Erneute EZB-Leitzinssenkung
April 3, 2009
Auf seiner turnusmäßigen Sitzung entschied der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) gestern, den Leitzins erneut zu senken: Dieses Mal fiel er um 25 Basispunkte auf nunmehr nur noch 1,25 Prozent. Diese Leitzinssenkung ist bereits die sechste innerhalb von sechs Monaten. Seit letztem Herbst fiel der Leitzins, der aktuell einen neuen historischen Tiefstand nach Einführung des Euro erreicht hat, um ganze 3,0 Prozent.
Die Senkung hat für Anleger und Sparer einerseits und Kreditnehmer andererseits ganz unterschiedliche Auswirkungen. Am schnellsten werden es wohl die Anleger und Sparer sein, die die Leitzinssenkung zu spüren bekommen: In der Regel sind es kurzfristige Anlagen, deren Konditionen zeitnah an den Leitzins angepasst werden. Anleger und Sparer sollten also versuchen, die aktuell noch geltenden Konditionen wenn möglich so schnell wie möglich für sich zu sichern.
Anders sieht es aus bei Kreditnehmern: Die Konditionen hier folgen nur zögernd dem anhaltenden Abwärtstrend des Leitzinssatzes. Während die Geldinstitute für Spareinlagen also immer weniger zahlen, verdienen sie weiterhin sehr gut mit hohen Zinsen bei der Kreditvergabe. Zwar sind die Zinsen für Kredite und Baugeld heute auch nicht mehr so hoch wie noch vor einem Jahr, sie liegen aber deutlich über dem Leitzinssatz, zu dem sich die Banken Geld bei der EZB leihen können. Extrem ist dieses Phänomen bei den Dispositionszinsen zu beobachten: Noch immer findet man hier Zinssätze von mehr als zehn Prozent, obwohl der Leitzinssatz auf die 1 Prozent-Marke zusteuert. Verbraucherschützer fordern daher niedrigere Zinsen und ein verbraucherfreundlicheres Verhalten von Seiten der Banken.
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