Grüne Kfz-Reparatur

September 16, 2009

Um ein wirksameres Schadenmanagement durchführen zu können, werden jetzt von den Versicherungsunternehmen unterschiedliche Mittel wie zum Beispiel die sogenannten Werkstattnetze eingesetzt. Es gibt auch Versicherer, die bereits in der Reparatur selbst umgestellt haben: Neuteile werden weitestgehend durch Gebrauchtteile ersetzt. Die neue Studie “Ökobilanz Autoreparatur – Vergleichende Analyse Reparieren oder Erneuern“ des Allianz Zentrums für Technik (AZT) weist eine ähnliche Tendenz auf, schließlich beinhaltet sie auch eine Forderung nach grüner Reparatur. Untersucht wurde in der Studie zum ersten Mal der ökologische Nutzen bei typischen Kfz-Reparaturen. Dazu zählten Reparaturen an Kunststoffstoßfängern und Metallteilen der Karosserieaußenhaut sowie Kleinschäden an der Fahrzeuglackierung eines Golf V. Resultat der Studie ist, dass bei der Reparatur einer Seitenwand der CO²-Ausstoß um 60 Prozent, bei der Reparatur eines Kunststoffstoßfängers um 72 Prozent reduziert werden kann – im Vergleich zur Erneuerung der Teile. Bei der Kleinschadenreparatur am Kotflügel fällt der CO²-Ausstoß um 44 Prozent niedriger aus als bei einer Ganzlackierung des Kotflügels.

Die AZT-Experten vermuten, dass deutschlandweit jedes Jahr in 3,5 Millionen Fällen ein Metall- oder ein Kunststoffteil “grün” repariert werden könnte. Bislang ist die Nutzung von umweltfreundlichen Methoden der Reparatur sehr gering. Die Spezialisten schätzen, dass lediglich jeder vierte Kunststoffstoßfänger instandgesetzt wird. In Deutschland könnte die CO²-Einsparung von 200.000 auf 570.000 Tonnen jährlich anwachsen, wenn immer umweltfreundlich repariert würde. Bestätigt wird diese Forderung von einer Umfrage des Nielsen Instituts, die von der Allianz in Auftrag gegeben wurde und ergab, dass mehr als 75 Prozent der Befragten eine fachgerechte Instandsetzung der Stoßstange gegenüber einer Erneuerung als umweltfreundlicheres Verfahren ansehen. Wenn sie sich für ein Verfahren entscheiden müssten, sagte über die Hälfte der Befragten, auch den Umweltaspekt als sehr wichtig anzusehen.

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