Abgeltungssteuer: Finanzstarke Anleger können sie umgehen

Juli 15, 2008

Kein anderes Thema wird im Bereich der privaten Geldanlage so häufig diskutiert, wie die Einführung der Abgeltungssteuer. Dies ist nicht gerade verwunderlich, immerhin kommt die Einführung dieser Steuer einer kleinen Revolution gleich: Künftig werden Kapitalerträge auf eine andere Art und Weise besteuert.

Bereits seit Monaten sind Banken sowie auch andere Finanzdienstleister darum bemüht, ihren Kunden klar zu machen, wie enorm wichtig es ist, jetzt entsprechende Anlagen zu tätigen, um die Abgeltungssteuer zu umgehen. Es wurden extra neue Finanzprodukte aufgelegt, um das Kapital der Privatanleger vor der Steuer zu schützen.

Dennoch wird das Thema nur von den wenigsten Privathaushalten sehr ernst genommen. Zwar gibt es etliche Privatanleger, die fortan ihre monatlichen Sparraten in andere Produkte investieren – doch im Großen und Ganz hat sich wenig getan. Wer sich hingegen viel mehr vor der Abgeltungssteuer sorgt, sind die kapitalstarken bzw. vermögenden Privatanleger. Wie „Spiegel Online“ schreibt, arbeiten Privatbanken und Vermögensverwalter an neuen Anlagemodellen, die der gut betuchten Klientel dazu verhelfen sollen, weiterhin keine Steuern entrichten zu müssen.

Hierbei sollen die Finanzdienstleister sehr erfolgreich sein. Sofern die Anlagesumme stimmt, sei es überhaupt kein Problem, die Abgeltungssteuer zu umgehen. So ist es beispielsweise möglich, Anlageprodukte in Versicherungsmäntel zu verpacken und somit weiterhin Steuerfreiheit zu genießen. Des Weiteren wird auch nach wie vor an Lösungen gearbeitet, um Anlagegelder steuergünstig im Ausland zu investieren – Experten gehen davon aus, dass weiterhin immense Summen in die Schweiz sowie nach Liechtenstein transferiert werden. Somit könnte genau das eintreten, was die Regierung eigentlich abschaffen wollte: die vermögenden Anleger entrichten nach wie vor keine Steuern auf ihre Kapitalerträge.

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