Die Durchsuchungen gehen weiter

Februar 19, 2008

Wie gestern der Spiegel berichtete, wurden die Durchsuchungen im aktuellen Steuerskandal ausgeweitet. Es wurden nicht nur Wohnungen und Geschäftsräume von Verdächtigten, sondern auch Geschäftsräume deutscher Banken durchsucht. So sollen die Steuerfahnder bereits gestern Vormittag vor den Türen des Bankhauses Metzler gestanden haben. Im Lauf des heutigen Tages wurden auch Räumlichkeiten weiterer Banken, unter anderem der Berenberg Bank in Hamburg durchsucht.

Sollte sich herausstellen, dass auch deutsche Bankhäuser bzw. deren Manager und Kundenberater von Transaktionen nach Lichtenstein gewusst oder bei diesen sogar mitgewirkt haben, dann könnte das für die Branche ein übliches Nachspiel haben. Wenn man einmal davon absieht, dass einige Mitarbeiter der Banken verurteilt werden könnten, besteht die größte Gefahr für die involvierten Banken darin, ihren Ruf zu verlieren.

Einen ähnlichen Fall gab es bereits vor einigen Jahren. Damals kam heraus, dass hochrangige Manager und Kundenberater der Commerzbank ihren Kunden bei der Hinterziehung von Steuern bzw. bei der Verschleierung der Geldherkunft tatkräftig zur Seite gestanden haben. Als der Fall öffentlich bekannt wurde, musste die Bank viel Kritik ernten und im Hinblick auf ihren Ruf einiges einstecken.

Ähnlich wird es wohl auch den Banken in Liechtenstein, insbesondere der LGT Bank gehen. Zwar mag Steuerhinterziehung in Liechtenstein kein besonders großes Verbrechen darstellen, allerdings zeigt der Fall auf, dass die Banken nicht in der Lage waren, wichtige Kundendaten geheim zu halten. Für die betroffenen Bankkunden bzw. Steuersünder dürfte das einen großen Vertrauensbruch darstellen, der dazu führen könnte, dass zukünftig weniger Gelder nach Liechtenstein fließen. Allerdings wird das derzeit das kleinste Problem der Steuersünder sein…

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