Banken schneiden bei Privatkundenberatung schlecht ab

Juli 24, 2010

Eigentlich sollte man meinen, gut beraten zu werden, wenn sich bei seiner Hausbank über Finanzprodukte informiert. Doch leider scheint es in der Praxis ganz anders auszusehen. Zu diesem Ergebnis kommt zumindest „Finanztest“, der Finanzableger der Stiftung Warentest.

Die Finanzexperten haben 21 große Geldinstitute unter die Lupe genommen und deren Anlageberatung getestet. Die Ergebnisse des Tests sind frappierend: Der Großteil der Banken hat äußerst schlecht abgeschnitten: Überwiegend wurden die Noten „befriedigend“ und „ausreichend“ vergeben, sechs Mal sogar die Note „mangelhaft“. Was die Noten „sehr gut“ und „gut“ betrifft, so wurden diese nicht ein einziges Mal vergeben.

Es ist vor allem die Qualität der Beratung, die zu den schlechten Noten geführt hat. Bereits im Vorjahr hatten viele Banken im selben Test schlecht abgeschnitten – allerdings scheinen es die Institute nicht für notwendig gehalten haben, an ihrer Beratungsqualität zu arbeiten bzw. diese zu verbessern. Gegenüber dem Vorjahr hat die Beratungsqualität sogar noch weiter nachgelassen.

Von den Testern wird vor allem die schlechte bzw. oftmals sogar fehlende Dokumentation bemängelt. Schon seit längerer Zeit sind Anlageberater dazu angehalten, ihre Beratungsgespräche schriftlich zu protokollieren. Dies erfolgt zu ihrem eigenen Schutz, um später nachweisen zu können, dass keine Fehlberatung stattfand. Doch bei rund der Hälfte aller Beratungsgespräche, bei denen es um Wertpapiere ging, haben die Bankberater überhaupt keine Protokolle angefertigt.

Wer Geld anlegen möchte und Beratung wünscht, sollte sich daher genau überlegen, wo diese Beratung in Anspruch genommen wird. Sollte man sich zu sehr auf seinen Bankberater verlassen, kann dies unter Umständen schlimme Folgen haben.

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