Immer mehr Lebensversicherungen werden storniert
Juli 17, 2010
Die Lebensversicherung musste in den letzten Jahren ordentlich Federn lassen. Auch die Etablierung neuer Versicherungsformen wie beispielsweise der fondsgebundenen Lebensversicherung kann den Rückgang nicht aufhalten. Die Versicherer klagen über weniger Neuabschlüsse und müssen zugleich große Kapitalabflüsse durch Kündigungen in Kauf nehmen.
Wie der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) diese Woche mitgeteilt hat, wurden im vergangenen Jahr 13,85 Mrd. Euro aus Lebensversicherungen abgezogen. Konkret bedeutet dies, dass die Versicherungen gekündigt wurden. Seit dem Jahr 2003 ist dies die höchste Stornoquote.
Gründe für die hohe Stornoquote gibt es gleich mehrere. Da wäre zunächst einmal die Tatsache, dass die Versicherungsnehmer inzwischen auf viele Alternativprodukte zurückgreifen können. Als besonders gefragt gilt die Risikolebensversicherung. Sie bietet im Endeffekt einen vergleichbaren Schutz – nur mit dem Unterschied, dass die monatlichen Versicherungsbeiträge sehr viel geringer ausfallen und den Versicherungsnehmern somit ein höheres Einkommen zur Verfügung steht. Des Weiteren bekommen die Versicherer Schwierigkeiten damit, eine gute Verzinsung zu erzielen: Die Zinsmärkte befinden sich am Boden.
Beim Abzug ihres Kapitals gehen die meisten Versicherungsnehmer jedoch nicht gerade clever vor. Wie mehrere Untersuchungen belegen, werden viele Lebensversicherungen auf dem klassischen Wege storniert. Es wird direkt gegenüber dem Versicherer eine Kündigung ausgesprochen, was genau genommen nicht sehr empfehlenswert ist – hierdurch entsteht ein Verlustgeschäft, das nicht zu unterschätzen ist.
Wer seine Lebensversicherung kündigen und von den geleisteten Einzahlungen einen möglichst großen Teil zurückerhalten möchte, sollte anders verfahren. Es ist ratsam, Lebensversicherungen zu verkaufen. Zwar kann auch ein Verkauf zu einem Verlustgeschäft werden, jedoch ist es möglich, den Auszahlungsbetrag ein ganzes Stück zu erhöhen.
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