Spaniens Abstufung könnte Zinsen zusätzlich senken

Mai 30, 2010

Was die Zinssituation in Europa betrifft, so kann diese zweifelsfrei als extrem eingestuft werden. Anleger haben es besonders schwer: Mit Zinsprodukten lässt sich derzeit so gut wie kein Geld verdienen. Vor allem im Bereich der Tagesgeldkonten lohnt es sich schon fast nicht mehr, sich überhaupt noch nach Angeboten umzusehen. Ganz anders im Bereich der Finanzierung: Schon lange nicht mehr waren Kredite so günstig.

Besonders im Bereich der Baufinanzierung sind die Zinssätze in den letzten Monaten deutlich gefallen. Die Griechenlandkrise hat zu einem maßgeblich Zinsrückgang geführt. Dies wird besonders an den Zinssätzen für Immobiliendarlehen mit 10-jähriger Zinsbindung sichtbar: Der Zinsrückgang beläuft sich auf satte 0,5 Prozent. So günstig wie jetzt waren die Hypothekenzinsen schon seit 50 Jahren nicht mehr.
Ein Ende des Zinsrückgangs ist nicht zwangsweise in Sicht. Es ist denkbar, dass sich die Griechenlandkrise wiederholt – denn auch andere EU-Mitgliedstaaten haben mit enormen finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen. Den Beginn der nächsten Runde hat Spanien eingeläutet: Die Rating Agentur Fitch setzte das Rating für Spanien von AAA auf AA+ herab. Damit hat sich die Kreditwürdigkeit des Landes verschlechtert – genauso erging es erst vor ein paar Monaten den Griechen.

Anleger dürften sich über diese Entwicklung nicht gerade freuen, insbesondere wenn sie ihren Fokus auf Zinsprodukte gelegt haben – voraussichtlich wird es noch eine ganze Weile dauern, bis die Zinsen für Sparprodukte wieder anziehen. Wesentlich besser haben es Darlehensnehmer: Die niedrigen Zinssätze erlauben es, günstige Finanzierungen abzuschließen. Baufinanzierungen sind bereits äußerst günstig – Kfz-Finanzierungen, Ratenkredite sowie die Zinssätze für den Dispo-Kredit könnten dem Zinstrend schon bald folgen.

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