Aktien: Der nächste Kurssturz kommt schneller als man denkt

September 19, 2011

Am letzten Handelstag an der Börse gab es eine große Überraschung. Am Freitag zogen die Aktienkurse zahlreicher Unternehmen ungemein an, sodass teilweise schon von einer kleinen Börsenrallye gesprochen wurde. Für viele Marktteilnehmer kam diese Entwicklung vollkommen überraschend, zumal es in den vergangenen Wochen fast durchweg nur bergab ging.

Die Kursanstiege von Donnerstag und Freitag können in der Tat als außerordentlich bezeichnet werden. Ungefähr eine Woche zuvor waren die Aktienmärkte noch dabei, neue Tiefstände auszuloten: Die Grenze von 5.000 Zählern im DAX wurde mehrfach angetastet. Doch am Freitag schloss der DAX mit mehr als 5.500 Zählern, zeitweise wurden sogar mehr als 5.600 Zähler gemessen.
Vielen Privatanlegern stellt sich nun die Frage, ob es eine neue Rallye gibt und ob sie einsteigen sollten. Allerdings ist diese Frage nur äußerst schwer zu beantworten. Das Problem besteht darin, dass der Markt keine klare Richtung vorgibt. Es wäre durchaus denkbar, dass die Kursstürze der vergangenen Wochen nichts anderes als Wertkorrekturen waren und sich die Börsen nun wieder normal entwickeln können. Auf der anderen Seite kann es ebenso passieren, dass die Märkte wieder deutlich ins Minus drehen und sich die Kursrückgänge noch einige Wochen oder sogar Monate fortsetzen.

Alles in allem ist große Vorsicht angesagt – immerhin haben die letzten Wochen gezeigt, dass nicht nur große Gewinne sondern auch stattliche Verluste möglich sind. Anleger, die nicht abwarten möchten, sollten zumindest vorsichtig sein. Es empfiehlt sich, auf eine breite Streuung zu setzen, indem beispielsweise Indexfonds gekauft werden. Außerdem sollte nicht das gesamte Kapital eingesetzt werden, um notfalls nachkaufen zu können.

Mutige Privatanleger decken sich mit Aktien ein

August 20, 2011

Innerhalb weniger Tage sind die großen Aktienindizes stark eingebrochen. Vor allem der DAX ist deutlich abgesackt: Vor weniger als zweieinhalb Wochen stand er noch bei mehr als 7.300 Zählern, nun wurde zwischenzeitlich die Grenze von 5.400 Zählern unterschritten. Experten sprechen bereits jetzt von einer der stärksten Marktkorrekturen aller Zeiten.

Anders als bei vielen anderen Kurseinbrüchen gab es kaum schlechte Nachrichten. Vielmehr scheint sich der Markt selbst zu bereinigen – und deshalb gibt es viele Anleger, die große Chancen für einen Wiedereinstieg sehen. Dies trifft besonders für die privaten Anleger zu, von denen sich die ersten nun an die Börse wagen.
Beim letzten großen Wertzuwachs am deutschen Aktienmarkt waren viele Aktienanleger nicht an Bord. Sie waren in der Finanzkrise oder teilweise sogar schon davor ausgestiegen und hatten den rechtzeitigen Anstieg regelrecht verpasst. In dieser Zeit haben vor allem die institutionellen Anleger den großen Reibach gemacht und von Quartal zu Quartal hohe Milliardengewinne eingefahren. Wie das Wirtschaftsmagazin „Capital“ schreibt, wurden die Kursrückgänge der vergangenen Tage von zahlreichen mutigen Privatanlegern genutzt, um sich günstig mit Aktien einzudecken. Das Magazin stützt sich auf Aussagen eines Onlinebrokers, der eine deutliche Zunahme entsprechender Transaktionen festgestellt hat.

Ob es sich beim Einstieg in die Aktienmärkte um eine clevere Entscheidung handelt, vermag niemand zu sagen. Es wäre denkbar, dass DAX und Co in den kommenden Monaten tatsächlich wieder stark anziehen. Allerdings könnte die Talfahrt auch noch eine ganze Weile anhalten. Privatanleger, die ihre Ersparnisse bereits für bestimmte Anschaffungen eingeplant haben, sollten deshalb besser abwarten.

Mit Indexfonds am Börsenaufschwung profitieren

Februar 6, 2011

In den vergangenen Wochen haben sich die Aktienmärkte prächtig entwickelt. Besonders DAX-Anleger dürften allen Grund zur Freude haben: Obwohl die Wirtschaftskrise noch gar nicht lange zurückliegt, steuert der Deutsche Aktien Index wieder auf alte Rekordmarken zu. Die Kurse ziehen so sehr an, dass bereits viele Anlageexperten von einer neuen Börsenrallye sprechen.

Diese Entwicklung ist vielen Privatanlegern nicht entgangen. Sie stellen sich zunehmend häufiger die Frage, welche Aktien momentan als besonders aussichtsreich gelten. Allerdings ist diese Frage nur schwer zu beantworten: Wer am DAX einsteigen möchte, hat die Qual der Wahl. Was die Bewertungen einzelner Wertpapiere angeht, liegen die Meinungen der Analysten zum Teil weit auseinander.

Private Anleger sollten deshalb sehr vorsichtig sein, wenn es um den Kauf einzelner Aktientitel geht. Auf der einen Seite bietet es sich an, auf Einzelwerte zu setzen, da hohe Renditen locken. Auf der anderen Seite darf das Verlustrisiko nicht unterschätzt werden. Wer Sicherheit sucht, könnte deshalb gut damit beraten sein, vom klassischen Einzelinvestment abzusehen und stattdessen in Indexfonds zu investieren.
Es wäre zum Beispiel möglich, einen ETF auf den DAX zu erwerben. Ein solcher Indexfonds bildet den Wert bzw. die Wertentwicklung des DAX nach. Dem Anleger bietet sich dadurch die Chance, eins zu eins an der Entwicklung des DAX zu partizipieren. Der Vorteil eines solchen Investments besteht darin, keine Einzelwerte erwerben zu müssen. Generell werden die Renditemöglichkeiten hierdurch zwar geschmälert, doch im Gegenzug verringert sich auch das Risiko: Kursverluste einzelner Aktie können besser kompensiert werden.

Facebook-Börsengang löst Hype aus

Januar 8, 2011

Den meisten Internetnutzern dürfte der Begriff Facebook längst vertraut sein – oftmals weil sie sogar selbst ein Nutzerkonto beim weltgrößten Social Network besitzen. Aber auch außerhalb der Internetgemeinde ist Facebook sehr bekannt, was nicht zuletzt an den Schlagzeilen liegt, die das Unternehmen in den letzten Tagen gemacht hat.

Vor kurzem ist nämlich die Investmentbank Goldman Sachs bei Facebook eingestiegen. Die Bank hat Unternehmensanteile im Wert von 450 Mio. US-Dollar gekauft. Der Einstieg erfolgte auf Basis eines angenommenen Unternehmenswertes von 50 Mrd. US-Dollar. Dabei staunte die Fachwelt schon nicht schlecht, als Microsoft vor drei Jahren bei Facebook einstieg und eine Bewertung von 5 Mrd. Euro festsetze. Dieser enorme Anstieg des Unternehmenswertes schürt Anlegerphantasien, denn Facebook wird an die Börse gehen.

Experten gehen davon aus, dass der Börsengang des Social Networks im nächsten Jahr erfolgt. So mancher Kleinanleger kann diesen Moment kaum erwarten, weil er von Anfang an dabei sein möchte und auf eine fulminante Fortsetzung der Wertentwicklung hofft. Allerdings sollte man sich hier keine falschen Hoffnungen machen – denn ob es soweit kommt, gilt als äußerst fraglich.

Mehrere Finanzexperten haben sich mit einem möglichen Facebook Börsengang auseinandergesetzt und sind zu dem Ergebnis gekommen, dass die Geschichte im Grunde schon gelaufen ist. Den größten Reibach dürfte Goldman Sachs machen: Die Bank wird das Unternehmen an die Börse bringen und daran gut verdienen. Damit der Facebook-Aktienkurs später zulegt, müssten weitere Steigerungen des Unternehmenswerts in Aussicht stehen. Doch womöglich ist die 50 Mrd. US-Dollar Bewertung schon eine große Luftblase.

General Motors mit größtem Börsengang aller Zeiten

November 21, 2010

Im Verlauf der globalen Finanzkrise sind die Aktienmärkte weltweit eingebrochen. Doch dieser Einbruch scheint schon längst wieder vergessen zu sein: Auf der ganzen Welt befinden sich die Aktien-Indizes im Höhenflug. Mehrere Unternehmen sehen dies als Chance, um an die Börse gehen und ihre Aktien erfolgreich zu platzieren.

Diese Chance wollte sich der US-amerikanische Autohersteller General Motors nicht entgehen lassen. Am Donnerstag erfolgte der Börsengang in New York, der äußerst erfolgreich verlief. Schon im Vorfeld zeichnete sich ab, dass die Aktien des Autoherstellers eine gute Notierung erzielen wird. So kam es dann auch: Die Aktien gingen mit einem Kurs von 33 US-Dollar in den Handel. Im Verlauf des Handelstags stieg der Aktienkurs auf über 35 US-Dollar an. Noch viel beeindruckender als dieser beachtenswerte Kursanstieg ist jedoch die Kapitalmenge, die GM einsammeln konnte.

Insgesamt hat der Autohersteller knapp eine Milliarde Aktien (inklusive der vom Stimmrecht befreiten Vorzugsaktien) ausgegeben. So konnte das Unternehmen insgesamt 23 Mrd. US-Dollar einsammeln, was dem erfolgreichsten bzw. dem größten Börsengang aller Zeiten entspricht. Erst Mitte des Jahres stellte die Kreditkartengesellschaft VISA einen neuen Rekord auf, indem mehr als 20 Mrd. US-Dollar platziert wurden – dieser Rekord wurde von GM deutlich übertroffen.

Ob General Motors eine Erfolgsstory bleibt, muss jedoch abgewartet werden. Besonders deutsche Anleger sollten vorsichtig sein, weil die Aktie auf US-Dollar lautet. Sollte der Dollar gegenüber dem Euro weiterhin abwerten, könnte ein solches Aktieninvestment trotz steigenden Kurses womöglich zum Verlustbringer werden. Außerdem gehören rund 50 Prozent der ausgegebenen Aktien der US-Regierung, die langfristig einen vollständigen Verkauf der Wertpapiere anstrebt.

Deutsche Solaraktien verlieren deutlich an Wert

November 14, 2010

Als die Finanzkrise in vollem Gange war und die Aktienmärkte enorme Mittelabflüsse verzeichnen mussten, stellten sich viele Investoren die Frage, welches Segment sich am ehesten erholen wird. Für viele Wirtschaftsexperten stand fest, dass vor allem die Solarbranche großes Potential bietet. Denn trotz Finanzkrise soll die grüne Technologie in den kommenden Jahren boomen.

Ganz Unrecht hatten die Finanz- und Wirtschaftsexperten nicht: Die Aktien von Solarunternehmen haben sich in der Tat sehr schnell erholt und teilweise sogar zu neuen Höhenflügen angesetzt. Wer früh eingestiegen ist, durfte sich über satte Renditen erfreuen. Doch nun scheint es, als ob der Höhenflug erst einmal beendet ist. In den vergangenen Wochen und Tagen sind zahlreiche Solarwerte ordentlich eingeknickt.

Dies gilt besonders für die Aktienkurse der deutschen Solarunternehmen. Gleich mehrere Gründe werden für diese Entwicklung genannt. Da wäre zunächst einmal die Kürzung der Subventionen: Weniger Förderung bedeutet auch weniger Absatz. Zumal es beim Kauf von Solaranlagen auch Vorzieheffekte gegeben haben dürfte. Etliche Grundstücksbesitzer haben die Gelegenheit genutzt, Photovoltaikanlagen noch vor der großen Kürzung der Einspeisevergütung zu erwerben – nun werden erst einmal weniger Anlagen verkauft.
Auch der Konkurrenzdruck ist nicht außer Acht zu lassen. Die asiatischen Unternehmen schließen immer stärker auf. Technologisch mögen viele der Solarzellen nicht ganz die Leistung einiger deutscher Fabrikate erzielen können – aber dafür sind viele dieser Solarzellen deutlich günstiger und bieten oftmals das bessere Preis-Leistungs-Verhältnis.

Den deutschen Solarunternehmen stehen daher schwere Zeiten bevor. Anleger sollten sich also gut überlegen, ob sie ihre Aktien halten oder gar einsteigen möchten.

Besser keine Griechenland-Anleihen kaufen

April 24, 2010

Ein beachtenswert großer Teil der privaten Kapitalanleger stellt sich derzeit die Frage, ob es ein lohnendes Investment sein könnte, griechische Staatsanleihen zu kaufen. Das Interesse an entsprechenden Anleihen hat in den vergangenen Tagen rasant zugenommen, was im Grunde nicht verwundert – so wie das Interesse in die Höhe gestiegen ist, sind auch die Renditen der Griechenland-Anleihen gestiegen.

Allerdings gilt es dieses Thema mit äußerster Vorsicht zu behandeln. Viele Anleger wissen noch nicht einmal, wie entsprechende Investments funktionieren. In diesem Zusammenhang soll daher kurz der Renditeanstieg erklärt werden: Die gestiegenen Anleiherenditen sind nicht auf die Tatsache zurückzuführen, dass Griechenland höhere Zinsen zahlt. Stattdessen sind die Kurse bereits ausgegebener Anleihen deutlich gefallen. Für den Anleger bedeutet dies, mit weniger Geld einsteigen zu können und trotzdem dieselbe Verzinsung zu erhalten. Außerdem notieren die Anleihen unter dem Nominalwert. Am Ende der Laufzeit werden die Anleihen jedoch zum Nominalwert (dem einstigen Ausgabepreis) zurückgekauft. Für den Anleger bedeutet dies, gleich doppelt profitieren zu können: Es locken satte Zinszahlungen und ein zusätzlicher Kursgewinn am Ende der Laufzeit.

Doch so verlockend der Einstieg auch sein mag: Anleger sollten sich genau überlegen, ob er sich tatsächlich lohnt. Die deutlich gefallenen Anleihenkurse zeigen eines auf: Zunehmend mehr institutionelle Anleger zweifeln an der Fähigkeit Griechenlands, die Anleihen überhaupt noch bedienen zu können. Es droht das Risiko, dass die Zinszahlungen ausbleiben und die Anleihen nicht zurückgekauft werden. Dies wäre im Übrigen nicht das erste Mal in der Geschichte: Länder wie Venezuela und Argentinien haben bereits unter Beweis gestellt, dass solche Schreckensszenarien durchaus realistisch sind.

Britisches Pfund: An fallenden Kursen verdienen

April 18, 2010

In den vergangenen zwei Monaten hat der Euro ordentlich abgewertet. Als Hauptgrund ist die Griechenlandkrise zu nennen: Griechenland geht es finanziell alles andere als gut. Das Land steckt in großen finanziellen Schwierigkeiten, die unter anderem auf eine hohe Verschuldung zurückzuführen sind.

Allerdings rechnen zunehmend mehr Markteilnehmer damit, dass schon bald eine Wende eintritt: Die EU-Mitgliedstaaten haben Griechenland eine Unterstützung zugesichert. Dementsprechend dürfte der Euro erst einmal stabilisiert sein. Gleichzeitig ziehen dunkle Wolken über anderen Staaten auf. Die Wertpapierspezialisten der Royal Bank of Scotland (RBS) sehen eine solche Gefahr besonders für Großbritannien. Im RBS Finanznewsletter „Märkte & Zertifikate weekly“ malen die Wertpaperexperten ein interessantes Bild aus: Die Briten haben mit einem starken Haushaltsdefizit bzw. mit einer hohen Neuverschuldung zu kämpfen. Hinzu kommen generell hohe Schulden. Die Folge könnte eine baldige Abwertung des britischen Pfund gegenüber dem Euro sein.

Anleger, die sich ein solches Szenario vorstellen können und zudem über ein hohes Maß an Risikobereitschaft verfügen, haben gleich mehrere Möglichkeiten, eine solche Spekulation anzugehen. Es gibt mehrere Wege, um auf die Entwicklung von Währungskursen zu spekulieren. Besonders das Forextrading erfreut sich einer steigenden Beliebtheit: Es ermöglicht Realtimetrading – auf Wunsch sogar in Verbindung mit starken Hebeln.
Wer mit dem Forex Trading nicht vertraut ist, jedoch über ein Depot bei einem Onlinebroker verfügt, kann auch anderweitig auf die Entwicklung des britischen Pfunds spekulieren. Die RBS bietet sogenannte Mini Zertifikate an, die einen schnellen und unkomplizierten Einsteig ermöglichen. Mit einer sicheren Geldanlage hat solch eine Anti-Pfund Wette allerdings nichts gemeinsam: Das Anlagerisiko ist hoch bemessen.

Value-Aktien als Konjunktur-Indikator

Mai 27, 2009

Aktienmärkte können Konjunkturentwicklungen vorwegnehmen. Das wissen Viele, was eher unbekannt ist: Value-Aktien können die Wertentwicklung anderer Aktien übersteigen und zwar dann, wenn sich das Ende einer Rezession beginnt zu zeigen. Zu diesem Resultat kam Dr. Henrik Amilon, Senior Research Analyst bei der dänischen Sparinvest in einer langjährigen Studie.
Als nur logische Folge der Analyse kann gesagt werden, dass diejenigen, die frühzeitig wissen wollen, ob es zu einem Wirtschaftsaufschwung kommt, die Entwicklung von Value-Aktien verfolgen sollten. Value-Aktien erholen sich am schnellsten und deutlichsten, wenn sich das Ende einer Rezession abzeichnet.

Für die Gesellschaft ist es entscheidend, die „Essenz“ hinter preisgekrönten Anlagestrategien zu verstehen. So ist zum Beispiel das Verhalten von Value- und Growth-Werten in den vergangenen 80 Jahren in der Studie untersucht worden. Auch kamen die Analysten zu dem Ergebnis, dass am Ende der Zeitreihe das Value-Portfolio zehnmal mehr wert als das Growth-Portfolio. Bis zu dem Zeitpunkt, an dem man Rezessionen treffsicherer als der Markt vorhersagen kann, sollte regelmäßig in Value-Werte investiert werden. Auch vor dem Hintergrund der Rezessionen zeigt die Entwicklung von US-amerikanischen Value- und Growth- ktien von Dezember 1926 bis Januar 2009 deutlich, dass sich Value- Werte während der Großen Depression und während der Depression von 1937 schlechter als Growth-Werte entwickelten.

Börse für Discounter Policen

März 4, 2009

Gegen Ende des letzten Jahres war die Debatte um Discounter Policen beinahe eskaliert, dann wurde nie wieder davon gesprochen. Seit nun fast sechs Monaten offerieren die Börsen AG Hamburg und Hannover eine neue Handelsplattform im Internet. Auf dem Portal ist es möglich, dass gebrauchte Lebensversicherungen nach den allgemeinen Grundsätzen einer Börse gehandelt werden können. Der Vorstand, Thomas Ledermann sagte diesbezüglich, dass sich die Handelsplattform als eine Art Marktplatz verstehe, wo Inhaber von Lebensversicherungspolicen diese vielen Käufern anbieten können. Dort wird die Versicherung dann von dem Meistbietenden in einem Auktionsverfahren ersteigert, das Mindestgebot liegt in der Höhe des Rückkaufswerts. Besonders interessant ist das Portal aus dem Grunde, weil dort neben den Kapitalbildenden Lebens- und Rentenversicherungen, die es ab einem Rückkaufswert von 10.000 Euro gibt, auch Fondspolicen, die ab einem Rückkaufswert von 25.000 Euro erhältlich sind, angeboten werden. Alle diejenigen, die ihre Versicherung verkaufen möchten, haben die Gelegenheit diese eigenständig einzustellen. Überprüft werden die angegebenen Daten dann bei der jeweiligen zuständigen Versicherungsgesellschaft. Das Auktionsverfahren spielt sich in einem Zeitraum von fünf Tagen ab, in denen sowohl die Verkäufer als auch die Bieter anonym bleiben. Entspricht das letzte Gebot nicht den Erwartungen des Verkäufers, wird der Kaufvertrag nicht zu Stande kommen und der Handel ebenfalls nicht. Kommt es hingegen zu einem erfolgreichen Verkauf der Versicherung, trägt der Käufer die entstandenen Gebühren.
Häufig kommt es dazu, dass Versicherte ihre Lebensversicherung vor Ende der Laufzeit kündigen und die dabei teilweise sehr hohen Verluste nehmen sie billigend in Kauf. Es ist nicht selten, dass die Kosten für Vermittler und Verwaltung in den ersten Jahren der Laufzeit so hoch sind, dass nach einem Verkauf der selbst eingezahlte Sparanteil meist nicht wieder ausgezahlt werden kann. Verbraucherschützer bemängeln stets, dass manche Rückkaufwerte erst nach der Hälfte der Laufzeit tatsächlich den eingezahlten Prämien entsprechen.
Bei einem privaten Verkauf einer Lebensversicherung ist der Verlust für den Versicherten regelmäßig wesentlich niedriger. Dabei geht die Police weiter und die Käufer profitieren nach der Laufzeit von den Schlussrenditen. Die Versicherten können auch ihren Todesfallschutz behalten.
Die 1999 gegründete BÖAG Börsen AG, auch Börsen AG genannt, ist die Trägergesellschaft und der Betreiber der Wertpapierbörsen in Hamburg und Hannover.
Beide Börsen zusammen zählen momentan über 170 Kreditinstitute und Wertpapiermakler zu ihren Handelsteilnehmern, darunter auch ausländische Institute. Nach der offiziellen Orderbuchstatistik belegen die Börsen Hamburg und Hannover den dritten Platz unter den deutschen Börsen. Ein besonderer Schwerpunkt ist der börsen- orientierte Fondshandel.
Durch ihre geschäftspolitische Ausrichtung, das heißt nicht nur auf den privaten, sondern auch auf den institutionellen Anleger, kann die Börsen AG ihren Partnern und Handelsteilnehmern bestmögliche Angebote machen, die sich neben dem klassischen Aktien- und Rentenhandel durch innovative Investmentportale und Indizes von der Konkurrenz unterscheiden. Vor nun bereits sieben Jahren begann die Börse Hamburg mit dem börslichen Investmentfondshandel in Deutschland und übernahm dadurch die Rolle des Pioniers. Die Idee von 2002 hat sich bis heute manifestiert und am Markt etabliert. Die Zahl der Anleger und der Orders ist seitdem konstant angestiegen. Heutzutage ist es den Anlegern möglich, über die Börse Hamburg mehr als 3500 offene Fonds zu handeln.

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