Gesundheitsfonds: Einheitsbeitrag beschlossen
Oktober 30, 2008
Die Bundesregierung hat den einheitlichen Beitragssatz für den Gesundheitsfonds beschlossen und liegt bei 15,5 Prozent. Jeder Bürger muss ab dem 01.01.2009 diesen Beitrag an seine Krankenkasse zahlen und bedeutet für viele Versicherte eine erhebliche finanzielle Mehrbelastung für die gleiche Leistung. Die großen Verlierer der bei Experten doch sehr umstrittenen Reform sind die Mitglieder preiswerter Krankenkassen, wozu vor allem die Betriebskrankenkassen gehören. Die Mehrbelastung beläuft sich bei den meisten Bürgern zwar nur auf wenige Euro im Monat aber wer ein mittleres Einkommen von 3500 Euro brutto hat, der muss mit einer jährlichen Belastung von einigen hundert Euro rechnen.
Die Gewinner des Einheitssatzes sind die Mitglieder teurer Krankenkassen und bedeutet für sie eine finanzielle Entlastung. Der Gesundheitsfonds kassiert das Geld der Versicherten über den Beitragssatz ein und verteilt es an die rund 210 Krankenkassen. Die Krankenkassen-Chefs fürchten jedoch nicht mit dem Geld auskommen zu können und forderten daher einen Einheitssatz von 15,8 Prozent.
Diese Forderung wurde aber von Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) abgelehnt. Mit dem Gesundheitsfonds wird der Wettbewerb zwischen den Kassen praktisch ausgebremst und ein Kampf um kranke Versicherte gefördert. Die Krankenkassen erhalten nämlich mehr Geld für kranke Mitglieder und daher rechnen Experten mit einer möglichen Einstellung zahlreicher Präventionsprogramme. Die AOK, DAK und Barmer profitieren am stärksten von der Reform, weil sie eine erhebliche Anzahl chronisch kranke Versicherte und ältere Mitglieder haben.
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