Prozess gegen die Deutsche Telekom
April 5, 2008
Kommenden Montag beginnt einer der vermutlich spektakulärsten Wirtschaftsprozesse seit dem Bestehen der Bundesrepublik. Es ist die Rede vom Prozess gegen die Deutsche Telekom. Bei den Klägern handelt es sich überwiegend um Privatpersonen, die einst Aktionäre des Unternehmens waren. Unterschiedlichen Quellen zufolge, sollen es bis zu 2.600 Kläger sein, die von mehr als 900 Anwälten vertreten werden. Wegen der vielen Kläger musste das OLG Frankfurt am Main, vor welchem der Prozess geführt wird, extra einen Saalbau anmieten.
Die Ehemaligen Aktionäre klagen gegen die Deutsche Telekom, weil sie mit den Aktien des Unternehmens Geld verloren haben. Zur damaligen Zeit der New Economy haben sich Millionen von Privatanlegern für den Kauf von Telekom Aktien entschieden. Zur damaligen Zeit wurde die T-Aktie auch als Volksaktie bezeichnet. Diese entwickelte sich in der Anfangszeit auch prächtig, allerdings kam es später zu einem ordentlichen Absturz des Papiers.
Nun fordern die Kläger die Leistung einer Schadensersatzzahlung. Sie begründen ihre Entscheidung dadurch, dass das Unternehmen damals falsche Angaben zu seinen Vermögenswerten machte. Streitpunkt ist vor allem die Bewertung des Immobilienvermögens des Konzerns. Damals soll das Vermögen relativ hoch bewertet gewesen sein – rund zwei Jahre nach dem Börsengang wurde das Immobilienvermögen neu bewertet, was eine Wertminderung von rund zwei Dritteln des ursprünglichen Wertes zur Folge hatte.
Wie lange der Prozess andauern wird, lässt sich derzeit nur sehr schwer sagen. Experten sind sich allerdings dahingehend einig, dass es höchstwahrscheinlich zu einem Berufungsverfahren kommen wird, das dann vor dem Bundesgerichtshof ausgetragen wird. Deshalb könnte es noch einige Jahre dauern, bis ein endgültiges Urteil gesprochen ist.
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