Mehr Kredite trotz Finanzkrise
August 24, 2009
Obwohl die Finanzkrise immer noch andauert, ist die Anzahl der Kredite in den letzten Monaten weiter angestiegen, so die Deutsche Bundesbank in Frankfurt. Die Summe der Ratenkredite, die an Privatpersonen vergeben worden sind, lag im ersten Quartal 2009 bei etwa 135 Milliarden Euro. Jedoch ist die tatsächliche Verschuldung der Privatleute höher. Informationen der Schufa in Wiesbaden zufolge liegt die Summe sämtlicher Privatkredite bei einer Billion Euro. Knapp vier Fünftel davon sind Kredite für den Wohnungsbau. Das bedeutet aber auch, dass die Deutschen ungefähr 200 Milliarden Euro aufgenommen haben, um ihren Konsum zu finanzieren. Durchschnittlich sind das etwa 2.500 Euro pro Kopf oder 10.000 Euro pro Familie.
Neben dem Geschäft mit Kreditkarten und Ratenkrediten boomt auch der Handel mit Umschuldungen aller Art. Vermittler, deren Spezialgebiet Umschuldungen sind, präferieren vor allem Beamte. Alle Beamte, Lehrer, Polizisten oder Soldaten mit Lohnabtretung bieten für Vermittler einen guten Verdienst und diese müssen sich dann um das Darlehen keine Sorgen machen. Wenn zum Beispiel eine 35-jährige Beamtin einen Kredit in Höhe von 25.000 Euro aufnehmen möchte, wird ihr von einer großen Versicherung der Kredit zu einem jährlichen Zinssatz von 5,99 Prozent angeboten. Die Laufzeit des Kredites wird 14 Jahre festgesetzt. Er soll mittels einer Versicherung getilgt werden, die monatlich 150,76 Euro kostet. Die Verbindung des Darlehens mit der Kapitallebensversicherung ist sehr kostspielig. Auch wenn der Kredit effektiv nur 6,20 Prozent pro Jahr kostet, wirft die Police im selben Zeitraum nur 3 Prozent ab. Die Zinsen müssen aber in voller Höhe versteuert werden, sodass die Rendite auf 2 Prozent pro Jahr sinkt. Daher werden die Gesamtkosten immens. Um dem wieder zu entkommen, müssen im Ernstfall alle Geldanlagen und Sparverträge aufgelöst werden, um die bestehenden Schulden auf ein Minimum zu senken.
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