Quo Vadis Deutschland?
Juni 29, 2008
Der Deutsche Aktienindex feiert in Kürze seinen 20. Geburtstag. Kurz vor dem Jubiläum erwischte das Börsenbarometer die Anlegerschaft auf dem falschen Fuß: Seit Mitte Mai verlor der Index der größten deutschen Unternehmen rund 800 Punkte. Charttechniker warnen bereits, dass ein Unterschreiten des im Zuge der turbulenten Handelssitzungen zu Jahresbeginn markierten Tiefs bei knapp 6200 Punkten zu einer verstärkten Abwärtsdynamik führen könnte; Pessimisten sprechen bereits von möglichen Kurszielen im Bereich von etwas oberhalb der 5000-Punkte-Marke.
Die wenig erfreuliche Entwicklung spiegelt die wirtschaftliche Realität der Zukunft wider: Die ganze Welt und damit auch die Bundesrepublik steht vor einem Abgleiten in eine möglicherweise lang anhaltende Rezession. Besonders dämpfend wirkt sich aktuell der hohe Rohölpreis auf die wirtschaftliche Dynamik aus. In Deutschland führt die Energiehausse zu einer verringerten Kaufkraft, in den Schwellenländern, die einen wesentlichen Teil der deutschen Experte absorbieren, wirkt sich der hohe Treibstoffpreis dämpfend auf sämtliche Wirtschaftszweige aus.
Der starke Außenwert des Euro, die angesichts der hohen Inflationsrate unvermeidliche bevorstehende Zinserhöhung durch die EZB und nicht zuletzt das durch hohe Abgabenlasten schwache Konsumklima werden die deutsche Wirtschaft in Zukunft stark belasten. Experten prophezeien für das Jahr 2009 eine Zunahme des realen Bruttoinlandsprodukts um lediglich ein Prozent; die Trendwende auf dem Arbeitsmarkt dürfte dementsprechend im Jahr 2010 folgen.
Angesichts der dramatisch verschlechterten makroökonomischen Rahmenbedingungen erscheint es sinnvoll, die Aktienquote im Portfolio signifikant zu verringern und Renten und Immobilien stärker zu gewichten. Die Misere dürfte nach Ansicht von Analysten noch mindestens ein Jahr anhalten; erst im nächsten Sommer lässt sich möglicherweise eine Ende der Rezession absehen.
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