Immobilienfinanzierung: Hohe Zinsen bei der Prolongation
Juni 19, 2008
Wenn es darum geht, eine Anschlussfinanzierung für ein Immobiliendarlehen zu finden, entscheiden sich die meisten Darlehensnehmer die Prolongation. Hierunter ist eine Verlängerung des Darlehens beim bisherigen Darlehensgeber zu verstehen. Sehr verwunderlich ist das natürlich nicht, dass die Prolongation gegenüber eine Umschuldung (dem Wechsel zu einem anderen Kreditinstitut) vorgezogen wird – immerhin ist sie mit einem geringeren Aufwand verbunden.
Dieses Vorteils sind sich die Kreditinstitute nur allzu sehr bewusst. Aus diesem Grund sind sie nicht gerade dafür bekannt, ihren Bestandskunden die besten Darlehenskonditionen zu unterbreiten, wenn es um die Verlängerung bestehender Darlehen geht. Diese Erfahrung musste auch ein bayrischer Immobilieneigentümer machen, der sein Darlehen bei der Hypovereinsbank abgeschlossen hatte. Wie in den vergangenen Tagen in mehreren Tageszeitungen zu lesen war, veranschlagte die Hypovereinsbank auf die Restschuld von rund 170.000 Euro einen Zinssatz von 7,55 Prozent. Weil ihm dieser Wucherzins erst kurz vor dem Ablauf der Zinsbindung unterbreitet wurde, blieb ihm keine Zeit mehr, weitere Darlehensangebote einzuholen.
Deshalb klagte er gegen seine Bank und kam vor Gericht Recht: Er durfte sich weitere Angebote einholen und konnte die Anschlussfinanzierung bei einem anderen Kreditinstitute um mehr als 2 Prozent günstiger abschließen und somit im Hinblick auf die Gesamtlaufzeit der Finanzierung mehr als 20.000 Euro an Zinsleistung einsparen.
An diese Fall wird ersichtlich, wie wichtig es ist, das Thema Anschlussfinanzierung frühzeitig in Angriff zu nehmen, um den Markt nach dem günstigsten Immobiliendarlehen zu durchleuchten.
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