Börse für Discounter Policen
März 4, 2009
Gegen Ende des letzten Jahres war die Debatte um Discounter Policen beinahe eskaliert, dann wurde nie wieder davon gesprochen. Seit nun fast sechs Monaten offerieren die Börsen AG Hamburg und Hannover eine neue Handelsplattform im Internet. Auf dem Portal ist es möglich, dass gebrauchte Lebensversicherungen nach den allgemeinen Grundsätzen einer Börse gehandelt werden können. Der Vorstand, Thomas Ledermann sagte diesbezüglich, dass sich die Handelsplattform als eine Art Marktplatz verstehe, wo Inhaber von Lebensversicherungspolicen diese vielen Käufern anbieten können. Dort wird die Versicherung dann von dem Meistbietenden in einem Auktionsverfahren ersteigert, das Mindestgebot liegt in der Höhe des Rückkaufswerts. Besonders interessant ist das Portal aus dem Grunde, weil dort neben den Kapitalbildenden Lebens- und Rentenversicherungen, die es ab einem Rückkaufswert von 10.000 Euro gibt, auch Fondspolicen, die ab einem Rückkaufswert von 25.000 Euro erhältlich sind, angeboten werden. Alle diejenigen, die ihre Versicherung verkaufen möchten, haben die Gelegenheit diese eigenständig einzustellen. Überprüft werden die angegebenen Daten dann bei der jeweiligen zuständigen Versicherungsgesellschaft. Das Auktionsverfahren spielt sich in einem Zeitraum von fünf Tagen ab, in denen sowohl die Verkäufer als auch die Bieter anonym bleiben. Entspricht das letzte Gebot nicht den Erwartungen des Verkäufers, wird der Kaufvertrag nicht zu Stande kommen und der Handel ebenfalls nicht. Kommt es hingegen zu einem erfolgreichen Verkauf der Versicherung, trägt der Käufer die entstandenen Gebühren.
Häufig kommt es dazu, dass Versicherte ihre Lebensversicherung vor Ende der Laufzeit kündigen und die dabei teilweise sehr hohen Verluste nehmen sie billigend in Kauf. Es ist nicht selten, dass die Kosten für Vermittler und Verwaltung in den ersten Jahren der Laufzeit so hoch sind, dass nach einem Verkauf der selbst eingezahlte Sparanteil meist nicht wieder ausgezahlt werden kann. Verbraucherschützer bemängeln stets, dass manche Rückkaufwerte erst nach der Hälfte der Laufzeit tatsächlich den eingezahlten Prämien entsprechen.
Bei einem privaten Verkauf einer Lebensversicherung ist der Verlust für den Versicherten regelmäßig wesentlich niedriger. Dabei geht die Police weiter und die Käufer profitieren nach der Laufzeit von den Schlussrenditen. Die Versicherten können auch ihren Todesfallschutz behalten.
Die 1999 gegründete BÖAG Börsen AG, auch Börsen AG genannt, ist die Trägergesellschaft und der Betreiber der Wertpapierbörsen in Hamburg und Hannover.
Beide Börsen zusammen zählen momentan über 170 Kreditinstitute und Wertpapiermakler zu ihren Handelsteilnehmern, darunter auch ausländische Institute. Nach der offiziellen Orderbuchstatistik belegen die Börsen Hamburg und Hannover den dritten Platz unter den deutschen Börsen. Ein besonderer Schwerpunkt ist der börsen- orientierte Fondshandel.
Durch ihre geschäftspolitische Ausrichtung, das heißt nicht nur auf den privaten, sondern auch auf den institutionellen Anleger, kann die Börsen AG ihren Partnern und Handelsteilnehmern bestmögliche Angebote machen, die sich neben dem klassischen Aktien- und Rentenhandel durch innovative Investmentportale und Indizes von der Konkurrenz unterscheiden. Vor nun bereits sieben Jahren begann die Börse Hamburg mit dem börslichen Investmentfondshandel in Deutschland und übernahm dadurch die Rolle des Pioniers. Die Idee von 2002 hat sich bis heute manifestiert und am Markt etabliert. Die Zahl der Anleger und der Orders ist seitdem konstant angestiegen. Heutzutage ist es den Anlegern möglich, über die Börse Hamburg mehr als 3500 offene Fonds zu handeln.
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