Offene Immobilienfonds: Morgan Stanley schockiert mit Riesenverlust
April 16, 2010
Wenn es um Fondsanlagen geht, so genossen offene Immobilienfonds einen sehr guten Ruf. Kein Wunder, schließlich wird das Geld in Immobilien investiert – und die gelten als äußerst wertstabil. Allerdings scheint diese Regel nicht für Krisenzeiten zu gelten. In den vergangenen Wochen hatten mehrere Fondsgesellschaften mit negativen Nachrichten überrascht: Etliche Fonds mussten Abwertung erfahren.
Die bisher größte Abwertung musste die amerikanische Investmentbank Morgan Stanley vornehmen. Beim sogenannten MSRF VI Fonds, der weltweit in Gewerbeimmobilien sowie auch größere Wohnimmobilien investiert, musste die Bank am Mittwoch eine außerordentliche hohe Wertkorrektur vornehmen. Wie die „Financial Times Deutschland“ berichtet, ist der offene Immobilienfonds von einem Verlust in Höhe von 5,4 Mrd. US-Dollar betroffen, was beim derzeitigen Umrechnungskurs einem Betrag von 3,9 Mrd. Euro entspricht. Wenn man bedenkt, dass sich das gesamte Fondsvermögen auf 8,8 Mrd. US-Dollar beläuft, beläuft sich die Abwertung fast auf Zwei Drittel des Wertes.
Zu den Anlegern des Fonds zählen jedoch größtenteils institutionelle Investoren. Doch auch private Anleger haben mit offenen Immobilienfonds derzeit ihre Probleme. Wie die „Welt Online“ berichtet, sind 6 der 24 in Deutschland erhältlichen offenen Immobilienfonds immer noch eingefroren: Die Investmentgesellschaften nehmen die Fondsanteile zur Schonung ihrer Liquidität nicht zurück. Konkret bedeutet dies, dass rund eine halbe Million privater Anleger derzeit nicht an ihr Kapital gelangen, das sich immerhin auf stolze 9 Mrd. Euro beläuft.
Eine schnelle Besserung der Situation scheint nicht in Sicht zu sein. Schlechte Nachrichten von den US-amerikanischen Gewerbeimmobilienmärkten schüren neue Ängste. Bis offene Immobilienfonds wieder ein gutes Investment verkörpern, könnte es daher noch eine ganze Weile dauern.
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