Deutsche Industrie bricht ein

Juli 5, 2008

Finanzkrise, Ölpreisschock und  Inflationssorgen haben der deutschen Wirtschaft offenbar in den vergangenen Monaten stark zugesetzt. Nachdem Mitte der Woche der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbauer den ersten Rückgang der Auftragseingänge seit Jahren meldete, ließ das Bundesministerium für Wirtschaft jüngst verlauten, dass die Auftragseingänge in der Deutschen Industrie im Mai preis- und saisonbereinigt um 0,9 Prozent gesunken seien, wodurch sich eine deutliche Abschwächung der Produktionsleistung ankündigt.

Der größte Teil des Rückgangs resultiert aus der verringerten Inlandsnachfrage, während aus dem Ausland noch Unterstützung in Gestalt einer Zunahme um 0,8 Prozent das Bild verbesserte. Dieser Umstand überrascht angesichts des außerordentlich starken Außenwertes des Euros. Sollte dieser in der nächsten Zeit neue Höhen erklimmen, droht nach Ansicht von Experten weiteres Ungemach.

Analysten zeigten sich negativ überrascht und sprachen von einem drohenden Abwärtstrend der Deutschen Industrie. Wesentlich beigetragen haben die hohen Preise für Kraftstoffe zu der zurückhaltenden Leistung. Gerade die Industrie als energieintensiver Sektor leidet unter hohen Belastungen durch die Energiehausse. Je länger selbige anhält, desto gravierender wird sich der Abschwung nach Ansicht von Fachleuten daher auch darstellen.

Der Arbeitsmarkt als nachlaufender Indikator indes zeigt sich erwartungsgemäß bislang unbeeindruckt von den Entwicklungen. Nachdem die Bundesagentur für Arbeit jüngst den niedrigsten Stand der gemessenen Arbeitslosenzahl seit 15 Jahren vermeldete, gehen Experten nun davon aus, dass sich die positive Stimmung noch einige Monate fortsetzen wird. Eine allzu starke Abschwächung des Wirtschaftswachstums könnte allerding schon im Sommer nächsten Jahres zu einer Trendwende und damit zu wieder steigenden Arbeitslosenzahlen führen.

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