Euro im Tiefenrausch

Mai 15, 2010

Gegen Ende des vergangenen Jahres zog es unzählige europäische Touristen in die USA. Weihnachtsshopping in New York war für viele Leute in großes Thema, schließlich war der Umrechnungskurs von Euro zu US-Dollar einfach fantastisch. 1 Euro erlaubte es den Shoppern, satte 1,50 Dollar auszugeben. So macht Shopping natürlich Spaß – wobei diese Zeiten nun erst einmal zu Ende sind.

Die Griechenlandkrise hat sich zur europäischen Schuldenkrise ausgeweitet und den Euro maßgeblich abgewertet. Längst nicht nur Griechenland gilt als finanziell angeschlagen. Länder wie Irland, Italien, Portugal und Spanien bereiten den Finanzexperten großes Kopfzerbrechen. Denn womöglich bleibt es nicht bei der 110 Mrd. Euro teuren Rettungsaktion für Griechenland. Unter Umständen müssen die EU-Mitgliedstaaten sowie die EZB auch noch andere Länder stützen, wodurch der Euro weiterhin abgewertet werden könnte.

Am vergangenen Freitag erreichte der Euro einen neuen Tiefstand gegenüber dem US-Dollar – zumindest mit Blick auf die vergangenen 18 Monate. Der Euro ist derzeit nur noch 1,23 US-Dollar wert, was einer signifikanten Abwertung gleichkommt, zumal sich diese Abwertung innerhalb weniger Wochen zugetragen hat.

Eine schnelle Aufwertung des Euro befindet sich derzeit nicht in Sichtweite: Es könnte Jahre dauern, bis die vorgesehenen Sparmaßnahmen der EU-Mitgliedstaaten greifen und die Überschuldung kein Problem mehr darstellt. Für USA-Urlauber brechen somit wieder weniger schöne Zeiten an – wobei ein Umrechnungskurs von 1:1,23 immer noch gut ist. Vor ungefähr sechs Jahren bekam man für einen Euro gerade einmal 0,8 US-Dollar. Außerdem könnte die Euro-Schwäche der deutschen Exportwirtschaft stark entgegenkommen: Auf den internationalen Märkten können die Unternehmen ihre Güter günstiger absetzen.

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