Der Fall HBOS: Wenn gierige Spekulanten zu Betrügern werden
März 20, 2008
Diesen Mittwoch kam es in England zu einem spannenden Fall von Börsenmanipulation. Mit einer Email, die mehreren Finanzgrößten zugespielt wurde, ist es dem Manipulant gelungen, den Börsenkurs der englischen HBOS Bank kräftig zu drücken. In der Email war von Zahlungsschwierigkeiten der Bank die Rede, die viele der Börsenprofis umgehend dazu veranlassten, ihre HBOS Aktien zu verkaufen. Innerhalb weniger Minuten stürzte die HBOS Aktie ab und verzeichnete einen Verlust von sagenhaften 17 Prozent.
Diesen Kurssturz hat sich der Manipulant zu Nutze gemacht, indem er zuvor short gegangen ist. D.h. er hat auf fallende Börsenkurse bzw. einen fallenden Kurs der HBOS-Aktie gewettet und somit einen ordentlichen Profit erwirtschaftet. Mittlerweile geht man davon aus, dass der Manipulant (bei dem es sich nicht zwingend um eine einzige Person handeln muss) einen Gewinn von ca. 130 Millionen Euro gemacht haben soll.
Als herauskam, dass es sich um eine Falschmeldung handelt, hat sich der Kurs wieder erholt. Dennoch schloss die Aktie am Tagesende mit einem Minus von 7 Prozent. Etliche Finanzgrößen und vor allem auch Politiker sind äußerst verärgert und sprechen von einer modernen Form des Bankraubs.
Bisher soll es noch keine heiße Spur auf den oder die Übeltäter geben. Allerdings kann sich das sehr schnell ändern. In den vergangenen Jahren wurden immer wieder Börsenmanipulationen aufgedeckt und die Verantwortlichen ausfindig gemacht – meist ist es nur eine Frage der Zeit, bis die Täter gefunden sind. Schließlich kann man 130 Millionen Euro nicht unbemerkt aus dem Markt ziehen und sich am Bankschalter auszahlen lassen.
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