Solidaritätszuschlag ist verfassungsgemäß

September 26, 2010

Der großen Mehrheit der Bevölkerung ist der Solidaritätszuschlag ein Dorn im Auge. Dies ist gut nachzuvollziehen, schließlich handelt es sich um eine Abgabe, die zusätzlich auf das Einkommen erhoben wird. In Abhängigkeit von der Höhe des Einkommens kann sich der Zuschlag auf bis zu 5,5 Prozent der Einkommensteuer belaufen. Würde der Staat diesen Aufschlag nicht erheben, hätten viele Bürger im Jahr ein paar hundert Euro mehr von ihrem Einkommen übrig.

Aufgrund der großen Unbeliebtheit haben schon mehrere Privatpersonen und Verbände versucht, gegen die Erhebung des Solidaritätszuschlags vorzugehen. Abgesehen von einer Klage konnten bisher keine großen Erfolge erzielt werden. Vor dem Finanzgericht Niedersachen war ein Kläger erfolgreich: Laut Ansicht des Klägers verstößt die Erhebung des Solidaritätszuschlags gegen das Grundgesetz und ist somit nicht verfassungsgemäß.

Aufgrund der erfolgreichen Klage in Niedersachen landete der Fall vor dem Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe. Dort sollte grundsätzlich die Frage geklärt werden, ob die Erhebung des Zuschlags in der Tat gegen das Grundgesetz verstößt und daher womöglich abgeschafft werden muss. Viele Menschen setzten große Hoffnungen in den Fall, doch mittlerweile steht fest, dass das Vorhaben einer Abschaffung gescheitert ist.
Die Richter des Bundesverfassungsgerichts haben die Hintergründe ausführlich erörtert und sind zum Entschluss gekommen, dass der Solidaritätszuschlag nicht gegen das Grundgesetz verstößt. Eine zuvor vom Finanzgericht Niedersachen entworfene Vorlage wurde verworfen.

Die Aussichten auf eine schnelle Abschaffung des Zuschlags wären damit erst einmal vom Tisch. Eine Abschaffung wäre daher nur noch über die Politik denkbar: Die Regierung könnte eine entsprechendes Gesetzesgrundlage schaffen. Doch in Zeiten knapper Haushaltskassen dürfte mit einem solchen Schritt nicht zu rechnen sein.

Bankberater sollen bei Falschberatung zur Verantwortung gezogen werden

September 25, 2010

Die meisten Kunden setzen in ihren Bankberater großes Vertrauen. Dieses Vertrauen kann schwerwiegende Folgen nach sich ziehen. Denn leider werden Bankkunden nicht immer optimal beraten. Immer häufiger ist das Gegenteil der Fall: Der Druck in der Finanzbranche hat deutlich zugenommen. Bankberater erhalten inzwischen strikte Zielvorgaben, die es einzuhalten gilt – wer seine Vorgaben nicht erreicht, hat mit Schikanierung und schlimmstenfalls sogar mit dem Rauswurf zu rechnen. Folglich wird den Kunden das empfohlen, was augenblicklich verkauft werden muss.
Die Leidtragenden sind am Ende die Bankkunden. Die Folgen einer Fehlberatung sind nicht auf die leichte Schulter zu nehmen: Womöglich stehen Gelder nicht zur Verfügung, wenn sie benötigt werden. Oder es werden Verluste erzielt, obwohl ausdrücklich eine sichere Geldanlage gewünscht war.

Mit der Einführung der Beraterhaftung wollte die Politik dieser Entwicklung entgegenwirken. Wie die Praxis zeigt, bleibt die erhoffte Wirkung aus: Viel zu selten wird bei Beratungsgesprächen das obligatorische Protokoll geführt. Dementsprechend kommt es auch weiterhin vor, dass Berater nicht den Nutzen für den Kunden im Auge haben, sondern andere Finanzprodukte empfehlen.

Mit einer überarbeiteten Gesetzgebung will die Bundesregierung nun noch einmal nachbessern. Zwar sind die angestrebten Ziele noch nicht in Stein gemeißelt, jedoch ist mit einer Verschärfung der Regeln zu rechnen. Der aktuelle Gesetzentwurf sieht vor, dass Banken und deren Mitarbeiter bestraft werden können, sollte es zur Falschberatung kommen. Hierbei will die Regierung strikt durchgreifen. Den Banken drohen Bußgelder bis in Höhe von 200.000 je Falschberatung sowie zweijährige Berufsverbote für die jeweiligen Bankberater. Branchenvertreter reagieren entsetzt – ein Zeichen dafür, dass die angestrebte Neuregelung ernst zu nehmen ist.

Vorsicht bei ausländischem Tages- und Festgeld

September 19, 2010

Zinsanleger haben es dieser Tage nicht leicht. Obwohl sich die Zinssätze bereits seit gut eineinhalb Jahren auf äußerst niedrigem Niveau befinden, ist einfach keine Besserung in Sicht. Nach wie vor ist an den Märkten nicht sehr viel zu holen. Im Tagesgeldbereich kann man schon froh sein, wenn eine zwei vor dem Komma steht – doch selbst dann ist nicht gewährleistet, dass die Inflation ausgeglichen wird.

Bei einem solchen Marktumfeld braucht man sich nicht wundern, wenn zunehmend mehr Anleger das Risiko wagen, ihr Geld im Ausland bzw. bei ausländischen Geldinstituten anlegen – schließlich locken einige Institute mit einer deutlich höheren Verzinsung. Wie das Wirtschaftsmagazin „Capital“ schreibt, konnten ausländische Banken im Juni richtig viel Geld bei den deutschen Sparern einsammeln. Ganze 16,6 Mrd. Euro wurden investiert, was gegenüber dem Vorjahreszeitraum einem Wachstum von 17 Prozent entspricht.

Wenn man sich diese Zahlen vor Augen hält, so könnte man meinen, dass Bankenpleiten (wie es sie erst vor zwei Jahren gab) schon wieder vergessen sind. Man denke nur an die Kaupthing Bank, die in Deutschland für jede Menge Schlagzeilen sorgte: Tausend von Sparern gingen auf die Barrikaden und protestierten sogar vor Ort in Island, um ihre Ersparnisse wiederzubekommen. Doch eine Lehre scheint dies nicht gewesen zu sein: Je höher die Zinssätze bemessen sind, desto mehr Geld wird angelegt.

Banken- und Anlageexperten haben daher schon mehrere Warnungen ausgesprochen – und verweisen dabei auch auf die Einlagensicherung. Diese darf nämlich nicht überschätzt werden: Sollte man seine Spareinlagen im Ausland einklagen müssen, muss man ggf. viel Zeit und Geld investieren.

Preise für Edelmetalle ziehen deutlich an

September 17, 2010

Obwohl die Konjunktur in vielen Ländern anzieht und die Aktienkurse in den vergangenen Monaten sehr deutlich zugelegt haben, ist bei den Investoren eine gewisse Angst festzustellen. Gemeint ist die Angst vor möglichen Konjunktureinbrüchen. Aus Sicht vieler Anleger ist die Wirtschaftskrise noch lange nicht ausgestanden, weshalb sie längst nicht nur in Aktien investieren, sondern Teile ihres Kapitals in sichere Häfen bringen möchten.

Zu diesen sicheren Häfen zählen auch die Edelmetalle. Dies trifft besonders für Gold zu, denn in den letzten Wochen hat der Goldpreis spürbar angezogen. Wie das Wirtschaftsmagazin „Capital“ schreibt, hat der Goldpreis ein neues Rekordhoch erreicht. Der Gold-Future für Lieferungen im Dezember notiert an der New Yorker Edelmetallbörse Comex bis auf 1.272,40 US-Dollar je Feinunze.

Wenn die Anleger in Gold flüchten bzw. hohe Positionen aufbauen, ist dies stets ein Warnsignal. Experten gehen davon aus, dass besonders dem Bankensystem nicht vertraut wird. Viele Banken haben aus Sicht der Anleger die Finanzkrise noch nicht überstanden, weshalb unter anderem auch die Notenbanken dazu angehalten sind, die Märkte weiterhin mit billigem Geld zu überschwemmen, was unter anderem als Inflationstreiber betrachtet wird.

Doch nicht nur Gold steht bei den Anlegern hoch im Kurs. Auch der Preis für Silber hat zugelegt. Das Edelmetall konnte ebenfalls ein neues Rekordhoch erreichen und somit den Rekordwert von vor zweieinhalb Jahren überschritten.

Ob es sich für den Privatanleger jetzt noch lohnt, auf den Zug aufzuspringen, ist eine andere Frage. Einige Analysten trauen beiden Edelmetallen noch Zuwächse von gut 10 Prozent in diesem Jahr zu – doch am Ende muss jeder Anleger selbst entscheiden.

Hauseigentümer haben bei Gebäudesanierung keine Wahl

September 12, 2010

Es ist auf jeden Fall von Vorteil, in einem Gebäude zu wohnen, das sehr energieeffizient ist. Die Folge sind niedrige Energiekosten, die sich in der Haushaltskasse deutlich bemerkbar machen. Wer in unsanierten Altbauten wohnt, hat in der heutigen Zeit mit hohen Energiekosten zu rechnen – besonders wenn man mit Öl oder Gas heizt. Dennoch steht es jedem frei, sein Gebäude zu sanieren. Wer nicht sanieren möchte, entgeht kurzfristig einer hohen finanziellen Belastung, zahlt aber dafür langfristig drauf.

Dies wird sich jedoch schon bald ändern. Pläne der Regierung sehen vor, den CO2-Ausstoß der BRD maßgeblich zu verringern und gleichzeitig eine größere Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern zu erlangen. Weil Gebäude in diesem Bereich ein maßgeblicher Kostentreiber sind bzw. gut ein Drittel der gesamten Energie verschlingen, sollen neue Regelungen im Hinblick auf das Thema Gebäudesanierung erlassen werden.
Schon bald soll es den Immobilieneigentümern nicht mehr freistehen, über das Thema Sanierung selbst zu entscheiden. Weil rund drei Viertel aller Altbauten einen äußerst hohen Energieverbrauch aufweisen, soll ein Sanierungszwang eingeführt werden. Bis zum Jahr 2020 soll der Anteil entsprechender Gebäude signifikant verringert werden. Langfristig bzw. bis zum Jahr 2050 soll es nur noch energieeffiziente Gebäude geben.

Zur Erreichung dieses Ziel will die Regierung auch vor der Erhebung von Bußgeldern nicht zurückschrecken. Das Konzept ist simpel: Wer nicht saniert, muss Strafe zahlen und soll auf diesem Weg gezwungen werden. Dafür will der Staat den Eigentümern auch finanziell entgegenkommen. Verschiedene Fördermaßnahmen (z.B. das CO2-Gebäudesanierungsprogramm der KfW Bank) sollen in den kommenden Jahren verstärkt werden.

Cortal Consors überrascht mit Werbeaktion der besonderen Art

September 10, 2010

Als Cortal Consors in den Zeiten der New Economy an den Start ging, gelang dem Online-Broker ein regelrechtes Kunststück: Man konnte zahlreiche Privatanleger dazu bringen, ihre Anlagegeschäfte selbstständig online zu tätigen. Man lockte mit einer schnellen Ausführung der Transaktionen sowie besonders niedrigen Tradingkosten. Damals mussten viele Hausbanken mit ansehen, wie ihre vermögenden Anleger ihre Depots umschichteten und auf Online-Brokerage setzten.

Allerdings musste der Online-Broker zuletzt ordentlich Federn lassen. Laut einem Bericht der „Financial Times“ hat Cortal Consors im vergangenen Jahr rund 40.000 Kunden verloren. Um mehr Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen und somit auch Neukunden zu gewinnen, setzt Cortal Consors nun auf ein merkwürdiges Experiment, das gewissermaßen an Trash-Fernsehen erinnert.

Zwei eineiige Zwillinge sollen gegeneinander antreten und sich darum bemühen, ihr Startkapital von 2.000 Euro zu vermehren. Die Zwillinge sind ab Montag für den Zeitraum einer Woche von der Außenwelt (zumindest von ihrem Bekanntenkreis) abgeschottet und leben dabei getrennt. Während der eine Zwilling seine Anlageentscheidungen vollkommen eigenständig trifft, muss der andere Zwilling den Handlungsanweisungen der „Zuschauer“ folgen, die das ganze Projekt im Web verfolgen und darüber abstimmen, wie das Kapital investiert werden sollen.

Im Hause Cortal Consors hofft man natürlich darauf, dass der selbstbestimmt handelnde Zwilling das Rennen macht und letztlich auf den höheren Ertrag blicken kann. Damit will der Online-Broker deutlich machen, wie sinnvoll es sein kann, als erfahrene Investor seine Anlageentscheidungen selbst zu treffen. Zugleich wird man wohl auf einen großen viralen Werbeeffekt im Internet hoffen, der dem Unternehmen eine stattliche Anzahl an Neukunden bescheren könnte.

Online besser per Lastschrift zahlen

September 5, 2010

Wer online bequem bezahlen möchte, greift am besten zur Kreditkarte. Sie gilt im Internet als etabliertes Zahlungsmittel und zeichnet sich vor allem dadurch aus, weltweit einkaufen zu können. Es spielt keine Rolle, ob man nun bei deutschen Onlinehändlern oder im Ausland bestellt – letztlich ist es möglich, nahezu uneingeschränkt einzukaufen.

Allerdings bringt die Kreditkartenzahlung nicht nur Vorteile mit sich. Leider muss gesagt werden, dass die Zahlung teilweise auch als riskant gilt. Zunehmend mehr Verbraucher müssen erfahren, wie es ist, wenn man online mit der Kreditkarte bezahlt und anschließend keine Ware erhält. Das Problem dabei: Die Zahlungen können nicht einfach storniert werden. Zwar werben die Kreditkartengesellschaften gerne mit einer hohen Sicherheit, jedoch werden Zahlungen nur dann erstattet, wenn Kreditkarten gestohlen oder Kartendaten missbraucht wurden. Sofern der Kreditkarteninhaber selbst bezahlt, trägt er das volle Risiko.

Wie „Focus Online“ unter Berufung auf mehrere Bankenexperten schreibt, sind Verbraucher daher gut damit beraten, beim Onlineshopping vorrangig auf das Lastschriftverfahren zu setzen. Der große Vorteil beim Bezahlen per Lastschrift besteht darin, Zahlungen notfalls auch stornieren zu können. Auf diesem Wege kann ein wesentlich höheres Maß an Sicherheit erlangt werden.

Natürlich steht die Lastschrift als Zahlungsart nicht immer zur Verfügung – vor allem beim Einkauf in ausländischen Onlineshops hat man es schwer. Das Problem besteht darin, dass viele Shops diese Zahlungsart schlichtweg nicht akzeptieren bzw. sie oftmals noch nicht einmal kennen.

Wer gerne mit der Kreditkarte zahlt, braucht allerdings nicht verunsichert sein. Sofern man ausschließlich bei geprüften bzw. namhaften Onlineshops bestellt, ist das Verlustrisiko nur äußerst gering bemessen.

Umschichten des Depots will gekonnt sein

September 4, 2010

Heutzutage gibt es zahlreiche Privatanleger, die ihre Anlageentscheidungen ausschließlich selbst treffen und gerne direkt an den Wertpapiermärkten agieren. Onlinebroker erlauben es, schnell und kostengünstig an den Märkten zu investieren, beispielsweise indem man Aktien oder Anleihen erwirbt.
Eine alte Weisheit besagt, dass diese Anleger besonders aufpassen müssen, wenn es um das Thema Umschichten geht: Wer zu häufig umschichtet bzw. alte Papiere abstößt und neue Papier erwirbt, kann die Rendite seines Portfolios maßgeblich schmälern, was vor allem an den Gebühren liegt, die aus den Umschichtungen resultieren. Nicht umsonst gibt es das Sprichwort: „Hin und Her macht Taschen leer.“

Ein Wertpapierdepot gar nicht umzuschichten, wäre allerdings töricht. Wie das Schweizer Analysehaus Fundexplorer ermittelt hat, ist es mit Hilfe von gezieltem Umschichten möglich, die Rendite seines Portfolios spürbar zu steigern.
Die Untersuchung eines Portfolios (Gewichtung: 40 Prozent Aktien, 40 Prozent Anleihen, 10 Prozent Immobilien und 10 Prozent Rohstoffe) unter Berücksichtigung eines Anlagezeitraums von 5 Jahren zeigt auf, dass die jährliche Rendite ohne Umschichtung bei gerade einmal 2,2 Prozent liegt. 4 Umschichtungen an die ursprüngliche Gewichtung hätten ausgereicht, die Rendite auf 4 Prozent zu erhöhen und somit fast zu verdoppeln. Diese Anpassung bezeichnet der Anlageexperte auch als Rebalancing. Optimaler Zeitpunkt für das Rebalancing sei eine Abweichung der Zusammensetzung um 9 Prozent – und zwar unabhängig davon, in welche Richtung die Abweichung erfolgt ist.

Selbstverständlich sind diese Zahlen mit Vorsicht zu genießen. Es ist nie vorhersehbar, wie sich die Märkte entwickeln. Allerdings machen sie deutlich, dass wenige Umschichtungen der Schlüssel zum Anlageerfolg sein können.