Geld und Finanzen: Das ändert sich 2012

Januar 2, 2012

Mit dem neuen Jahr treten wie üblich auch in 2012 zahlreiche Neuerungen in Kraft. Verbraucher im Allgemeinen, insbesondere aber Sparer, Anleger und Vorsorgetreibende sollten sich genau darüber informieren, wo welche Änderungen eintreten – und wie sie in diesem Jahr am besten davon profitieren können.

Änderungen bei der Altersvorsorge

Im Bereich der Altersvorsorge gelten ab sofort gleich mehrere Neuregelungen. So liegt der Garantiezins (z.B. bei Lebensversicherungen) ab sofort bei 1,75 statt 2,25 Prozent. Dennoch kann sich auch in 2012 noch ein Abschluss lohnen: Dank Überschüssen fällt die Rente, die im Schadensfall bzw. beim Auslaufen des Vertrages ausgezahlt wird, meist deutlich höher als die Garantierente aus.
In Sachen Rente sollten Verbraucher nun wissen, dass sich ab sofort das Mindestrentenalter erhöht – sowohl bei Lebensversicherungen als auch bei Riester Rente, Rürup Rente und betrieblicher Altersvorsorge. Rürup-Sparer können ab sofort mehr Beiträge von der Steuer absetzen, Rürup-Rentner müssen aber auch höhere Steuern (64 statt 62 Prozent) zahlen. Für Riester-Sparer gilt, dass sämtliche Sparer einen einheitlichen Sockelbetrag von vier Prozent des Vorjahresgehalts, mindestens aber 60 Euro pro Jahr entrichten müssen. Wer zu wenig Eigenanteil eingezahlt hat, kann nicht gezahlte Beiträge auch nachträglich entrichten und muss dann nicht die Förderung zurückzahlen.

Änderungen beim Girokonto

Die meisten Verbraucher haben bereits im Dezember mitbekommen, dass Girokonten ab sofort nicht mehr vor Pfändung geschützt sind. Wer ein Kandidat für Pfändungen ist, sollte ein sogenanntes Pfändungsschutzkonto (P-Konto) in Erwägung ziehen. Hier fallen zumindest derzeit zwar noch höhere Kontoführungsgebühren an – dafür ist auf einem solchen Girokonto das Existenzminimum von 1028,89 Euro sicher.
Bislang weniger bekannt ist, dass Banküberweisungen ab sofort schneller erfolgen. Ein online erteilter Auftrag darf nur noch einen Tag dauern. Bei Überweisung per Überweisungsträger muss die Gutschrift spätestens nach zwei Tagen erfolgen.

Änderungen bei Steuern

Im Hinblick auf Steuern sehen die neuen Regeln Vereinfachungen und Verbesserungen vor. So erhöht sich die Pauschale für Werbungskosten von 920 auf 1.000 Euro. Kinderbetreuungskosten können ab dem kommenden Jahr zu zwei Dritteln steuerlich geltend gemacht werden. Vereinfacht wird zudem die Berechnung der Entfernungskostenpauschale. In Sachen Kindergeld profitieren all die Familien, in denen der Sprössling einem Nebenjob nachgeht. Die Summe der Einkünfte spielt nun keine Rolle mehr – die bisherige Bewilligungsgrenze von 8004 Euro pro Jahr entfällt.

Änderungen bei Versicherungen

Neben der Altersvorsorge gelten ab sofort auch zahlreiche Änderungen bei anderen Versicherungen. So liegt z.B. die Beitragsbemessungsgrenze, bis zu der Arbeiter und Angestellte in der gesetzlichen Krankenversicherung verbleiben müssen, mit 3.825,00 Euro/Monat ab sofort mehr als 100 Euro höher als im vergangenen Jahr. Zudem erfolgten Änderungen an der Gebührenordnung für privatzahnärztliche Leistungen (GOZ): Vor allem Kronen, Brücken und Prothesen werden damit zum Teil deutlich teurer – sowohl für privat als auch für gesetzlich Versicherte.

Interesse an Publikumsfonds lässt spürbar nach

November 18, 2011

Glaubt man den Umfragen zum Anlageverhalten der Deutschen, sind Investmentfonds und generell Wertpapiere den meisten Sparern völlig schnuppe. Sie rangieren seit der Finanzkrise 2008 unter „ferner liefen“, rappelten sich zwischenzeitlich kurz auf, ehe ihnen die Eurokrise jetzt erneut einen Strich durch die Rechnung machte. Das Gefühl der Unsicherheit verleitet Verbraucher dazu, sich neue Ufer zu suchen, die da heißen Tagesgeld und Gold – Hauptsache irgendwie sicher. Nach einer Aussage der Ascent AG sind in Deutschland schon mehr als 11.000 Investmentfonds zugelassen.

Zumindest eine erfreuliche Nachricht gibt es für die Fondsbranche: Panikverkäufe, wie sie vor ein paar Jahren noch üblich waren, sind bis jetzt nicht zu beobachten. Gleichwohl dünnen viele Anleger ihre Depots aus oder überarbeiten ihr Portfolio.

Konkrete Zahlen dazu nennt der Bundesverband Investment und Asset Management e.V. (BVI). Bei Spezialfonds hielten sich Ab- und Zuflüsse weitgehend die Waage. Klassische Publikumsfonds hingegen verzeichneten ein Minus von satten 2,8 Milliarden Euro. Unter dem Strich steht aber nach wie vor ein kleines Plus. Das dritte Quartal schnitt mit einem Nettozufluss von 0,2 Milliarden Euro ab. Der Hauptgeschäftsführer des BVI, Thomas Richter, erklärt dazu in einer Pressemitteilung: „Trotz der Spannungen im Euroraum und der Turbulenzen an den Kapitalmärkten agierten die Fondsanleger im dritten Quartal erstaunlich ruhig und gelassen.“

Gewinner waren Geldmarktfonds. Sie legten im September um 0,4 Milliarden Euro zu. In offene Immobilienfonds – obwohl aktuell wieder Fonds abgewickelt werden – wurden netto 0,1 Milliarden Euro mehr investiert. Auf dem absteigenden Ast befinden sich Aktienfonds. Sie kommen auf ein Minus von 1,9 Milliarden Euro. Differenziert man die breite Angebotspalette an Aktienfonds, sind für die Mittelabflüsse in erster Linie Fonds verantwortlich, die weltweit investieren. Ebenfalls schlechter abgeschnitten haben Mischfonds und Rentenfonds mit jeweils minus 0,3 Milliarden Euro.

10 Jahre Riester Rente: Finanztest zieht Bilanz

Oktober 23, 2011

Die Riester Rente wird in diesem Jahr zehn Jahre alt und musste während dieser Zeit jede Menge Kritik einstecken. Zu den wenigen Verfechtern der staatlich geförderten Altersvorsorge zählte u.a. auch immer die Stiftung Warentest bzw. deren Finanzableger Finanztest. Die gab zum 10-jährigen Jubiläum der Riester Rente nun eine Presseerklärung heraus – und distanziert sich erstmals ein wenig davon.

Grundsätzlich ist die Riester Rente bei den Verbrauchern nach anfänglichen Startschwierigkeiten durchaus beliebt: Knapp 37 Milliarden Euro stecken und fast 15 Millionen Verträgen. Das Problem dabei ist jedoch, dass nicht jeder Kunde einen Riester Vertrag besitzt, der zu ihm passt. Und nicht jeder Kunde nutzt auch sämtliche Fördermöglichkeiten optimal aus. Die Folge: Verschenkte Förderung und eine u.U. zu teure Vorsorge.

Die Stiftung Warentest weist darauf hin, dass die Riester Rente 10 Jahre nach ihrer Einführung noch immer an „Kinderkrankheiten“ leide. So gibt es durchaus Vermittler, die Interessenten unpassende Riester Produkte verkaufen. Ein falsches Riester Produkt könnte die Rendite der Anlage jedoch deutlich mindern. Die Sparer ihrerseits sind bereit, praktisch alles zu glauben und zu kaufen, was der Vermittler ihnen präsentiert – für sie ist das „Prädikat Riester“ oftmals ein Garant für staatlich geprüfte und somit gute Produkte. Dabei ist die Riester-Zertifizierung keineswegs ein Gütesiegel. Welche Riester-Angebote und Offerten der Assekuranzen sich wirklich lohnen, hat die Stiftung Warentest genauer untersucht. Die Ergebnisse sind in der November-Ausgabe der Zeitschrift Finanztest nachzulesen.

Neue Steuersünder-CD bringt Betroffene in Bedrängnis

Oktober 16, 2011

Wenn es um das Thema Steuerhinterziehung geht, kennt man in der BRD keine Gnade. Steuersünder müssen mit immens hohen Strafen rechnen – zumal die Finanzbehörden auch nicht davor zurückscheuen, fragwürdige Wege einzuschlagen, wenn es um das Aufspüren der Übeltäter geht. Das beste Beispiel ist der Erwerb von Datenträgern, die sensible Kundendaten von Banken enthalten. Erst im vergangenen Jahr sorgten die Finanzbehörden kräftig für Schlagzeilen, als sie bekannt gaben, rund 2,5 Mio. Euro für eine CD mit entsprechenden Datensätze bezahlt zu haben.

Wie das Finanzmagazin „Capital“ mitteilt, haben die Steuerbehörden in NRW erneut die Chance ergriffen, als ihnen eine entsprechende Daten-CD angeboten wurde. Dieses Mal sollen die Daten von der HSBC Bank in Luxemburg stammen. Die CD soll insgesamt 3.000 Datensätze von deutschen Steuersündern enthalten.

Wie Informanten berichten, soll es sich bei den Daten um erstklassiges Material handeln. Die Daten-CD wurde angeblich schon vor mehreren Monaten erworben, sodass die Steuerfahnder schon gezielte Auswertungen treffen konnten. Die Auswertung soll unter größter Geheimhaltung erfolgt sein, weshalb die Inhaber entsprechender Schwarzkonten umso mehr zittern müssen. Das Problem für die Steuersünder besteht vor allem darin, dass die Ermittlungen längst am Laufen sind. Für die Steuersünder bedeutet dies, den Schaden nicht mehr per Selbstanzeige begrenzen zu können – sollten sie erwischt werden, wird es richtig schmerzhaft.

Falls jeder Datensatz für einen Steuersünder steht, dürfen sich die Finanzkassen schon einmal freuen. Beim vergangenen Daten-CD Fall, der letztlich rund 1.100 Steuersünder enttarnte, wurden Einnahmen von rund 400 Mio. Euro erzielt. Dementsprechend könnte jetzt noch wesentlich mehr Geld fließen.

EZB lässt den Leitzins unverändert bei 1,5 Prozent

Oktober 9, 2011

Am Donnerstag wartete die Finanzwelt gespannt auf die Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB). Im Vorfeld wurde sehr viel über mögliche Szenarien spekuliert, weil die Situation an den Zinsmärkten als sehr schwierig gilt. Zum einen befindet sich der Leitzins immer noch auf sehr niedrigem Niveau – und die Stimmen der Niedrigzinskritiker mehren sich. Die niedrigen Zinsen könnten die Inflation verstärken. Zum anderen möchte die EZB keinen unnötigen Druck auf die Wirtschaft ausüben. Die Angst, damit das Wirtschaftswachstum abzuwürgen, ist zu groß.

So kam es dann wie es kommen musste: Die EZB Banker kündigten an, den Leitzins voerst unverändert lassen zu wollen. Damit steht der Leitzins unverändert bei 1,5 Prozent. Bei den letzten beiden Leitzinsentscheidungen wurde der Zinssatz noch erhöht. Nun scheint es so, als sollten weitere Erhöhungen erst einmal ausbleiben.

Ob man die Entscheidung der EZB positiv oder negativ wertet, hängt vor allem davon ab, welche persönlichen Interessen verfolgt werden. Bauherren dürften allen Grund zur Freude haben. Das Baugeld ist derzeit sehr günstig – und letztlich signalisiert das Ausbleiben einer weiteren EZB Leitzinserhöhung einen stabilen Zinsmarkt. Dass Baugeld in den nächsten Wochen oder Monaten signifikant teurer wird, gilt daher als unwahrscheinlich.

Weniger Grund zur Freude dürften die Sparer haben. Die letzte Leitzinserhöhung führte dazu, dass etliche Banken ihre Konditionen für Tagesgeld- und Festgeldanlagen verbesserten. Weitere Zinserhöhungen gelten nun eher als unwahrscheinlich – die Hoffnungen auf weitere Zinserhöhungen wurden von der EZB erst einmal zerstört. Erste Banken (wie zum Beispiel die Mercedes-Benz Bank) haben sogar Zinssenkungen angekündigt. Dort sollten Anleger handeln, um sich noch die alten Zinskonditionen zu sichern.

Finanztransaktionssteuer könnte vor allem Sparern schaden

Oktober 1, 2011

Schon seit mehr als einem guten Jahr wird von den EU-Politikern über das Für und Wider einer europaweiten Finanztransaktionssteuer diskutiert. Bis vor wenigen Wochen sah es noch danach aus, als ob sich Deutschland gegen diese Steuer ausspricht. Doch nun hat sich die Situation grundlegend geändert: Die Staatsoberhäupter von Frankreich und Deutschland machen sich relativ überraschend für die Finanztransaktionssteuer stark – und einige Politiker verhalten sich so, als ob die Steuer so gut wie beschlossen sei.

Das Konzept der Finanztransaktionssteuer sieht vor, ausgewählte Finanztransaktionen zu besteuern. Ob alle oder lediglich grenzüberschreitende Transaktionen der Besteuerung unterliegen sollen, ist bislang noch nicht geklärt. Allerdings wäre es denkbar, dass in der Tat sämtliche Transaktionen besteuert werden, weil dies für die einzelnen Länder bedeuten würde, dass sie stattliche Steuereinnahmen erzielen. Ersten Berechnungen zufolge könnte sich die deutsche Staatskasse dank der Steuer über einen jährlichen Mittelzufluss in Höhe von 20 Milliarden Euro freuen.

Allerdings wird das Vorhaben von zahlreichen Seiten äußerst kritisch betrachtet. Vor allem die Finanzunternehmen machen sich gegen die Steuerpläne stark. Dabei haben es die institutionellen Investoren noch vergleichsweise gut: Sie können Schlupflöcher nutzen, sodass längst nicht alle Transaktionen besteuert werden müssen. Großbritannien spricht sich beispielsweise gegen die Steuer aus – sollte die Steuer in Deutschland eingeführt werden, würde der Handelsplatz London stark profitieren.

Kritiker der Steuer rechnen damit, dass die Handelsorte einfach verlegt werden und die Finanzunternehmen daher nur geringfügig zur Kasse gebeten werden. Die größten Verlierer könnten die Sparer sein. Sie müssten die Steuer ggfs. entrichten, was die ohnehin schon niedrigen Renditen noch stärker reduzieren würden.

Einlagensicherung: Garantien für Sparer werden herabgesetzt

September 25, 2011

Viele deutsche Sparer standen im Jahr 2008 regelrecht unter Schock, als die große isländische Kaupthing Bank in die Pleite rutschte und plötzlich die Angst aufkam, man könnte seine Spareinlagen nicht zurück erhalten. Zahlreiche Sparer aus Deutschland hatten ihre Ersparnisse bei dem isländischen Geldinstitut angelegt, weil zuvor mit einer hohen Verzinsung gelockt wurde.

Seit diesem Vorfall ist nahezu jedem Sparer bewusst, dass deutsche Geldhäuser eine bessere Absicherung versprechen. Die Regierung hatte nämlich ordentlich Druck gemacht: Bei deutschen Banken sind Bankguthaben per Gesetz bis in Höhe von 100.000 Euro zu 100 Prozent abgesichert. Zahlreiche Banken bieten sogar eine noch wesentlich höhere Absicherung an. Dies trifft insbesondere für die Privatbanken zu, die in Sachen Einlagensicherung auf den Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB) setzen. Geldinstitute, die sich der Einlagensicherung des Verbandes angeschlossen haben, bieten pro Kunde eine Guthabensicherung in Millionenhöhe. Am Donnerstag teilte der Verband jedoch mit, dass man die Absicherungssumme senken möchte. Die Absenkung soll allerdings nicht von heute auf morgen sondern stattdessen mittelfristig in zwei Stufen erfolgen. Für Anfang 2015 ist die erste Abstufung angedacht, die zu einer Einlagensicherung von 750.000 Euro führt. Im Jahr 2025 soll die Absicherung bei maximal 437.500 Euro pro Kunde liegen.

Prozentual betrachtet handelt es sich hierbei um einen immens starken Einschnitt. Allerdings brauchen Sparer deswegen nicht besorgt sein – die meisten Zinsanleger dürften mit der Absicherungsgrenze von 437.500 Euro immer noch bestens bedient sein, weil sich ihre Bankguthaben ohnehin nicht auf derart hohe Werte belaufen. Vermögende Sparer, die von dieser Änderung tatsächlich betroffen sind, können ihre Spareinlagen auf mehrere Banken verteilen (was ohnehin als sinnvoll gilt), um für eine weiterhin 100-prozentige Absicherung zu sorgen.

Aktien: Der nächste Kurssturz kommt schneller als man denkt

September 19, 2011

Am letzten Handelstag an der Börse gab es eine große Überraschung. Am Freitag zogen die Aktienkurse zahlreicher Unternehmen ungemein an, sodass teilweise schon von einer kleinen Börsenrallye gesprochen wurde. Für viele Marktteilnehmer kam diese Entwicklung vollkommen überraschend, zumal es in den vergangenen Wochen fast durchweg nur bergab ging.

Die Kursanstiege von Donnerstag und Freitag können in der Tat als außerordentlich bezeichnet werden. Ungefähr eine Woche zuvor waren die Aktienmärkte noch dabei, neue Tiefstände auszuloten: Die Grenze von 5.000 Zählern im DAX wurde mehrfach angetastet. Doch am Freitag schloss der DAX mit mehr als 5.500 Zählern, zeitweise wurden sogar mehr als 5.600 Zähler gemessen.
Vielen Privatanlegern stellt sich nun die Frage, ob es eine neue Rallye gibt und ob sie einsteigen sollten. Allerdings ist diese Frage nur äußerst schwer zu beantworten. Das Problem besteht darin, dass der Markt keine klare Richtung vorgibt. Es wäre durchaus denkbar, dass die Kursstürze der vergangenen Wochen nichts anderes als Wertkorrekturen waren und sich die Börsen nun wieder normal entwickeln können. Auf der anderen Seite kann es ebenso passieren, dass die Märkte wieder deutlich ins Minus drehen und sich die Kursrückgänge noch einige Wochen oder sogar Monate fortsetzen.

Alles in allem ist große Vorsicht angesagt – immerhin haben die letzten Wochen gezeigt, dass nicht nur große Gewinne sondern auch stattliche Verluste möglich sind. Anleger, die nicht abwarten möchten, sollten zumindest vorsichtig sein. Es empfiehlt sich, auf eine breite Streuung zu setzen, indem beispielsweise Indexfonds gekauft werden. Außerdem sollte nicht das gesamte Kapital eingesetzt werden, um notfalls nachkaufen zu können.

RWB AG – Dreifacher Inflationsschutz mit Private Equity Dachfonds

September 19, 2011

Die deutschen Kapitalanleger rechnen in den nächsten Monaten mit steigenden Preisen. Diese Sorgen sind berechtigt. Nicht nur die auf politischen Druck gestiegene Geldmenge gibt Anlass zur Sorge. Die steigenden Rohstoff- und Importpreise wirken sich unmittelbar preistreibend aus. Die Inflation steht vor Tür. Und nicht nur im Euro-Raum.

Was passiert mit dem Wert meiner Private Equity Beteiligung, wenn die Inflation kommt, fragen sich viele RWB Investoren?

Grundsätzlich beschreibt Inflation (Geldentwertung) immer ein relatives Verhältnis vom Geldwert zum Wert von Sachwerten (bzw. Produkten und Dienstleistungen). Beides muss im Gleichgewicht sein. Verändert sich das Verhältnis, entweder durch zu schnelles Wachstum der Geldmenge (z.B. ungedecktes Geld wird gedruckt) oder durch plötzliche Reduzierung der vorhandenen Sachwerte (wie bspw. durch Naturkatastrophe, Krieg, Rohstoffmangel) kommt es zu einer Geldentwertung.
Welche Ursache die Inflation auch immer hat, sie ist per Definition eine Wertminderung des Geldes, so dass der Geldinhaber für seinen Geldbestand im Zeitverlauf immer weniger Sachwerte erwerben kann. Der Verlust an Vermögenssubstanz des Einzelnen durch eine Inflation kann also denklogisch vor allem dann eintreten, wenn vorrangig Geldvermögen (wie Bargeld, Giroguthaben etc.) oder geldmarktnahe Anlagen (wie Sparbuch, festverzinsliche Forderungen mit Zinsen unter der Inflationsrate) vorhanden sind.

Unternehmen repräsentieren in erster Linie Sachwerte in vielfältigster Form wie Maschinen, Betriebsgebäude und -grundstücke, Rohstoffe, Patente etc. Diese Sachwerte werden im betriebswirtschaftlichen Herstellungsprozess durch menschliche Arbeit miteinander kombiniert. Es entstehen neue Sachwerte und Dienstleistungen, deren Wert regelmäßig über dem anteiligen Wert der eingeflossenen Werte liegt.

Private Equity ist die Beteiligung am Eigenkapital von Unternehmen. Der Private Equity Investor wird rechtlich gesehen Eigentümer des Unternehmens und damit wirtschaftlich betrachtet auch Eigentümer der Sachwerte, die in ihrer Gesamtheit das Unternehmen ausmachen. Über die Eigentümerstellung steht ihm aber auch die im betrieblichen Wertschöpfungsprozess erzielte Wertschöpfung (Mehrwert) zu.

Kommt es jetzt zu einer Inflation ist der Unternehmenseigentümer also doppelt, genauer betrachtet dreifach, geschützt.

Erstens sind Sachwerte per se nicht von einer Inflation betroffen. Ihr in Geldeinheiten ausgerückter Wert steigt – insbesondere bei einer durch eine Geldmengensteigerung ausgelösten Inflation – mehr oder weniger proportional zur Inflationsrate.

Zweitens bilden die von der Summe der Unternehmen angebotenen Produkte und Dienstleistungen ja genau die materielle Basis eines „Warenkorbes“ an Produkten und Dienstleistungen, deren Preissteigerung durch eine Inflationsrate gemessen bzw. widergespiegelt wird. Ist man also an einer hinreichend großen Menge an Unternehmen beteiligt, deren Produkte wiederum einen entsprechend repräsentativen „Warenkorb“ darstellen, steigen die Gesamteinnahmen der Unternehmen praktisch im Gleichlauf mit der Inflationsrate. Nicht nur die zur Produktion notwendigen Sachwerte und damit die Substanz der Unternehmen bleiben somit wertstabil, auch die laufenden Einnahmen entwickeln sich tendenziell parallel zur Inflationsrate.

Drittens sind Unternehmen in der Regel zu großen Teilen fremdfinanziert, d.h. sie haben sich langfristig Kapital von Banken und Versicherungen zu einem festen Zinssatz geliehen. Der Wert dieser Schulden, die ja in Geldwerten ausgedrückt werden, sinkt in einer Inflation.

Wer, wie die meisten Deutschen mit einer steigenden Inflation rechnet, ist also mit der Investition in breit streuende Private Equity Dachfonds nicht nur vor inflationsbedingten Vermögensverlusten geschützt, er profitiert sogar davon. Mehr Informationen finden Sie auf den Seiten der RWB AG Akademie.

Aufgepasst bei der Spekulation mit Edelmetallen

September 11, 2011

Privatanleger, die sich vor einigen Jahren mit Edelmetallen wie Gold und Silber eingedeckt haben, können sich über einen beträchtlichen Wertzuwachs freuen – besonders diese beiden Edelmetalle haben deutlich an Wert zugelegt. Aufgrund dieser Wertentwicklung sowie der zunehmenden Angst vor Inflation oder Währungskollaps ist es nicht verwunderlich, dass immer mehr Privatpersonen auf Edelmetalle setzen bzw. diese erwerben.

Aber es gibt private Anleger, die noch einen ganzen Schritt weitergehen. Anstatt die Edelmetalle in Form von Barren oder Münzen zu erwerben, spekulieren sie mit Zertifikaten oder Optionsscheinen. Entsprechende Derivate erlauben es, auf die Preisentwicklung der Edelmetalle zu spekulieren – und das nicht nur auf steigende sondern auch auf fallende Kurse. Zugleich ist es möglich, mit Hebeln zu arbeiten und somit die Renditen zu vervielfachen.

Wie aus Fachkreisen bzw. von Mitarbeitern einzelner Onlinebroker zu hören ist, gibt es immer mehr Privatanleger, die sich für entsprechende Wertpapiere begeistern können. Die Anzahl der Personen, die mit Derivaten auf die Preisentwicklung von Edelmetallen spekulieren, hat deutlich zugenommen. Viele dieser Anleger unterschätzen jedoch die Risiken, die sie mit ihren Investments eingehen. Gold und Silber werden von vielen Anlageexperten zur Absicherung empfohlen. Allerdings gelten diese Ratschläge nur für den Erwerb physischer Edelmetalle. Wer mit Optionsscheinen oder Zertifikaten spekuliert, geht oft wesentliche höhere Risiken ein, die sogar einen Totalverlust bedeuten können.

In den vergangenen Monaten konnten Anleger mit entsprechenden Papieren beachtenswerte Gewinne einfahren. Allerdings darf nicht vergessen werden, dass sich die Situation am Markt schnell ändern kann – wenn sich der Markt dreht, kann das eingesetzte Kapital unter Umständen ganz schnell verloren gehen.

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