Unverlangt zugesandte Pflicht-Kontoauszüge dürfen nicht berechnet werden
Mai 28, 2011
Die meisten Banken haben ihre Kontenmodelle in den letzten Jahren grundlegend überarbeitet. So ist festzustellen, dass mittlerweile bei fast jeder Bank die Möglichkeit besteht, ein kostenloses Girokonto zu eröffnen. Im Grunde haben die Banken gar keine andere Wahl als derartige Kontomodelle anzubieten – ansonsten würden viele Kunden einfach zur Konkurrenz wechseln.
Bei vielen dieser Konten fällt allerdings auf, dass bestimmte Leistungen wie beispielsweise der kostenlose Versand von Kontoauszügen gestrichen wurden. Heutzutage erhält der Bankkunde eine EC-Karte, um sich seine Kontoauszüge selbst am Automaten ausdrucken zu können oder bezieht sie alternativ übers Internet.
Doch nicht alle Kontoinhaber suchen den Kontoauszugdrucker auf und/oder drucken ihre Auszüge selbst aus. Für die Banken bedeutet dies, nach einer bestimmten Dauer die Auszüge erstellen und auf dem Postweg versenden zu müssen. Weil hierdurch Kosten entstehen, werden diese gerne auf den Kunden umgelegt – oftmals in Verbindung mit einer Servicepauschale.
Verbraucherschützer zeigten sich mit dieser Vorgehensweise nicht einverstanden. Aus ihrer Sicht werden Bankkunden, die ihre Kontoauszüge nicht selbst ausdrucken möchten, durch dieses Vorgehen bestraft. Deshalb zogen sie vor Gericht und gingen gegen die Deutsche Bank vor. Das Landgericht Frankfurt am Main erklärte die Praxis des Geldinstituts für unzulässig.
Im Fall der Deutschen Bank verhält es sich so, dass Kontoauszüge alle 30 Tage erstellt und dann an den Bankkunden versendet werden. Die Gebühren belaufen sich auf 1,94 Euro pro versendeten Brief. Aus Sicht des Gerichts ist diese Vorgehensweise nicht zulässig, weil dem Bankkunden Gebühren für einen unaufgeforderten Versand von Informationen in Rechnung gestellt werden.
Ob und wie die Banken ihre Kontobedingungen anpassen, bleibt abzuwarten. Die Verbraucherschützer haben bereits angekündigt, notfalls auch gegen andere Banken zu klagen.
Kfz-Finanzierung: Direktbanken einbeziehen
Mai 22, 2011
Beim Autokauf ist es heutzutage schon fast selbstverständlich, einen Autokredit aufzunehmen. Gerade im Bereich der Neuwagen und Jahreswagen kommt es relativ häufig vor, dass Käufer eine Finanzierung abschließen, um die Anschaffung des Fahrzeugs überhaupt verwirklichen zu können. Aber auch beim Kauf älterer Gebrauchtfahrzeuge sind Finanzierungen mittlerweile stark verbreitet.
Die Zeiten, in denen Autokredite bei Regionalbanken aufgenommen wurden, sind längst vorüber. Mittlerweile wird ein Großteil der Kfz-Finanzierungen direkt bei den Autohändlern abgeschlossen. Das trifft besonders für klassische Autohäuser zu, weil sie Finanzlösungen anbieten können, die direkt von der Autobank des jeweiligen Fahrzeugherstellers stammen. Kunden nehmen diese Möglichkeit gerne wahr: Sie empfinden es als komfortabel, die Finanzierung des Autos direkt beim Autohändler abschließen zu können. Hierdurch bleibt ihnen der Gang zur Bank erspart und außerdem lassen sich sämtliche Formalitäten auf einmal klären.
Aus finanzieller Sicht ist es jedoch nicht immer clever, diesen Weg einzuschlagen. Besonders wenn es nicht um Neufahrzeuge geht. Die Kredite für Neuwagen sind meist von den Autobanken subventioniert und daher unschlagbar günstig. Anders sieht es bei Gebrauchtwagen (einschließlich Jahreswagen) aus. Die Zinssätze der Autobanken sind längst nicht so günstig wie von Kaufinteressenten angenommen wird. Häufig ist es daher besser, die Finanzierung bei einer Direktbank abzuschließen.
Einige Direktbanken können im Bereich der Kfz-Finanzierung mit hervorragenden Konditionen punkten. Dies gilt nicht nur für die Zinssätze, sondern auch für die weiteren Finanzierungsmodalitäten. Oftmals wird den Darlehensnehmer ein größeres Maß an Flexibilität eingeräumt – vor allem bei der Wahl der Laufzeit. Als Beispiel ist das aktuelle Frühlingsangebot der ING-Diba zu nennen: Bis Ende des Monats sind Finanzierungen ab 5,25 Prozent effektiv möglich.
Schwacher Euro und US-Dollar bereiten Anlegern Sorgen
Mai 15, 2011
Noch nie zuvor scheint die Lage an den internationalen Finanzmärkten so kompliziert gewesen zu sein. Die New Yorker Börse konnte sich am Freitag nicht behaupten und in Frankfurt sah es nicht viel besser aus. Es sind vor allem die Leitwährungen, die den Investoren große Sorgen bereiten.
Da wäre zum einen der US-Dollar, der als angeschlagen gilt. Die US-Wirtschaft ist geschwächt und die Politik der US-Notenbank FED trägt nicht gerade zur Stärkung der bedeutendsten Währung bei. Doch auch der Euro steht unter enormem Druck, was auf die Schwierigkeiten in der Eurozone zurückzuführen ist. Zwar steht Deutschland aus wirtschaftlicher Sicht hervorragend da, doch Länder wie Griechenland, Portugal und Irland sind zu wahren Problemfällen geworden. Zudem drohen Spanien und Italien die Lage zu verschlimmern.
Die wirtschaftlichen Unterschiede, die zwischen den Mitgliedstaaten der EU bestehen, sind schlichtweg zu groß. Zunehmend mehr Finanz- und Wirtschaftsexperten haben die Befürchtung, der Euro könnte schon bald auseinander brechen. Sollte er tatsächlich gerettet werden, kämen auf Staaten wie Deutschland, Frankreich und Großbritannien enorme finanzielle Belastungen zu.
Für private Sparer und Anleger sind das keine guten Zeiten. Die Angst vor der Inflation nimmt zu – womöglich ist sie sogar berechtigt. Mittlerweile scheint es schon fast so, als ob eine starke Inflation in den USA als abgemacht gilt, um somit das staatliche Finanzproblem zu lösen. Sollte diese Entwicklung auch in Europa eintreten, bekämen dies die Bürger anhand der Teuerungsrate deutlich zu spüren. Doch nun in Rohstoffe oder Aktien zu investieren, scheint wenig sinnvoll: Experten erwarten die ersten größeren Marktkorrekturen.
Silber-Absturz kommt für Kleinanleger überraschend
Mai 7, 2011
Gold hat in den vergangenen Jahren eine unglaubliche Wertentwicklung erlebt: Das Edelmetall hat seinen Wert innerhalb von fünf Jahren vervielfacht. Das verärgert viele Privatanleger: Gerne wären sie eingestiegen, um eine inflationssichere Anlage zu erwerben und gleichzeitig vom Wertzuwachs zu profitieren.
Vor wenigen Wochen wurde in den Medien darüber berichtet, dass es ein Edelmetall gibt, das angeblich noch über größeres Potential verfügt. Die Rede ist von Silber, auf das sich umgehend viele private und institutionelle Anleger gestürzt haben. Noch vor ungefähr zwei Wochen erlebte das Edelmetall einen fulminanten Wertzuwachs: Der Silberpreis schoß buchstäblich durch die Decke. Aufgrund der positiven Schlagzeilen stiegen auch viele Privatanleger ein, indem sie sich direkt mit Silberbarren (die im Vergleich zu Goldbarren deutlich günstiger sind) oder mit entsprechenden Zertifikaten eindeckten. Allerdings scheint Silber ein Edelmetall zu sein, dessen Wert deutlich volatiler als der von Gold ist. Am Dienstag mussten investierte Anleger mit ansehen, wie ihre Silber-Investments gut 10 Prozent an Wert einbüßen mussten. Doch es kam noch schlimmer: Bis zum Wochenende wertete Silber um fast 25 Prozent ab.
Diese Entwicklung macht deutlich, wie riskant es sein kann, an den Rohstoffmärkten zu spekulieren. Besonders Privatanleger sind sich des Risikos oftmals nicht bewusst und verlieren bei Rohstoffinvestments besonders viel Geld. Gerade bei starken Kursrückgängen haben sie zumeist das Nachsehen, weil sie längst nicht so schnell wie die großen Investoren eingreifen und eine Schadensbegrenzung betreiben können. So mancher Privatinvestor wird sich über seinen Kauf von Silber ärgern und nun darauf hoffen, dass er den Verlust aussitzen kann. Ob diese Strategie aufgeht, bleibt jedoch abzuwarten.
