 4,5 Prozent verständigt.

Wer eine Immobilie in Schleswig-Holstein oder Niedersachsen erwerben möchte, kann sich noch ein wenig mehr Zeit lassen. Dort soll die Grunderwerbsteuer erst 2013 auf jeweils 5 Prozent erhöht werden.

Solidaritätszuschlag ist verfassungsgemäß

September 26, 2010

Der großen Mehrheit der Bevölkerung ist der Solidaritätszuschlag ein Dorn im Auge. Dies ist gut nachzuvollziehen, schließlich handelt es sich um eine Abgabe, die zusätzlich auf das Einkommen erhoben wird. In Abhängigkeit von der Höhe des Einkommens kann sich der Zuschlag auf bis zu 5,5 Prozent der Einkommensteuer belaufen. Würde der Staat diesen Aufschlag nicht erheben, hätten viele Bürger im Jahr ein paar hundert Euro mehr von ihrem Einkommen übrig.

Aufgrund der großen Unbeliebtheit haben schon mehrere Privatpersonen und Verbände versucht, gegen die Erhebung des Solidaritätszuschlags vorzugehen. Abgesehen von einer Klage konnten bisher keine großen Erfolge erzielt werden. Vor dem Finanzgericht Niedersachen war ein Kläger erfolgreich: Laut Ansicht des Klägers verstößt die Erhebung des Solidaritätszuschlags gegen das Grundgesetz und ist somit nicht verfassungsgemäß.

Aufgrund der erfolgreichen Klage in Niedersachen landete der Fall vor dem Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe. Dort sollte grundsätzlich die Frage geklärt werden, ob die Erhebung des Zuschlags in der Tat gegen das Grundgesetz verstößt und daher womöglich abgeschafft werden muss. Viele Menschen setzten große Hoffnungen in den Fall, doch mittlerweile steht fest, dass das Vorhaben einer Abschaffung gescheitert ist.
Die Richter des Bundesverfassungsgerichts haben die Hintergründe ausführlich erörtert und sind zum Entschluss gekommen, dass der Solidaritätszuschlag nicht gegen das Grundgesetz verstößt. Eine zuvor vom Finanzgericht Niedersachen entworfene Vorlage wurde verworfen.

Die Aussichten auf eine schnelle Abschaffung des Zuschlags wären damit erst einmal vom Tisch. Eine Abschaffung wäre daher nur noch über die Politik denkbar: Die Regierung könnte eine entsprechendes Gesetzesgrundlage schaffen. Doch in Zeiten knapper Haushaltskassen dürfte mit einem solchen Schritt nicht zu rechnen sein.

Viele Bundesländer wollen Grunderwerbsteuer erhöhen

August 28, 2010

Bis im zum September 2006 herrschte noch Gleichberechtigung: Der Bund schrieb vor, dass sich die Höhe der Grunderwerbsteuer einheitlich auf 3,5 Prozent des Kaufpreises beläuft. Danach wurde die Macht den Ländern übertragen, die seither selbst bestimmen können, wie hoch der Steuersatz bei der Grunderwerbsteuer bemessen sein soll.

Die Absicht dieser Verfahrensweise bestand darin, mehr Wettbewerb zwischen den einzelnen Bundesländern zu schaffen und somit ggf. die Steuerkosten für Immobilienkäufer zu senken. Allerdings wurde das Ziel nicht erreicht. Ganz im Gegenteil: Zunehmend mehr Länder möchten die Gewerbesteuer erhöhen und sie als lukrative Einnahmequelle nutzen. Den Anfang hatte Berlin gemacht. Gleich zu Beginn des Jahres 2007 wurde der Steuersatz von 3,5 auf 4,5 Prozent angehoben wurde. Im letzten Jahre haben die Bundesländer Hamburg und Sachsen-Anhalt nachgezogen und den Steuersatz ebenfalls auf 4,5 Prozent erhöht.

Wie das Wirtschaftsmagazin „Capital“ schreibt, wollen im kommenden Jahr gleich mehrere Bundesländer nachziehen. Länder wie Brandenburg und Bremen hatten bereits angekündigt, die Grunderwerbsteuer auf 4,5 (Bremen) und sogar 5,0 Prozent (Brandenburg) zu erhöhen. Nun planen auch Niedersachen und das Saarland den Dreh an der Steuerschraube. Während sich die Politiker im Saarland mit einer Erhöhung um 0,5 Prozent begnügen, möchte Niedersachsen ebenfalls auf 4,5 Prozent erhöhen.

Damit ist aber noch nicht Schluss: Schleswig-Holstein hat ebenfalls beschlossen, die Grunderwerbsteuer erhöhen zu wollen. Zwar lässt man sich dort ein wenig mehr Zeit (die Erhöhung des Steuersatzes soll erst 2013 erfolgen), aber dafür langt man so richtig zu: Satte 5,0 Prozent sollen dann berappt werden, wenn Immobilienkäufe anstehen.

Kosten für Arbeitszimmer dürfen abgesetzt werden

August 1, 2010

Bereits seit September vergangenen Jahres war es unter Vorbehalt möglich, die Kosten für ein häusliches Arbeitszimmer steuerlich geltend zu machen. Schon damals wurde davon ausgegangen, dass das Bundesverwaltungsgericht das Absetzen entsprechender Kosten wieder zulassen würde. So ist es nun gekommen. In der vergangenen Woche hat das Bundesverwaltungsgericht die bisher geltende Regelung zur steuerlichen Abzugsfähigkeit von häuslichen Arbeitszimmern gekippt.

Für all diejenigen, die von zu Hause aus arbeiten bzw. zumindest einen Teil ihrer Arbeitszeit zu Hause verbringen, bedeutet dies, bestimmte Ausgaben steuerlich wieder geltend machen zu dürfen. Wie die Medien bereits in aller Breite deutlich gemacht haben, zählen vor allem Lehrer zu den Gewinnern der Gerichtsentscheidung: Weil sie viele Arbeiten wie beispielsweise die Vorbereitung des Unterrichts zu Hause vornehmen, dürfen sie bestimmte Kosten absetzen. Aber auch viele weitere Berufsgruppen können von dieser Regelung profitieren. Entscheidend ist, dass ein ausreichender Teil der Arbeitszeit im Arbeitszimmer verbracht wird.

Wie „Focus Online“ mitteilt, gilt die neue Regelung ab sofort – und das sogar rückwirkend bis einschließlich 2007. Damit Erstattungen für bereits abgeschlossene Steuerzeiträume möglich sind, will das Bundesfinanzministerium sicherstellen, dass bisherige Steuerbescheide (von 2007 bis 2010) als vorläufig eingestuft werden. Dadurch wird den Steuerzahlern die Möglichkeit eingeräumt, Nachweise bei ihren Finanzämtern einzureichen und somit die Steuerlast vergangener Jahre zu verringern.

Zu den eigentlichen Kosten, die steuerlich geltend gemacht werden können, zählen Mieten und Versicherungsbeiträge. Über die Höhe des Abzugs entscheiden nicht nur die Kosten, sondern auch die Größe des Arbeitszimmers. In Relation zur gesamten Wohnfläche entscheidet die Grundfläche des Zimmers über den Anteil an den Gesamtkosten.

Häusliches Arbeitszimmer vorerst wieder absetzbar

September 18, 2009

Gute Nachricht für alle Lehrer, Außendienstler und andere Berufsgruppen: Das häusliche Arbeitszimmer kann vorerst wieder steuerlich geltend gemacht werden, zumindest zum Teil. Wie u.a. Welt online berichtet hegt der Bundesfinanzhof (BFH) in München Zweifel, ob die bisherige Regelung verfassungskonform ist.

Das Thema wieder interessant gemacht hat jüngst eine Klage eines Lehrers: Dieser forderte gerichtlich die steuerliche Absetzung seines Arbeitszimmers ein, da ihm im konkreten Fall kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht. Der Bundesfinanzhof entschied nun, dass sich der Lehrer einen Freibetrag auf seine Lohnsteuerkarte eintragen lassen könne – und öffnete so Tür und Tor für andere Steuerzahler mit heimischem Office.

Seit 2007 sieht die Regelung vor, dass Steuerzahler nachweisen mussten, dass ihr Heimbüro tatsächlich ihren Arbeitsplatz darstellt, also auch zum überwiegenden Teil zur Arbeit genutzt wird. Standen Lehrern, Dozenten oder Außendienstlern andere Arbeitsplätze vor Ort bzw. im Unternehmen zur Verfügung, konnte das Arbeitszimmer nicht steuerlich geltend gemacht werden. Nun ist es ihnen möglich, ihre steuerliche Monatsbelastung mit einem Eintrag auf ihrer Lohnsteuerkarte zu reduzieren. Nachteil: Sollte das Finanzamt den Abzug doch nicht akzeptieren, droht eine saftige Nachzahlung.

Der aktuelle Fall – nur einer von vielen derzeit – wurde beim BFH im Eilverfahren entschieden. Grund dafür war, dass es sich dabei um eine Entscheidung zum „unterjährigen“ Lohnsteuerabzug handelt. Ein Freibetrag verringert diesen steuerlichen Abzug – es bleibt mehr Brutto vom Netto übrig. Indem der Freibetrag gewährt wird, gewähren Steuerzahler mit Anspruch auf Absetzung ihres häuslichen Arbeitszimmers dem Fiskus kein zinsloses Darlehen mehr. Eine abschließende Entscheidung zum Thema durch das Bundesverfassungsgericht steht noch aus.

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