Kombiversicherung als Alternative zur Berufsunfähigkeitsversicherung

November 28, 2010

Mittlerweile gilt die Berufsunfähigkeitsversicherung als enorm wichtig. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass der Sozialstaat keine ausreichende Absicherung mehr bietet: Wer berufsunfähig wird, ist mehr oder weniger auf sich selbst gestellt – nur in wenigen Fällen ist mit Zahlungen vom Staat zu rechnen.

Jedoch gestaltet es sich in der heutigen Zeit gar nicht mehr so leicht, eine Versicherung gegen Berufsunfähigkeit abzuschließen. In den letzten Jahren haben die Versicherer den Zugang maßgeblich erschwert. Zunehmend mehr Interessenten müssen feststellen, dass ihre Anträge abgelehnt werden.

Die Gründe für eine Ablehnung können ganz unterschiedlich sein. In bestimmten Berufsgruppen ist es quasi unmöglich, einen Versicherungsschutz gegen Berufsunfähigkeit zu erlangen. Dies gilt beispielsweise für Soldaten, Piloten oder Flugbegleiter. Aber auch gesundheitliche Einschränkungen können den Zugang zur BU-Versicherung versperren. Wie das Finanzmagazin „Capital“ schreibt, kann bereits eine Heuschnupfenerkrankung zum Ausschlusskriterium werden.

Die aufgrund dieser Entwicklung entstandene Angebotslücke wurde inzwischen von einigen Versicherern erkannt und auch gestopft. Mit der sogenannten Kombiversicherung ist es möglich, einen Versicherungsschutz zu erlangen, der zahlreiche Risiken absichert. Bei diesen Versicherungen springt der Versicherer nicht beim generellen Eintritt von Berufsunfähigkeit ein. Stattdessen ist der Versicherungsschutz an einzelne Risiken gekoppelt. So können zum Beispiel Risiken wie Unfall mit Invaliditätsfolge, schwere Erkrankungen oder auch Krebserkrankungen abgesichert werden. Im Prinzip handelt es sich also um sogenannte Dread Disease Versicherungen.

Der Vorteil dieser Versicherungen besteht darin, dass sie für eine deutlich größere Anzahl an Personen zugänglich ist. Selbst bei bestehenden Vorerkrankungen ist der Versicherungsschutz erhältlich. Außerdem fallen diese Versicherungsprodukte mit ihren vergleichsweise niedrigen Versicherungsbeiträgen auf. Gerade für diejenigen, die keine klassische BU-Versicherung abschließen können, ist die Kombiversicherung eine gute Alternative.

Bundesfinanzhof: Kindergeld bis 25 Jahre ist rechtens

November 26, 2010

Das staatliche Kindergeld wird längst nicht nur an Kinder gezahlt. Auch für ihre volljährigen Kinder können Erziehungsberechtigte das Kindergeld erhalten – im Endeffekt entscheidet der berufliche Status eines Kindes darüber, ob die Kindergeldzahlung noch erfolgt. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn sich ein Kind noch in der Ausbildung befindet.

Besonders die Eltern von Studenten konnten von dieser Regelung profitieren. Es liegt noch gar nicht so lange zurück, da wurde das Kindergeld bis zum Alter von 27 Jahren gezahlt. Um die staatlichen Kassen zu entlasten, wurde jedoch eine Reduzierung der Altergrenze beschlossen. Der Beschluss erfolgte im Jahr 2007, als das sogenannte Steueränderungsgesetz verabschiedet wurde. Nach aktueller Gesetzeslage wird das Kindergeld nur für Kinder bis zum Alter von 25 Jahren gezahlt.

Einige Eltern, die von dieser Änderung unmittelbar betroffen waren, haben den Rechtsweg einlegt. So kam es, dass ein Fall letzten Endes in höchster Instanz bzw. vor dem Bundesfinanzhof verhandelt wurde. Dort sind die Richter zu einem eindeutigen Ergebnis gekommen. Aus Sicht der Richter ist die Herabsetzung der Altersgrenze beim Kindergeld zu tolerieren. Eltern seien ausreichend finanziell geschützt. Denn sollten die Erziehungsberechtigten tatsächlich Leistungen zum Unterhalt ihrer Kinder (die sich in Ausbildung befinden) erbringen müssen, können diese steuerlich als außergewöhnliche Belastung geltend gemacht werden.
Im Übrigen hatten die Richter auch keine Bedenken dahingehend, dass Familien in finanzielle Schwierigkeiten geraten, deren Kinder im Hinblick auf die früher geltende Altersgrenze eine Ausbildung begonnen hatten.

Ob das Thema endgültig vom Tisch ist, bleibt abzuwarten. Wie die „Märkische Allgemeine“ schreibt, könnte womöglich eine Verfassungsbeschwerde eingelegt werden.

General Motors mit größtem Börsengang aller Zeiten

November 21, 2010

Im Verlauf der globalen Finanzkrise sind die Aktienmärkte weltweit eingebrochen. Doch dieser Einbruch scheint schon längst wieder vergessen zu sein: Auf der ganzen Welt befinden sich die Aktien-Indizes im Höhenflug. Mehrere Unternehmen sehen dies als Chance, um an die Börse gehen und ihre Aktien erfolgreich zu platzieren.

Diese Chance wollte sich der US-amerikanische Autohersteller General Motors nicht entgehen lassen. Am Donnerstag erfolgte der Börsengang in New York, der äußerst erfolgreich verlief. Schon im Vorfeld zeichnete sich ab, dass die Aktien des Autoherstellers eine gute Notierung erzielen wird. So kam es dann auch: Die Aktien gingen mit einem Kurs von 33 US-Dollar in den Handel. Im Verlauf des Handelstags stieg der Aktienkurs auf über 35 US-Dollar an. Noch viel beeindruckender als dieser beachtenswerte Kursanstieg ist jedoch die Kapitalmenge, die GM einsammeln konnte.

Insgesamt hat der Autohersteller knapp eine Milliarde Aktien (inklusive der vom Stimmrecht befreiten Vorzugsaktien) ausgegeben. So konnte das Unternehmen insgesamt 23 Mrd. US-Dollar einsammeln, was dem erfolgreichsten bzw. dem größten Börsengang aller Zeiten entspricht. Erst Mitte des Jahres stellte die Kreditkartengesellschaft VISA einen neuen Rekord auf, indem mehr als 20 Mrd. US-Dollar platziert wurden – dieser Rekord wurde von GM deutlich übertroffen.

Ob General Motors eine Erfolgsstory bleibt, muss jedoch abgewartet werden. Besonders deutsche Anleger sollten vorsichtig sein, weil die Aktie auf US-Dollar lautet. Sollte der Dollar gegenüber dem Euro weiterhin abwerten, könnte ein solches Aktieninvestment trotz steigenden Kurses womöglich zum Verlustbringer werden. Außerdem gehören rund 50 Prozent der ausgegebenen Aktien der US-Regierung, die langfristig einen vollständigen Verkauf der Wertpapiere anstrebt.

Immobilienkauf vorziehen und Grunderwerbsteuer sparen

November 20, 2010

Im kommenden Jahr werden gleich mehrere Bundesländer die Grunderwerbsteuer erhöhen. Für Immobilienkäufer und Bauherren, die sich in Brandenburg, Bremen, Niedersachsen oder dem Saarland niederlassen möchten, gilt es sich daher zu überlegen, ob man einen für das nächste Jahr geplanten Immobilienerwerb womöglich vorzieht. Laut dem Wirtschafts- und Finanzmagazin „Capital“ lässt sich mit dieser Maßnahme eine beachtenswerte Steuerersparnis erzielen.

Wer eine Immobilie noch in diesem Jahr erwirbt, gibt dem Fiskus keine Chance: Erfolgt der Kauf in diesem Jahr, wird die Grunderwerbsteuer auf Basis des derzeit gültigen Steuersatzes errechnet. In allen vier genannten Bundesländern wäre dies ein Steuersatz von 3,5 Prozent. Die Bemessungsgrundlage bildet dabei der Kaufpreis. Damit der niedrigere Steuersatz gilt, muss der notarielle Kaufvertrag noch in diesem Jahr geschlossen werden.

Die stärkste Steueranhebung wird es in Brandenburg geben: Dort wird der Steuersatz gleich um 1,5 Prozent angehoben, sodass Käufer ab nächstem Jahr satte 5 Prozent an Grunderwerbsteuer entrichten müssen. Wer beispielsweise ein Eigenheim zum Preis von 200.000 Euro erwirbt, müsste also ganze 3.000 Euro mehr an Grunderwerbsteuer entrichten. Dies ist mehr Geld, als die meisten Immobilienkäufer pro Jahr bei ihrer Baufinanzierung tilgen.
In den anderen Bundesländern fallen die Steuererhöhungen nicht ganz so deutlich aus. Im Saarland gibt sich die Landesregierung vergleichsweise bescheiden: Ab nächstem Jahr wird ein Steuersatz von 4,0 Prozent gelten. In Bremen und Niedersachsen hat man sich auf einen Steuersatz von 4,5 Prozent verständigt.

Wer eine Immobilie in Schleswig-Holstein oder Niedersachsen erwerben möchte, kann sich noch ein wenig mehr Zeit lassen. Dort soll die Grunderwerbsteuer erst 2013 auf jeweils 5 Prozent erhöht werden.

Deutsche Solaraktien verlieren deutlich an Wert

November 14, 2010

Als die Finanzkrise in vollem Gange war und die Aktienmärkte enorme Mittelabflüsse verzeichnen mussten, stellten sich viele Investoren die Frage, welches Segment sich am ehesten erholen wird. Für viele Wirtschaftsexperten stand fest, dass vor allem die Solarbranche großes Potential bietet. Denn trotz Finanzkrise soll die grüne Technologie in den kommenden Jahren boomen.

Ganz Unrecht hatten die Finanz- und Wirtschaftsexperten nicht: Die Aktien von Solarunternehmen haben sich in der Tat sehr schnell erholt und teilweise sogar zu neuen Höhenflügen angesetzt. Wer früh eingestiegen ist, durfte sich über satte Renditen erfreuen. Doch nun scheint es, als ob der Höhenflug erst einmal beendet ist. In den vergangenen Wochen und Tagen sind zahlreiche Solarwerte ordentlich eingeknickt.

Dies gilt besonders für die Aktienkurse der deutschen Solarunternehmen. Gleich mehrere Gründe werden für diese Entwicklung genannt. Da wäre zunächst einmal die Kürzung der Subventionen: Weniger Förderung bedeutet auch weniger Absatz. Zumal es beim Kauf von Solaranlagen auch Vorzieheffekte gegeben haben dürfte. Etliche Grundstücksbesitzer haben die Gelegenheit genutzt, Photovoltaikanlagen noch vor der großen Kürzung der Einspeisevergütung zu erwerben – nun werden erst einmal weniger Anlagen verkauft.
Auch der Konkurrenzdruck ist nicht außer Acht zu lassen. Die asiatischen Unternehmen schließen immer stärker auf. Technologisch mögen viele der Solarzellen nicht ganz die Leistung einiger deutscher Fabrikate erzielen können – aber dafür sind viele dieser Solarzellen deutlich günstiger und bieten oftmals das bessere Preis-Leistungs-Verhältnis.

Den deutschen Solarunternehmen stehen daher schwere Zeiten bevor. Anleger sollten sich also gut überlegen, ob sie ihre Aktien halten oder gar einsteigen möchten.

Staatsanleihen von Irland und Griechenland wieder im Sinkflug

November 12, 2010

Wer gedacht hat, dass die „Griechenlandkrise“ ausgestanden ist, liegt vollkommen falsch. Zwar war es um die sogenannten „PIGS-Staaten“ in den vergangenen Monaten wieder ein wenig ruhiger geworden, doch inzwischen sorgen einige schon wieder ordentlich für Schlagzeilen. Das trifft besonders für Irland und Griechenland zu, deren Staatsanleihen ordentlich abgewertet haben.

In der Presse ist derzeit oft zu lesen, dass die Staatsanleihen besagter Länder neue Rekord-Renditen erreicht haben. Was zunächst positiv klingt, ist jedoch alles andere als erfreulich. Im Grunde bedeutet dies nur eines: Die Anleihekurse sind in den Keller gerauscht. Wer jetzt einsteigt, kann die Anleihen günstig erwerben und mit verhältnismäßig hohen Zinszahlungen rechnen. Einsteigen sollten die Anleger jedoch besser nicht. Es ist nämlich nicht gewährleistet, dass sich die Länder in der Lage befinden, die Zinszahlungen aufzuwenden – und noch viel weniger ist klar, ob die Anleihen jemals zurückgezahlt werden können. Finanzexperten warnen daher vor einem Einstieg: Investoren, die jetzt einsteigen, müssen ggf. damit rechnen, dass sie ihr Geld nicht mehr wiedersehen.

Für zusätzliche Schlagzeilen sorgen die Griechen, die schon wieder dabei erwischt wurden, ihre Schuldensituation schönzurechnen. Wie vor wenigen Tagen bekannt wurde, muss sich Griechenland deutlich stärker neuverschulden als zunächst prognostiziert wurde. Bisher beteuerten die Griechen, dass ihre diesjährige Neuverschuldung bei voraussichtlich 7,8 Prozent der Wirtschaftsleistung liegen werde. Nun musste eine Korrektur vorgenommen werden: Gut 9,2 Prozent werden es wohl sein.
Aufgrund dieser Entwicklungen sind die Anleiheinvestoren wieder sehr nervös geworden. Experten befürchten ein Umgreifen der Angst, weshalb die Kurse anderer Staatsanleihen (vor allem Portugal und Spanien gelten als gefährdet) ebenfalls einbrechen könnten.

Onlinevergleiche: Vorsicht mit persönlichen Daten

November 7, 2010

Wer sich auf der Suche nach leistungsstarken und zugleich günstigen Finanzprodukten befindet, kommt um das Internet nicht mehr herum. Ob man nun eine Baufinanzierung oder eine private Haftpflichtversicherung ist im Grunde egal: Das Internet kann eine sehr große Hilfe sein, um sich einen Überblick zu verschaffen und Konditionen zu vergleichen.

Mittlerweile sind sich zunehmend mehr Verbraucher dieser Tatsache bewusst und nutzen das Internet zur Recherche. In zahlreichen Ratgebern und Blogeinträgen wird ihnen empfohlen, Onlinevergleiche zu nutzen. Mit einem Baugeld- oder Versicherungsvergleich sollte es möglich sein, innerhalb weniger Minuten die besten Anbieter zu ermitteln.

Im Großen und Ganzen trifft dies auch zu. Onlinevergleiche bieten in der Tat die Möglichkeit, Finanzprodukte verschiedener Anbieter miteinander zu vergleichen. Die Angabe grundlegender Rahmendaten reicht meistens schon aus, damit ein paar Mausklicks später auch direkt angezeigt wird, welche Finanzunternehmen die geeigneten Produkte zu bieten haben.
Allerdings ist anzumerken, dass Onlinevergleiche nicht immer das bieten, was von den Anbietern versprochen wird. Der Otto-Normal-Verbraucher will im Regelfall die wichtigsten Daten eingeben, um dann sofort zu erfahren, welche Tarife oder Kreditangebote existieren und wie es um deren Konditionen bestellt ist. Allerdings sind längst nicht alle Vergleiche nach diesem Prinzip gestrickt. Gerade wenn man sich im Versicherungsbereich umsieht, wird man relativ schnell feststellen, dass nach Eingabe der relevanten Versicherungsdaten noch die persönlichen Daten abgefragt werden und dann plötzlich Schluss ist. Tage später melden sich dann diverse Finanzvermittler, die man schnell als Belästigung wahrnimmt.

So soll es jedoch nicht sein, es gilt daher aufzupassen: Wenn ein Vergleich nach bloßem Datenabgriff aussieht, lässt man besser die Finger davon.

Zinspolitik der FED schürt neue Inflationsängste

November 5, 2010

Bereits seit Monaten wird die amerikanische Notenbank FED wegen ihrer Zinspolitik von zahlreichen Seiten kritisiert. Dem Geldinstitut wird vorgeworfen, die Märkte mit billigem Geld regelrecht zu überfluten, wodurch das Risiko einer Inflation immer größer wird. Doch die amerikanische Regierung und Bankenchefs wollen davon nichts wissen. Am Donnerstag hat die FED bekanntgegeben, ein weiteres Rettungspaket für die US-Wirtschaft zu schüren und somit noch mehr Geld in die Märkte zu pumpen.

Banker und Politiker aus anderen Ländern zeigen hierfür wenig Verständnis. Es werden zunehmend mehr Stimmen laut, die sich ganz offen gegen diese Politik aussprechen. Dies hat unterschiedliche Gründe. Zum einen gehen Finanzexperten davon aus, dass die Dollarschwemme immer mehr zum Inflationstreiber wird. Zum anderen könnten weitere Staaten nachziehen und ebenfalls mehr Geld in die Märkte pumpen. Hierdurch würde das Inflationsrisiko weiter gestärkt werden: Das Geld verliert an Kaufkraft, was letztlich eine Bestrafung aller Sparer verkörpert.

Dass die FED an ihrer Niedrigzinspolitik festhält, ist unter anderem auf das Ziel zurückzuführen, den Wert der eigenen Währung zu drücken. Die Abwertung des US-Dollars soll den Export der USA stärken – allerdings geht diese Strategie nur auf, wenn andere Länder nicht ebenfalls versuchen, ihre Währungen abzuwerten.

Länder aus dem asiatischen Raum haben bereits damit gedroht, ähnliche Mittel zu ergreifen, sollten die USA ihre Geldpolitik nicht ändern. Lediglich die Europäer halten sich zurück. Die EZB hat die Politik der FED kritisiert und zugleich bekannt gegeben, dass man eine solche Geldpolitik in Europa nicht durchführen werde. Inwiefern dies dem deutschen Sparer hilft, lässt sich derzeit jedoch nur schwer abschätzen.