Vorteile, Nachteile und Risiken der Rentenfonds


Die Vorteile der Rentenfonds liegen ganz klar auf der Hand. Zum einen die relative Sicherheit. Da es sich nicht um Unternehmensbeteiligungen handelt, bleibt eine Investition in festverzinsliche Wertpapiere von marktspezifischen Schwankungen unberührt, die Aktienkurse beeinflussen. In ihrer Form als Darlehen bieten Rentenpapiere daneben dem Anleger ein angenehmes Maß an Sicherheit. Die Streuung der Gelder in viele verschiedene Wertpapiere garantiert zusätzlich eine Minderung des Risikos. Zum anderen bieten Rentenfonds über lange Zeit einen stetigen Kapitalstrom zurück zum Gläubiger. Der Ertrag dieser Anlageform kann relativ leicht kalkuliert werden und erscheint im Allgemeinen sicher. Das dem nicht so ist, darauf wird an anderer Stelle etwas genauer eingegangen.
Die lange Laufzeit der Rentenfonds und die, im Vergleich zu anderen Investmentfonds, geringen Erträge, machen diese Form der Anlage für einen Teil der Anleger jedoch uninteressant. Da sich die Investoren über lange Zeit an einen der Fonds binden, ist es zum Teil schwer, Kapital wieder ab zuziehen und das, ohne größere Verluste in Kauf zu nehmen. Bei einigen Papieren schreibt der Emittent sogar eine Mindestlaufzeit vor. Die Renditen der festverzinslichen Wertpapiere richten sich nach dem Zinssatz, der durch den Emittenten zugesichert wird. Da hier selten Beträge von mehr als 4 oder 6 Prozent zu erwarten sind, bieten Rentenfonds keine Möglichkeit, das investierte Kapital schnellstmöglich zu vermehren. Die Investitionen in Fremdwährungsfonds bietet die Möglichkeit, über die Gewinne aus Wechselkursgeschäften, die eignen Fondserträge positiv auszubauen.
Fondsmanager und Anlageberater erwecken oft den Eindruck, als würde es sich bei Rentenfonds um Investitionen handeln, die keinerlei Risiko unterliegen. Dass dieser Anschein trügt, erkennen Anleger meist zu spät.
Besonders das Zinsänderungsrisiko ist für Rentenfonds von besonderer Bedeutung. Da Anleihen zwar zu einem festen Nennwert und Zinssatz ausgegeben werden, aber trotzdem gehandelt werden dürfen, hat das Zinsniveau im Moment des Verkaufs großen Einfluss auf den Kurs der Anleihe. Steigt zum Beispiel der Zins an, sinkt der Kurs und die Anleihe verliert an Wert. Anleger, die in einer Hochzinsphase ihre Rentenpapiere verkaufen, müssen also mit Verlusten rechnen. Wird das Portfolio bei niedrigem Zinsniveau aufgelöst, steigen die Erträge an. Wie stark über die Jahre Zinssätze steigen oder fallen, lässt sich nur schwer abschätzen.
Anleger, die in ihr Portfolio Fremdwährungsfonds aufgenommen haben, freuen sich über ihre zusätzlichen Gewinne aus dem Umtausch der Fondswährung in ihre eigene Landeswährung. Die Freude verkehrt sich aber schnell ins Gegenteil, wenn die Währung, in der die Wertpapiere ausgegeben wurden, gegenüber der Heimatwährung sinkt. Damit sinkt gleichzeitig der Wert des Portfolios. Anleger, die 2001 in Rentenfonds am US – amerikanischen Markt investiert haben, haben bis 2007 herbe Verluste hinnehmen müssen. Spekulative Währungsgeschäfte sind also mit Vorsicht zu genießen.
Da nicht jede Form der Anleihe durch eine Deckungsmasse, wie bei Pfandbriefen gesichert ist, droht ein gewisses Ausfallrisiko. Dieses bemisst sich nach der Bonität des Schuldners, sprich Emittenten. Um trotz einer geringen Kreditwürdigkeit für Anleger attraktiv zu bleiben, locken Emittenten mit höheren Kupons, also Zinsen. Die höhere Rendite wird mit einem hohen Ausfallrisiko erkauft. Um Verluste durch Zahlungsverzug und Insolvenzen zu vermeiden, streuen Investmentgesellschaften das Kapital der Anleger.
Trotz der Risiken eignen sich Rentenfonds für langfristige Kapitalanlagen und erfreuen sich regen Interesses seitens der Anleger. Nicht ohne Grund stammen viele Innovationen der Finanzwelt von den internationalen Rentenmärkten.