Deutlicher Inflationsanstieg in Deutschland
April 30, 2011
Ein spürbarer Anstieg der Inflation wurde von Finanz- und Wirtschaftsexperten schon seit Beginn der globalen Finanzkrise erwartet. Doch es hat lange gedauert, bis die Teuerung in Europa tatsächlich eingesetzt hat – einige Experten waren sich schon gar nicht mehr so sicher, ob sie überhaupt noch kommen wird. Am Ende ist die Inflation aber doch gekommen. Wie das Statistische Bundesamt mitgeteilt hat, beläuft sich der Anstieg der Inflation für den Zeitraum von Januar 2010 bis Januar 2011 auf ganze 2,0 Prozent. Für den Monat April wurde eine vorläufige Inflationsrate von 2,4 Prozent genannt.
Auf den ersten Blick mag eine Inflationsrate von 2,4 Prozent gar nicht so erschreckend wirken. Andererseits: Vor allem Arbeitnehmer dürften die Teuerung deutlich zu spüren bekommen. Immerhin hat die Inflation deutlich stärker zugelegt als die Einkommen – aufgrund der gestiegenen Preise bleibt weniger Geld zum Sparen übrig.
Sparer bekommen den Inflationszuwachs ebenso zu spüren. Schließlich ziehen die Zinssätze deutlich langsamer als die Teuerung an. Im Grunde müssen Sparer nun mindestens eine Rendite von 2,4 Prozent erzielen, damit ihre Ersparnisse nicht an Wert verlieren – und das sogar vor Steuern. Das jedoch ist leichter gesagt als getan: Im Bereich der Tagesgeldzinsen sieht es zum Beispiel relativ mau aus. Laut der „FMH Finanzberatung“ liegt der durchschnittliche Zinssatz für Tagesgeldanlagen bis 5.000 Euro bei gerade einmal 1,30 Prozent. Sparer können sich jedoch absichern, indem sie eine gezielte Auswahl der Anlagekonten und -formen vornehmen. Wer die Konditionen der einzelnen Banken vergleicht oder auf Neukundenangebote setzt, kann problemlos eine Rendite von 2,7 bis 2,8 Prozent vor Steuern erzielen.
Die Deutschen kennen sich mit Fonds nicht aus
April 24, 2011
Eigentlich sollte man meinen, dass deutsche Sparer und Privatanleger bestens Bescheid wissen, wenn es um das Thema Investmentfonds geht. Schließlich gibt es heutzutage keine Bank mehr, die im Kundengespräch nicht versucht, Fonds oder ähnliche Anlageprodukte an den Mann zu bringen.
Die Realität zeichnet jedoch ein vollkommen anderes Bild: Obwohl die Bankberater mittlerweile bei jedem Geldinstitut dazu angehalten sind, ordentlich die Werbetrommel zu rühren und Fondsprodukte zu verkaufen, befinden sich gerade einmal 17 Prozent der Deutschen im Besitz von Fondsanteilen. Zu dieser Erkenntnis sind die „Axa Investment Managers“ gekommen, die eine entsprechende Umfrage in Auftrag gegeben haben.
Beim Wissen über Investmentfonds sieht es nicht viel anders aus. Wie die „Financial Times Deuschland“ (FTD) unter Berufung auf die Axa Umfrage schreibt, kennen sich 57 Prozent der Bevölkerung mit dem Thema Investmentfonds „weniger gut“ oder „gar nicht“ aus. Gründe, weshalb es um das Fondswissen so schlecht bestellt ist, wurden gleich mehrere ausfindig gemacht. So gab zum Beispiel ein stattlicher Teil der Befragten an, sich für dieses Thema schlichtweg nicht zu interessieren. Außerdem wurde von vielen Befragten eingeräumt, dass man nicht über die finanziellen Möglichkeiten verfüge, um in Fonds zu investieren. Außerdem halten viele Bürger Fonds schlichtweg für ungeeignet, wenn es um das Thema Altersvorsorge geht. Als einer der Hauptgründe, weshalb sich so wenige Sparer im Besitz von Fondsanteilen befinden, ist die Finanzkrise auszumachen. Die Krise soll viele Sparer verunsichert und das Vertrauen in die Aktienmärkte erschüttert haben. Zahlreiche Sparer ziehen daher Tagesgeldkonten oder Bausparverträge den Investmentfonds vor.
Streit um altes Sparbuch: Commerzbank lenkt ein
April 17, 2011
Ein Mann staunte nicht schlecht, als er unter den Hinterlassenschaften seiner Mutter ein altes Sparbuch fand. Das Sparbuch lautete auf seinen Namen: Der Vater hatte es im Jahr 1959 bei der Commerzbank für seinen Sohn eröffnet. So wie es aussieht, hat die Mutter das Sparbuch nach dem Tod des Vaters weiterhin verwahrt, es jedoch nie angefasst. Dabei hätten sie oder ihr Sohn sich mit dem Geld womöglich ein schönes Leben machen können: Bei der Eröffnung des Sparbuchs wurden 106.025,08 Mark eingezahlt.
Dem Finder wurde relativ schnell bewusst, dass er voraussichtlich ein kleines Vermögen geerbt hat – immerhin mussten noch Zinsen für den Zeitraum von mehr als 50 Jahren nachgetragen werden. Allerdings verflog die Freude über den Geldsegen sehr schnell: In der Bankfiliale wurde der Finder des Sparbuchs zunächst nicht ernst genommen. Die Bankangestellten räumten ein, ein solch altes Sparbuch noch nie gesehen zu haben und die Gültigkeit nicht überprüfen zu können.
Weil sich die Commerzbank weigerte, das Sparbuch anzuerkennen, entschied sich der Erbe für den Gang vor Gericht. Insgesamt musste vor Gericht zweimal gestritten werden, um den Sachverhalt zu klären. Zwar hätte die Commerzbank das Urteil anfechten und vor den Bundesgerichtshof ziehen können, doch von diesem Schritt wurde letztlich abgesehen. Vermutlich dürfte es die negative Berichterstattung gewesen sein, die das Geldinstitut letztlich dazu brachte, die Einspruchsfrist verstreichen zu lassen.
Wie die „Financial Times Deutschland“ berichtet, wird die Bank nun eine Auszahlung des Sparguthabens vornehmen. Welcher Betrag ausgezahlt wird, ist allerdings noch unklar. Es muss erst einmal festgestellt werden, welche Verzinsung des Guthabens anzusetzen ist.
Wie sich Vermieter vor Mietnomaden schützen
April 6, 2011
Die Angst vor der Inflation nimmt zu. Es gibt immer mehr Deutsche, die eine massive Teuerung aufgrund der Eurorettung fürchten. Daher gelten Immobilien derzeit als äußerst gefragt: Mit dem Erwerb von Immobilieneigentum möchten Sparer ihr Kapital absichern. Allerdings dienen die Objekte nur selten zur Eigennutzung: Den meisten Privatinvestoren geht es um die Erzielung von Mieteinnahmen.
Doch immer häufiger bleiben diese Einnahmen aus. Der Begriff „Mietnomade“ gilt längst als etabliert und ruft bei Eigentümern oft große Ängste hervor. Denn sollte ein Mieter nicht zahlen, wird es unter Umständen richtig teuer. Dies trifft besonders dann zu, wenn die Miteinnahmen benötigt werden, um ein Darlehen zu bedienen.
Folglich ist es wichtig, sich vor Mietnomaden zu schützen. Wie das Finanzmagazin „Capital“ berichtet, geht dies am besten, wenn man Mietinteressenten im Vorfeld überprüft und potentielle Mietnomaden gar nicht erst einziehen lässt.
Beim Überprüfen von Interessenten gilt es jedoch aufzupassen: Vor allem Bescheinigungen, die von Vorvermietern ausgestellt werden, sind mit Vorsicht zu genießen. Wenn ein Vorvermieter seinen Mieter loswerden möchte, stellt er dem Mieter womöglich ein besonders gutes Zeugnis aus. Besser ist es daher, auf Bonitätsauskünfte zu setzen. Allerdings ist man hier zumeist auf die Mithilfe des Mieters angewiesen, der eine Selbstauskunft anfordern muss. Sollte ein Mieter kein Interesse daran haben, entsprechende Auskünfte vorzulegen, sollten Vermieter zumindest stutzig werden. Je mehr ein Mietinteressent kooperiert, desto weniger scheint er zu verbergen zu haben. Im Übrigen sollte man sich auch den Arbeitsvertrag (als Nachweis für ein Beschäftigungsverhältnis) zeigen lassen. Wer clever ist, lässt eventuelle Lebenspartner ebenfalls im Mietvertrag unterschreiben, um eine doppelte Absicherung zu erzielen.
Tagesgeldzinsen nehmen langsam Fahrt auf
April 3, 2011
Während die Zinssätze für Immobiliendarlehen bereits im vergangenen Jahr damit begonnen haben wieder anzuziehen, haben sich die Zinsen für Spareinlagen deutlich mehr Zeit gelassen. Zu Beginn dieses Jahres hatten die Zinssätze sogar leicht nachgelassen. Allerdings hat es ganz den Anschein, als ob der Zinsanstieg nun endlich beginnt und Sparer von einer höheren Verzinsung profitieren.
Ein Blick auf den Durchschnittszins für Tagesgeldanlagen, die fortlaufend von der FMH Finanzberatung ermittelt werden, bestätigt dies. Seit Januar haben die Zinssätze um ca. 0,1 Prozent angezogen und stehen derzeit im Schnitt bei 1,23 Prozent. Auf den ersten Blick mag dies nicht gerade eindrucksvoll wirken, allerdings ist ein sehr klarer Trend zu erkennen. Außerdem handelt es sich hierbei um einen Durchschnittswert, der auf Basis zahlreicher Bankangebote ermittelt wird. Zinssätze einzelner Banken haben deutlich stärker angezogen.
Ob die Zinssätze für Tagesgeldeinlagen in den kommenden Wochen und Monaten tatsächlich steigen werden, kann natürlich niemand mit Gewissheit sagen. Allerdings stehen die Chancen nicht schlecht, zumal die Europäische Zentralbank (EZB) andeutet, den Leitzins in der kommenden Woche deutlich anheben zu wollen. Derzeit befindet sich der Leitzins noch bei 1,0 Prozent, soll jedoch auf 1,25 Prozent angehoben werden. Diese Erhöhung hat zur Folge, dass die Kosten der Kapitalbeschaffung für Banken und Unternehmen steigen. Dementsprechend könnten auch Spareinlagen wieder höher verzinst werden. Sofern die Leitzinserhöhung kommt, wäre dies für Sparer ein sehr positives Signal.
Dennoch gilt es beim Abschluss von Tagsgeldanlagen sehr vorsichtig zu sein. Besonders die Auswahl der Bank spielt eine wichtige Rolle: Erst ein Tagesgeldvergleich gibt zu erkennen, wo eine gute Verzinsung erhältlich ist.
