Aktienmärkte vor Einbruch?

Juli 16, 2008

Der deutsche Aktienmarkt verlor in den zurückliegenden Handelstagen weiter an Wert. Jüngst rutschte der Leitindex Dax unter die Marke von 6000 Punkten und verzeichnete damit ein neues Zwei-Jahres-Tief. Das größte deutsche Börsenbarometer hat seit Beginn des Jahres nun rund 25 Prozent an Wert verloren.

Analysten sehen Raum für weitere Abschläge und machen Anlegern derzeit wenig Hoffnung. Grund für die pessimistische Auffassung der Experten ist zum  einen der Bruch der charttechnisch signifikanten Marke von knapp 6200 Punkten, deren Durchbruch Abwärtspotenzial bis hin zu Indexständen weit unterhalb der 6000er Marke impliziert, zum anderen bereiten die zunehmend schlechteren makroökonomischen Rahmenbedingungen den Experten Sorgen.

Die deutsche Konjunktur hat sich im zweiten Quartal stark eingetrübt. Angesichts einer weltweit abflauenden Dynamik, dem anhaltend hohen Preis für Rohöl und dem starken Außenwert des Euro sehen Volkswirte für die nächsten zwölf Monate kaum Aussicht auf Besserung. Vielmehr wird mit einer anhaltenden Stagnation gerechnet, die sich in der zweiten Jahreshälfte 2009 auch auf dem Arbeitsmarkt niederschlagen dürfte.

Der Aktienmarkt könnte so nach Einschätzung vieler Marktteilnehmer in eine lang anhaltende Baisse übergehen und sich auf die Marke von 5000 Indexpunkten zubewegen. Hilfe ist weder von geld- noch von fiskalpolitischer Seite zu erwarten. Signifikante steuerliche Entlastungen werden in Berlin kategorisch ausgeschlossen; die Europäische Zentralbank hält an ihren stabilitätspolitischen Zielen fest und sieht Zinserhöhungen als probates Mittel zur Eindämmung der inflationären Tendenzen an.

Anleger sollten ihre Aktienquote angesichts der wenig vielversprechenden Aussichten reduzieren oder in defensive Werte (Versorger, Medizin, Pharma und Nahrungsmittel) investieren. Von Bonusprodukten ist angesichts der erheblichen Kursrisiken derzeit eher abzuraten; zu groß ist die Gefahr einer Verletzung der Bonusbarriere und damit eine vollständige Übernahme der Indexverluste.

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