Geldwerter Vorteil

Dezember 2, 2014

Nach § 8 EStG, des Einkommensteuergesetzes sind steuerpflichtige Einnahmen „alle Güter, die in Geld oder Geldeswert bestehen und dem Steuerpflichtigen im Rahmen einer der Einkunftsarten nach § 2 zufließen“. In den folgenden Absätzen von § 8 wird näher darauf eingegangen, wie Einnahmen, ohne eine Geldzahlung zu sein, vom Preis her anzusetzen sind. Sie werden umgangssprachlich als Sachbezug, oder als ein geldwerter Vorteil bezeichnet. Der Sachwert hat einen näher definierbaren Wert, der anstelle einer Geldzahlung gewährt beziehungsweise überlassen wird.

Geldwerter Vorteil als steuerpflichtiges Einkommen
Im § 2 EStG werden die einzelnen steuerpflichtigen Einkunftsarten genannt. Jeder geldwerte Vorteil ist einer dieser Einkunftsarten zuzuordnen und erhöht dadurch das steuerpflichtige Einkommen. Der Empfänger des geldwerten Vorteiles bezahlt also indirekt den Sachwertbezug dadurch, dass seine Steuerlast dementsprechend steigt. Zu den gängigen geldwerten Vorteilen gehören

  • eine private Dienstwagennutzung
  • Kost und Logie von Hausangestellten
  • Gutscheine mit und ohne Wertangabe
  • Personalrabatte
  • Geschenke aus besonderem Anlass

Für den geldwerten Vorteil gilt eine monatliche Freigrenze von zurzeit 44 Euro.

Pauschalregelung bei Dienstwagen

Die private Nutzung eines Dienstfahrzeuges, das zum Firmenvermögen des Arbeitgebers gehört, ist einer der am häufigsten gewährten geldwerten Vorteile. Der steuerpflichtige Kfz-Benutzer hat dadurch einen erheblichen finanziellen sowie auch praktischen Vorteil im Alltag. Abhängig von der Einzelregelung erübrigt es sich für ihn, ein eigenes Fahrzeug anzuschaffen und zu unterhalten. Da die Ermittlung der tatsächlichen Kosten durch die lückenlose Führung eines Fahrtenbuches aufwändig bis hin zu unerfreulich ist, wird in nahezu allen Fällen von der sogenannten 1%-Regelung Gebrauch gemacht. Der Bruttoverdienst des Fahrzeugnutzers wird monatlich um ein Prozent des Brutto-Listenpreises des Kfz-Herstellers erhöht, der zum Zeitpunkt der Erstzulassung des Dienstwagens gegolten hat. Dieser geldwerte Vorteil erhöht sich in dem Falle, dass der Dienstwagen für die Fahrten zwischen dem Wohnsitz und der Arbeitsstätte genutzt wird. Angesetzt werden zusätzlich 0,03% desselben Fahrzeugwertes für jeden Entfernungskilometer. Mit dieser Regelung des geldwerten Vorteils sind sämtliche Kfz-Kosten abgegolten.

Personalrabatt mit Freibetrag

Als Personalrabatt wird ein Rabattfreibetrag bezeichnet, der vom Arbeitgeber seinem Personal, also seinen Mitarbeitern, gewährt wird. Der Rabatt ist als Steuervergünstigung ein geldwerter Vorteil, der zu versteuern ist. Der monatliche Freibetrag beträgt 90 Euro und wird mit einem jährlichen Gesamtbetrag von 1.080 Euro angesetzt. Der diese Freigrenze übersteigende Betrag muss als geldwerter Vorteil versteuert werden. Als Wert wird der handelsübliche Verkaufspreis abzüglich eines 4%igen steuerfreien Rabattes angesetzt, reduziert um eine im Einzelfall vom Arbeitnehmer selbst geleistete Zahlung. Der Rabattfreibetrag wird nicht auf die einzelnen Monate aufgeteilt, sondern immer auf das Kalenderjahr berechnet.

Ein Sachwertbezug beziehungsweise geldwerter Vorteil ist für den Arbeitnehmer vor allem dann interessant, wenn er den Vorteil im Alltag wirklich benötigt. Bei Geschenken oder Kinogutscheinen ist das oftmals nicht der Fall, im Gegensatz zu Kost und Logie bei saisonalem Servicepersonal in Feriengebieten. Auch Benzingutscheine sind ebenso sinnvoll wie nützlich, weil das eigene Fahrzeug aufgetankt werden muss.

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