Jeder Vierte ist ein Billiglöhner

April 20, 2008

Das Duisburger Institut für Arbeit und Qualifikation (IAQ) in der vergangenen Woche die Ergebnisse einer Studie veröffentlicht, die Lohnniveau innerhalb Deutschlands beschäftigt. Die Kernaussage des Ergebnisses ist sehr ernüchtert. Die Studie sagt nämlich aus, dass mittlerweile jeder fünfte Arbeitnehmer im Niedriglohnsektor beschäftigt ist bzw. für einen Billiglohn arbeitet. Innerhalb der letzten zwölf Jahre soll der Anteil Niedriglöhner um 43 Prozent angestiegen sein.

Im Rahmen der Untersuchung wurde alle Arten von Job erfasst – auch Mini- und Nebenjobs. Der Trend, den die Studie aufzeigt, lässt nichts Gutes verhoffen. Immerhin haben wir in Deutschland nun einen Zustand erreicht, der schon fast mit den USA zu vergleichen ist – dort zählt jeder vierte zu den Geringverdienern.

Seitens der Politik wurde zu den Ergebnissen der Studie bereits Stellung bezogen. So gab ließ beispielsweise Arbeitsminister Olaf Scholz in einem Interview verlauten, dass sich die Ergebnisse mit den Daten des Ministeriums in etwa decken. Das Ministerium geht davon aus, dass in Deutschland rund zwei Millionen Menschen arbeiten, die weniger als 7,50 Euro in der Stunde verdienen.

Andere Politiker haben bereits erste Maßnahmen vorgeschlagen, die zu einer Trendwende verhelfen sollen. So wurden beispielsweise Forderungen nach Mindestlöhnen laut. Allerdings finden diese Forderungen bei den Vertretern der Arbeitgeber wenig Gehör – diese argumentierten damit, dass die Einführung von Lohnuntergrenzen zur Folge hätte, dass andere Arbeitnehmer entlassen werden müssten.

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