Exotische Investments: Asien bricht ein

Juni 16, 2008

 

Investments in Schwellenländer werden von Experten allen Anlegern nahegelegt, deren Ziel eine überdurchschnittlich hohe Wertentwicklung des Portfolios ist. Emerging Markets gelten als die Wachstumstreiber schlechthin: Die aufstrebenden Volkswirtschaften in Asien und Südamerika versprechen auf Dauer enormes Potenzial. Dass EM mit besonderen Risiken einhergehen, ist den meisten Kapitalanlegern hinlänglich bekannt. Ein Blick auf die jüngsten Entwicklungen allerdings löst größere Sorgenfalten aus: Viele der Schwellenländer-Märkte verzeichneten in den vergangenen Monaten drastische Kurseinbußen.

Die DaxGlobal- Indexfamilie, die von der Deutschen Börse berechnet wird, indiziert eine ausgeprägte Schwäche insbesondere im asiatischen Raum. Der chinesische Aktienindex büßte seit November des vergangenen Jahres rund 50 Prozent seines Wertes ein, der indische Markt verlor gemessen an seinen Höchstständen rund 40 Prozent. An der Spitze der Verlierer steht mit Vietnam ein besonders exotisches Land, dessen hoher Spezifikationsgrad dem Aktienmarkt offenbar nicht helfen konnte: Von 190 Punkten zu Beginn des Jahres 2007 rutschte der DaxGlobal Vietnam auf sein gegenwärtig niedrigstes Niveau seit Auflegung ab und notiert aktuell bei 40 Zählern.

Deutlich besser stellt sich der russische Markt dar: Der langfristig bestehende Aufwärtstrend ist ungebrochen; der DaxGlobal Russia notiert nahe seines Allzeithochs. Der Markt scheint sehr von dem anhaltenden Boom am Markt für Rohöl zu profitieren, das Russland als einem der weltweit größten Exporteure des schwarzen Goldes Wohlstand beschert.

Ebenfalls nicht unattraktiv erscheint der DaxGlobal Africa, der mittelfristig relativ konstant aufwärts verläuft und derzeit rund 10 Prozent unterhalb seiner historischen Höchststände notiert. Experten sind der Ansicht, dass sich in Afrika langfristig Renditen von 40 Prozent im Jahr erzielen lassen – die Risiken, insbesondere diejenigen im politischen Bereich, sind jedoch beträchtlich.

Schwellenländer und andere exotische Märkte sind attraktiv, weil sie die höchsten Renditen versprechen. Die jüngsten Entwicklungen in Asien zeigen die Kehrseite der Wachstumsdynamik auf: Kurse, die 100 Prozent steigen, können ohne weiteres auch einmal 40 oder 50 Prozent fallen.

Comments

Got something to say?

You must be logged in to post a comment.