Interesse an Publikumsfonds lässt spürbar nach

November 18, 2011

Glaubt man den Umfragen zum Anlageverhalten der Deutschen, sind Investmentfonds und generell Wertpapiere den meisten Sparern völlig schnuppe. Sie rangieren seit der Finanzkrise 2008 unter „ferner liefen“, rappelten sich zwischenzeitlich kurz auf, ehe ihnen die Eurokrise jetzt erneut einen Strich durch die Rechnung machte. Das Gefühl der Unsicherheit verleitet Verbraucher dazu, sich neue Ufer zu suchen, die da heißen Tagesgeld und Gold – Hauptsache irgendwie sicher. Nach einer Aussage der Ascent AG sind in Deutschland schon mehr als 11.000 Investmentfonds zugelassen.

Zumindest eine erfreuliche Nachricht gibt es für die Fondsbranche: Panikverkäufe, wie sie vor ein paar Jahren noch üblich waren, sind bis jetzt nicht zu beobachten. Gleichwohl dünnen viele Anleger ihre Depots aus oder überarbeiten ihr Portfolio.

Konkrete Zahlen dazu nennt der Bundesverband Investment und Asset Management e.V. (BVI). Bei Spezialfonds hielten sich Ab- und Zuflüsse weitgehend die Waage. Klassische Publikumsfonds hingegen verzeichneten ein Minus von satten 2,8 Milliarden Euro. Unter dem Strich steht aber nach wie vor ein kleines Plus. Das dritte Quartal schnitt mit einem Nettozufluss von 0,2 Milliarden Euro ab. Der Hauptgeschäftsführer des BVI, Thomas Richter, erklärt dazu in einer Pressemitteilung: „Trotz der Spannungen im Euroraum und der Turbulenzen an den Kapitalmärkten agierten die Fondsanleger im dritten Quartal erstaunlich ruhig und gelassen.“

Gewinner waren Geldmarktfonds. Sie legten im September um 0,4 Milliarden Euro zu. In offene Immobilienfonds – obwohl aktuell wieder Fonds abgewickelt werden – wurden netto 0,1 Milliarden Euro mehr investiert. Auf dem absteigenden Ast befinden sich Aktienfonds. Sie kommen auf ein Minus von 1,9 Milliarden Euro. Differenziert man die breite Angebotspalette an Aktienfonds, sind für die Mittelabflüsse in erster Linie Fonds verantwortlich, die weltweit investieren. Ebenfalls schlechter abgeschnitten haben Mischfonds und Rentenfonds mit jeweils minus 0,3 Milliarden Euro.

Aktien: Der nächste Kurssturz kommt schneller als man denkt

September 19, 2011

Am letzten Handelstag an der Börse gab es eine große Überraschung. Am Freitag zogen die Aktienkurse zahlreicher Unternehmen ungemein an, sodass teilweise schon von einer kleinen Börsenrallye gesprochen wurde. Für viele Marktteilnehmer kam diese Entwicklung vollkommen überraschend, zumal es in den vergangenen Wochen fast durchweg nur bergab ging.

Die Kursanstiege von Donnerstag und Freitag können in der Tat als außerordentlich bezeichnet werden. Ungefähr eine Woche zuvor waren die Aktienmärkte noch dabei, neue Tiefstände auszuloten: Die Grenze von 5.000 Zählern im DAX wurde mehrfach angetastet. Doch am Freitag schloss der DAX mit mehr als 5.500 Zählern, zeitweise wurden sogar mehr als 5.600 Zähler gemessen.
Vielen Privatanlegern stellt sich nun die Frage, ob es eine neue Rallye gibt und ob sie einsteigen sollten. Allerdings ist diese Frage nur äußerst schwer zu beantworten. Das Problem besteht darin, dass der Markt keine klare Richtung vorgibt. Es wäre durchaus denkbar, dass die Kursstürze der vergangenen Wochen nichts anderes als Wertkorrekturen waren und sich die Börsen nun wieder normal entwickeln können. Auf der anderen Seite kann es ebenso passieren, dass die Märkte wieder deutlich ins Minus drehen und sich die Kursrückgänge noch einige Wochen oder sogar Monate fortsetzen.

Alles in allem ist große Vorsicht angesagt – immerhin haben die letzten Wochen gezeigt, dass nicht nur große Gewinne sondern auch stattliche Verluste möglich sind. Anleger, die nicht abwarten möchten, sollten zumindest vorsichtig sein. Es empfiehlt sich, auf eine breite Streuung zu setzen, indem beispielsweise Indexfonds gekauft werden. Außerdem sollte nicht das gesamte Kapital eingesetzt werden, um notfalls nachkaufen zu können.

Mutige Privatanleger decken sich mit Aktien ein

August 20, 2011

Innerhalb weniger Tage sind die großen Aktienindizes stark eingebrochen. Vor allem der DAX ist deutlich abgesackt: Vor weniger als zweieinhalb Wochen stand er noch bei mehr als 7.300 Zählern, nun wurde zwischenzeitlich die Grenze von 5.400 Zählern unterschritten. Experten sprechen bereits jetzt von einer der stärksten Marktkorrekturen aller Zeiten.

Anders als bei vielen anderen Kurseinbrüchen gab es kaum schlechte Nachrichten. Vielmehr scheint sich der Markt selbst zu bereinigen – und deshalb gibt es viele Anleger, die große Chancen für einen Wiedereinstieg sehen. Dies trifft besonders für die privaten Anleger zu, von denen sich die ersten nun an die Börse wagen.
Beim letzten großen Wertzuwachs am deutschen Aktienmarkt waren viele Aktienanleger nicht an Bord. Sie waren in der Finanzkrise oder teilweise sogar schon davor ausgestiegen und hatten den rechtzeitigen Anstieg regelrecht verpasst. In dieser Zeit haben vor allem die institutionellen Anleger den großen Reibach gemacht und von Quartal zu Quartal hohe Milliardengewinne eingefahren. Wie das Wirtschaftsmagazin „Capital“ schreibt, wurden die Kursrückgänge der vergangenen Tage von zahlreichen mutigen Privatanlegern genutzt, um sich günstig mit Aktien einzudecken. Das Magazin stützt sich auf Aussagen eines Onlinebrokers, der eine deutliche Zunahme entsprechender Transaktionen festgestellt hat.

Ob es sich beim Einstieg in die Aktienmärkte um eine clevere Entscheidung handelt, vermag niemand zu sagen. Es wäre denkbar, dass DAX und Co in den kommenden Monaten tatsächlich wieder stark anziehen. Allerdings könnte die Talfahrt auch noch eine ganze Weile anhalten. Privatanleger, die ihre Ersparnisse bereits für bestimmte Anschaffungen eingeplant haben, sollten deshalb besser abwarten.

Vorsicht bei Edelholz-Anlagen

Juni 12, 2011

Wer viel im Internet unterwegs ist, wird mit Sicherheit schon mehrfach auf Werbebanner, Popup-Fenster und ähnliche Werbemittel gestoßen sein, in denen sogenannte Edelholz-Anlagen beworben werden. Auf den ersten Blick wirken die Anlageprodukte äußerst interessant, schließlich versprechen sie nicht nur gute Renditen, sondern leisten außerdem einen Beitrag zum Umweltschutz.

Die Anlageidee ist vergleichsweise simpel: Im Ausland soll das Kapital in Baumplantagen investiert werden. Dort werden Edelhölzer bzw. entsprechende Bäume gepflanzt, die später beim Verkauf satte Gewinne bringen sollen. Prinzipiell ist dieses Konzept äußerst interessant: Edelhölzer haben im Wert deutlich zugelegt und weitere Preissteigerungen sind möglich. Außerdem könnte der Umwelt hierdurch in der Tat geholfen werden.

Allerdings bringen derartige Fondsanlagen (die meisten dieser Anlagekonzepte werden mit Fonds umgesetzt) auch Risiken mit sich. Das größte Risiko besteht darin, dass die Fondsgelder im Ausland investiert werden – vorrangig in Südamerika. Investoren können nur bedingt überprüfen, ob die Gelder dort vollständig ankommen, wie sie investiert werden und ob man effizient wirtschaftet. Zugleich kann im Pleitefall nicht viel unternommen werden. Wenn eine Baumplantage in die Insolvenz rutscht, kann zwar in Deutschland gegen den Fondsanbieter geklagt werden, doch unter Umständen ist dort nicht viel zu holen. Eigentumsansprüche an den gepflanzten Bäumen zu erheben (sofern diese denn gepflanzt wurden) dürfte auch nicht gerade einfach sein.

Dieser Blogbeitrag soll nicht aussagen, dass Edelholz-Investments grundsätzlich eine schlechte Idee sind. Jedoch sollten sich private Anleger sehr genau auf dem Markt umsehen und die Anbieter genau überprüfen, bevor sie ihr Geld investieren. Schließlich wäre es schön, sich das Investment am Ende auch auszahlt.

Die Deutschen kennen sich mit Fonds nicht aus

April 24, 2011

Eigentlich sollte man meinen, dass deutsche Sparer und Privatanleger bestens Bescheid wissen, wenn es um das Thema Investmentfonds geht. Schließlich gibt es heutzutage keine Bank mehr, die im Kundengespräch nicht versucht, Fonds oder ähnliche Anlageprodukte an den Mann zu bringen.

Die Realität zeichnet jedoch ein vollkommen anderes Bild: Obwohl die Bankberater mittlerweile bei jedem Geldinstitut dazu angehalten sind, ordentlich die Werbetrommel zu rühren und Fondsprodukte zu verkaufen, befinden sich gerade einmal 17 Prozent der Deutschen im Besitz von Fondsanteilen. Zu dieser Erkenntnis sind die „Axa Investment Managers“ gekommen, die eine entsprechende Umfrage in Auftrag gegeben haben.
Beim Wissen über Investmentfonds sieht es nicht viel anders aus. Wie die „Financial Times Deuschland“ (FTD) unter Berufung auf die Axa Umfrage schreibt, kennen sich 57 Prozent der Bevölkerung mit dem Thema Investmentfonds „weniger gut“ oder „gar nicht“ aus. Gründe, weshalb es um das Fondswissen so schlecht bestellt ist, wurden gleich mehrere ausfindig gemacht. So gab zum Beispiel ein stattlicher Teil der Befragten an, sich für dieses Thema schlichtweg nicht zu interessieren. Außerdem wurde von vielen Befragten eingeräumt, dass man nicht über die finanziellen Möglichkeiten verfüge, um in Fonds zu investieren. Außerdem halten viele Bürger Fonds schlichtweg für ungeeignet, wenn es um das Thema Altersvorsorge geht. Als einer der Hauptgründe, weshalb sich so wenige Sparer im Besitz von Fondsanteilen befinden, ist die Finanzkrise auszumachen. Die Krise soll viele Sparer verunsichert und das Vertrauen in die Aktienmärkte erschüttert haben. Zahlreiche Sparer ziehen daher Tagesgeldkonten oder Bausparverträge den Investmentfonds vor.

Festpreise beim Onlinebroker bieten nicht nur Vorteile

März 26, 2011

Beim Kauf von Wertpapiere setzen Privatanleger immer häufiger auf Onlinebroker. Prinzipiell ist es eine gute Entscheidung, diesen Weg zu gehen. Zwar wäre es möglich, Aktien, Anleihen, Fondsanteile etc. auch über die Hausbank zu ordern, doch per Onlinebrokerage ist es möglich, sehr viel schneller zu agieren und gleichzeitig die Kosten zu senken.

Allerdings will der Wertpapierkauf erst einmal beherrscht werden. Viele private Anleger tun sich schwer dabei, Ordermasken richtig auszufüllen. Börsenplätze, Limitbeträge und Orderzusätze sind Orderbestandteile, die schnell für Verwirrung sorgen. Aus diesem Grund bieten inzwischen die meisten Onlinebroker den Wertpapierkauf zum Festpreis an.

Der Wertpapierkauf zum Festpreis funktioniert ganz einfach: Der Anleger muss lediglich angeben, welches Wertpapier gekauft werden soll und wie hoch das Ordervolumen bemessen ist. Anschließend wird ein Festpreis ermittelt, zu dem der Kauf garantiert abgewickelt werden kann. Für den Anleger besteht der Vorteil darin, keine Börsenorder erteilen und auf deren Ausführung warten zu müssen. Die Festpreisorder sorgt für ein Maximum an Transparenz und erlaubt somit einen stressfreien Wertpapierkauf.

Allerdings bringen Festpreise bei Wertpapierorders nicht nur Vorteile mit sich. Gerade beim Verkauf müssen Anleger ungemein aufpassen. Bei bestimmten Transaktionen (besonders bei Unternehmensanleihen) werden vergleichsweise schlechte Rücknahmepreise geboten. Für den Anleger bedeutet dies, zu einem schlechten Kurs verkaufen zu müssen und dadurch die Rendite unnötig zu schmälern. Teilweise erwecken die Orderassistenten sogar den Eindruck, Verkäufe könnten nur auf diesem Weg getätigt werden. Dies trifft aber nicht zu: Unabhängig davon, auf welchem Weg die Wertpapiere gekauft wurden – ein Verkauf per klassischer Börsenorder ist stets möglich. Er mag zwar komplizierter sein, verspricht aber die höhere Rendite.

Japan-Krise sorgt für Unsicherheit an den Börsen

März 20, 2011

Die meisten Privatanleger haben den Einstieg an die Aktienmärkte nach der globalen Finanzkrise größtenteils verpasst. Allerdings konnten sich viele Sparer dennoch über die Entwicklung der Aktienmärkte freuen, da sie kleinere Anteile an Aktienfonds besitzen, die sich prächtig entwickelt haben. Innerhalb der vergangenen beiden Jahre haben die Märkte enorm zugelegt. Besonders der DAX hat einen beeindruckenden Aufstieg verzichtet – und war bis vor wenigen Tagen noch dabei, sich zielstrebig dem alten Rekordhoch von 2008 zu nähern.

Doch damit ist jetzt erst einmal Schluss: Die Tsunami- und Atomkatastrophe in Japan haben die globalen Finanzmärkte ordentlich ins Wanken gebracht. Auch der DAX hat dies sehr deutlich zu spüren bekommen. Vor allem Versicherungswerte wie Allianz und Münchner Rück mussten heftige Kursabschläge verzeichnen. Auch die großen Energieversorger EON und RWE, die unter anderem auch Atomkraftwerke in Deutschland betreiben, erfuhren massive Kursabwertungen.

Aufgrund der deutlichen Kurskorrektur stellt sich nun vielen privaten Anlegern die Frage, ob sie die Gelegenheit nutzen und Aktien kaufen sollten. Jedoch sollten Interessenten sehr vorsichtig sein, denn noch kann niemand genau sagen, welche langfristigen Auswirkungen die Krisensituation in Japan hervorrufen wird. Sollte der atomare Super-GAU eintreten, würde dies die japanische Wirtschaft signifikant beeinflussen und viele Länder würden ihre Energiepolitik überdenken.

Wer investieren möchte, sollte daher sehr vorsichtig vorgehen und ggf. mit dem Gedanken spielen, sein Kapital nicht auf einmal sondern nach und nach einzusetzen. Sollte es weitere Kursrückgänge geben, kann immer noch nachgekauft werden. Dementsprechend wären Fondssparpläne (z.B. auf Basis von ETFs) eine interessante Anlageform.

Fondsgebühren sollen stärker reguliert werden

Dezember 3, 2010

Bei der Auswahl von Investmentfonds haben es Anleger nicht gerade leicht. Die Anzahl der in Deutschland verfügbaren Fondsprodukte hat in den vergangenen Jahren enorm zugelegt. Die einzelnen Fonds unterscheiden sich jedoch nicht nur durch die jeweiligen Anlagestrategien: Je nach Anbieter können spürbar Gebührenunterschiede bestehen. Diese sind auf keinen Fall zu unterschätzen. Es ist wichtiger denn je, vor dem Erwerb von Fondsanteilen zu prüfen, welche Gebühren von der Investmentgesellschaft erhoben werden.
So gibt es beispielsweise zunehmend mehr Aktienfonds, die an eine sogenannte Performance-Fee gekoppelt sind: Wenn sich ein Fonds besser als ein Referenzprodukt entwickelt, darf die Fondsgesellschaft einen ordentlichen Anteil der erzielten Outperformance selbst einstreichen. Für den Anleger bedeutet dies wiederum, dass seine Rendite deutlich knapper ausfällt.

Wie das Finanz- und Wirtschaftsmagazin „Capital“ mitteilt, arbeitet das Bundesfinanzministerium an einer Gesetzesänderung. Das Ziel ist es, den Freiraum der Fondsgesellschaften einzuschränken. Diese sollen ihre Gebühren nicht mehr fortlaufend ändern können. Sollten Gebührenänderungen angedacht sein, müssen diese zuvor von der BaFin genehmigt werden.
Die Erhebung der Performance-Fee wird mit dieser Gesetzgebung nicht verhindert. Die Fondsgesellschaften sind auch nach Inkrafttreten der Gesetzesänderung dazu berechtigt, diese Gebühr zu erheben. Die Gesetzesänderung, die aufgrund einer EU-Richtlinie angestrebt wird, soll die Anleger in erster Linie vor nachträglichen Änderungen der Gebühren schützen. Wann die Gesetzesänderung in Kraft treten wird, steht noch nicht genau fest. Voraussichtlich wird es bis zum Sommer des nächsten Jahres dauern, bevor die Änderung greift. Bis dahin bleibt den Investmentgesellschaften noch eine ganze Weile Zeit, um die Gebühren ihrer Fonds sicherheitshalber zu erhöhen.

Offene Immobilienfonds: Degi Europa wird aufgelöst

Oktober 24, 2010

Die Misere mit den offenen Immobilienfonds will einfach kein Ende nehmen. Nach wie vor haben die Fondsgesellschaften große Probleme damit, ihre Fonds wieder zu öffnen. Das Problem besteht vor allem darin, dass viele Anleger ihr Kapital immer noch abziehen wollen. Dementsprechend muss für Liquidität gesorgt werden, was jedoch leichter gesagt als getan ist. Schließlich müssten unzählige Objekte verkauft werden. Dies braucht jedoch Zeit – besonders wenn die Immobilien nicht verramscht werden sollen.

Aufgrund dieser Situation scheinen immer mehr Fonds von einer Auflösung bedroht zu sein – einige Fondsgesellschaften haben sich zu diesem Entschluss sogar schon durchgerungen. So wie beispielsweise Aberdeen: Laut „Handelsblatt“ hatte der Fondsverwalter erst vor wenigen Tagen angekündigt, den offenen Immobilienfonds „Degi Europa“ wieder öffnen und dann Fondsanteile zurückkaufen zu wollen. Doch kurz darauf hat der Fondsverwalter eine Kehrtwende gemacht. Wie das Finanzunternehmen mitteilte, werde man den Fonds nun endgültig auflösen. Allerdings werde die Auflösung eine ganze Weile andauern: Erst bis Ende 2013 soll der Fonds vollständig aufgelöst sein. Die hierbei erzielten Erlöse werden etappenweise an die (meist privaten) Anleger ausgezahlt.

Die abrupte Änderung der Strategie ist auf die Erwartungshaltung des Finanzverwalters zurückzuführen. Laut dem Finanzunternehmen wurden Fondsanteile im Wert von 400 Mio. Euro über die Börse gehandelt. Investoren hatten ihre Anteile über diesen Weg zu Geld gemacht. Es ist davon auszugehen, dass die Käufer der Fondsanteile nun Kasse machen wollen. In Anbetracht der Tatsache, dass das Fondsvolumen bei 1,3 Mrd. Euro liegt, sind die zu erwartenden Mittelabflüsse einfach zu groß, weshalb eine Liquidierung am Sinnvollsten erscheint.

Weniger Regulierung bei offenen Immobilienfonds

August 8, 2010

Ein großer Teil der offenen Immobilienfonds, die auf dem deutschen Markt angeboten werden, hat es während der Finanzkrise stark getroffen. Viele Anleger wollten ihre Gelder abziehen, weshalb sich etliche Investmentgesellschaften dazu gezwungen sahen, ihre Fonds vorübergehend auf Eis zu legen bzw. den Rückkauf von Fondsanteilen auszuschließen – letztlich konnte man die Immobilien gar nicht so schnell verkaufen, um Erlöse zur Anteilsauszahlung zu erzielen. Selbst am heutigen Tag gelten immer noch 10 Fonds als geschlossen.

Damit eine solche Problematik nicht erneut auftreten kann, wurde in den Reihen der Politik an einem Gesetzesentwurf gearbeitet, der eine stärkere Regulierung vorsieht. Unter der Leitung von Wolfgang Schäuble stellte man bereits vor einigen Monaten einen ersten Entwurf vor, der etliche Anleger schockierte. Es war nämlich zunächst angedacht, lange Haltefristen und Kündigungsfristen einzuführen. Eine Mindesthaltefrist von 2 Jahren sowie eine Kündigungsfrist von 2 Jahren sollten letztlich sicherstellen, dass Fondsanteile frühestens 4 Jahre nach Erwerb wieder zurückgenommen werden.

Nun soll nach der Sommerpause ein überarbeiteter Gesetzentwurf diskutiert werden, der zumindest den privaten Anlegern entgegenkommt. Im Wesentlichen hat sich an den Rahmenbedingungen nichts geändert, abgesehen davon, dass Privatanleger von den meisten Regelungen ausgenommen sind. Sofern nicht mehr als 5.000 Euro pro Monat abgezogen werden sollen, müssen private Fondsanleger keine Einschränkungen fürchten. Bei größeren Beträgen gelten die bereits genannten Regeln, wobei anzumerken ist, dass ein frühzeitiger Ausstieg aus geschlossenen Immobilienfonds ebenfalls möglich ist. Allerdings müssen dann Abschläge in Kauf genommen werden. Bei einer Rückgabe der Fondsanteile nach 2 Jahren dürfen die Investmentgesellschaften einen Abschlag von 10 Prozent vornehmen, nach 3 Jahren noch ganze 5 Prozent.

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